Die Mahnungen zum Maskentragen haben selbst etwas Maskenhaftes bekommen. Immer die gleiche Pose in dieser Pandemie, blass, erstarrt und erschöpft: Die Aufrufe und Appelle vernehmen und verstehen wir, aber sie lösen nichts mehr aus. Man spürt die Müdigkeit hinter den großen Worten, die immer kleinere Dinge regeln wollen. Man spürt die Kraftlosigkeit hinter den Kraftakten, die ausgerufen werden, denn es sind immer die gleichen Mahnrufe: noch eine Woche, bis Weihnachten, bis Januar, bis März vielleicht, Abstand halten, keine Besuche, keine Reisen, wir werden helfen, wir werden retten, noch eine Woche. Wie eine Schallplatte, die hakt. Diesmal kann man den Politikern ihre buchstäblich fehlende Nähe und die Distanz nicht vorwerfen. Wir erleben nur, was schmerzlich fehlt.
Klar, es gibt noch Statements, Talkshows und Interviews. Es gibt den Bundestag, der sich dazwischen…
