DÉCOUVRIRBIBLIOTHÈQUE
Presse Feminine
Flow

Flow 40/2019

"FLOW bietet Inspiration, Einblicke und positive Denkanstöße und steht für bewusstes Leben mit Aufmerksamkeit für den Moment. FLOW ist das Magazin für gebildete, kreative und neugierige Frauen. Es beschäftigt sich nicht mit schnelllebigen Trends, sondern mit Themen, die im Leben wichtig sind. FLOW zeichnet sich durch liebevolle Gestaltung, viele Illustrationen und eine eigene Sprache aus. Dabei besticht es durch sein Papiererlebnis: Aufwendige Ausstattung und Papier-Extras machen das Magazin einzigartig."

Pays:
Germany
Langue:
German
Éditeur:
DPV Deutscher Pressevertrieb
Fréquence:
Bimonthly
Lire plus
JE M'ABONNE
38.93 CHF
8 Numéros

dans ce numéro

2 min.
auf zeitreise

Ich habe es getan: einen ganzen Tag ferngesehen. Eine komplette Staffel Downton Abbey – diese wunderbare Serie über eine Adelsfamilie Anfang des 20. Jahrhunderts. Binge-Watching nennt man das. Von morgens um 8:30 Uhr bis nachts um 1:30 Uhr. Unterbrochen nur durch Brötchenholen. Nein, ich bin nicht stolz darauf – meinen Kindern habe ich nichts davon erzählt. Aber ich gestehe: Es war großartig! Ich hatte es mir nicht vorgenommen, es ist einfach so passiert. Ich war ganz alleine am Wochenende. Mann und Mädchen waren Skifahren. Und dann war da dieser Gedanke: Wie nutzt du diesen Tag, der nur dir gehört? Und natürlich fielen mir sofort lauter wertvolle Beschäftigungen ein: Sport, Aufräumen, Lesen… Als ich den Fernseher einschaltete, wollte ich eigentlich nur eine Folge der zweiten Staffel ansehen, während ich meinen Kaffee trank…

1 min.
hinter den kulissen

ACHTSAMKEIT FÜR JEDEN TAG Seit elf Jahren ist Boris Bornemann (34) auf einer Reise. So lange meditiert er schon. Der Psychologe hat sich auch in wissenschaftlichen Studien für das Max-Planck-Institut mit Meditation befasst, er gibt Kurse und ist Sprecher der Achtsamkeits- und Meditations-App Balloon. In jeder Flow gibt er Tipps, wie sich Achtsamkeit in den Alltag integrieren lässt. Thema diesmal: die Liebe (ab Seite 118). TITELBILD Illustratorin Rachel Victoria Hillis (25) hat das Coverbild dieser Flow gestaltet. „Es gab eine Zeit, in der ging es mir gesundheitlich nicht gut. Auf der Suche nach Hilfe habe ich mit Yoga begonnen. Es gibt mir unheimlich viel Ruhe und Kraft! Die Position des Rades möchte ich irgendwann schaffen, deshalb habe ich sie gezeichnet.“ Wenn Rachel an ihrem Schreibtisch arbeitet, hört sie nebenbei oft Podcasts. Stets an…

12 min.
meinen weg zum glück finden

Vor Kurzem las ich den Science-Fiction-Roman Schöne neue Welt, eine düstere Gesellschaftsvision, die der britische Schriftsteller Aldous Huxley schon im Jahr 1932 verfasst hat. Er beschreibt darin einen Staat, in dem Glück als Waffe eingesetzt wird – als Mittel, um das Volk zu unterdrücken. Denn wer sich gut fühlt, so die Idee, der rebelliert auch nicht. Die Bürger werden dazu angehalten, das Leben in vollen Zügen zu genießen: Gutes Essen, unverbindlicher Sex und Konsum werden gefördert. Alles, was dagegen Kummer, Angst und Verwirrung verursachen könnte, wurde aus der Gesellschaft verbannt, vor allem aber alle engen sozialen Beziehungen und alles Familiäre. Auch Schwangerschaften gibt es nicht mehr. Kinder werden in Laboratorien gezüchtet. Und Bücher und Kunstwerke werden auch nicht mehr geschaffen. Die Menschen leben in „seliger“ Unwissenheit, und wenn etwas schiefgeht,…

5 min.
was machst du gerade?

Romina Mangler „PLÄNE FUNKTIONIEREN IN MEINEM LEBEN NICHT GUT. ICH LASSE DIE DINGE LIEBER AUF MICH ZUKOMMEN“ 34 Jahre Gernsbach Mit Johannes, ihrem Freund und Geschäftspartner Unternehmerin jolg.de Was machst du gerade? Ich war bis eben auf unserem Dachboden, der gleichzeitig unser Lagerraum ist. Dort sortiere ich alle alten Industrielampen, die wir im Frühling und Sommer auf diversen Flohmärkten gefunden haben, nach Form, Größe und Zustand. Sobald wir alle geputzt und mit neuen Fassungen versehen haben, werde ich sie fotografieren und zum Verkauf in unserem Onlineshop fertig machen. Wieso alte Industrielampen? Was fasziniert dich so daran? Die zeitlosen Formen, der abgeplatzte Lack, sogar die Roststellen – jedes Detail erzählt eine Geschichte. Wenn ich erfahre, dass eine Lampe schon über 100 Jahre alt ist, schlägt mein Herz sofort schneller, und ich muss sie kaufen. So ist aus…

9 min.
nicht jammern, machen!

Als Kind hatte es Arun Gandhi sehr schwer. Er wohnte in Südafrika, wo die weißen Kinder ihn hänselten, weil er nicht weiß genug war, und die schwarzen ihn mobbten, weil er zu weiß war. Ständig war er wütend und prügelte sich viel. Er schämte sich dafür, schließlich war er der Enkel des berühmten Mahatma Gandhi, der zeitlebens den gewaltlosen Widerstand predigte. „Du trägst viel Wut in dir“, sagte der eines Tages zu seinem Enkel, während er am Spinnrad saß und Baumwolle spann. Der junge Arun nickte beschämt und erwartete ein Donnerwetter. Doch sein Opa fuhr fort: „Ich bin froh, dass du wütend werden kannst. Wut ist etwas Gutes. Ich bin auch oft wütend.“ Arun traute seinen Ohren nicht. „Aber ich habe dich noch nie wütend gesehen!“, rief er aus. „Das…

9 min.
ohne filter

„Hattest du kein schöneres Foto?“ Das fragte mich kürzlich eine Facebook-Freundin, weil mein Profilfoto nicht das vorteilhafteste ist. Daraufhin fragte ich zurück: „Das bin eben ich. Warum muss das Foto unbedingt schön sein? Kann es nicht einfach normal aussehen?“ Dieses Foto ist mein kleiner Akt des Widerstands gegen die Perfektionskultur in den sozialen Netzwerken, denn es scheint, als wäre es zur Norm geworden, nur die schönsten, spektakulärsten Fotos zu posten. Wenn ich mich morgens in der Bahn gedankenverloren durch meinen Instagram-Feed arbeite, schauen mir Menschen von meinem Display entgegen, die alles für den perfekten Eindruck geben: beim Yoga, nach dem Duschen, beim Kochen oder am Strand – alles sitzt. Doch für wen macht man das eigentlich? Und was macht es mit uns, wenn wir uns täglich dieser Flut makelloser Bilder…