Manhattan, im April
Salman Rushdie kommt allein. Auf einmal steht er im Flur des Büros seines New Yorker Literaturagenten, 57th Street, 21. Stock, im Herzen von Manhattan. Schwarzer Mantel, schwarze Hose, schwarze Sneaker, eine Brille, die schwarz ist auf einer Seite, dahinter ist kein Augenlicht mehr. Aber Rushdies Lächeln ist hell. Kann dieser Mann wirklich allein kommen, man ertappt sich bei dem Gedanken, ohne Sicherheitsleute, keine zwei Jahre nach dem Attentat gegen ihn, 35 Jahre nach der Fatwa, dem religiös motivierten Aufruf zum Mord, die das iranische Staatsoberhaupt damals gegen den Autor der „Satanischen Verse“ verhängte? Ja, er kann. Und er will. Gewiss, Rushdie spricht über neue Sicherheitsmaßnahmen, ohne ins Detail zu gehen. Aber er, der durch die Attacke eines 24-Jährigen aus New Jersey fast getötet wurde und ein Auge…