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BaumeisterBaumeister

Baumeister

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BAUMEISTER stellt die komplexe Arbeitswelt von Architekten dar und zeigt Architektur in ihrer ganzen Emotionalität und Faszination. Spannendste Architekturprojekte, herausragende Innenarchitektur und Designinnovationen sowie Interviews mit den wichtigsten Köpfen der Branche. In vor Ort recherchierten Reportagen und exklusiven Essays werden die zentralen Fragen der Architekturwelt thematisiert.

Land:
Germany
Sprache:
German
Verlag:
Georg D.W. Callwey GmbH & Co. KG
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12 Ausgaben

IN DIESER AUSGABE

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editorial

Walter Benjamin ist so etwas wie die gute Seele der Architekturtheorie. Der Kulturanalytiker schrieb über Architektur und verdeutlichte anhand konkreter Gebäude, nicht zuletzt der Pariser Passagen, wesentliche Teile seiner philosophischen Grundkonzepte. Im Architekturdiskurs ist dies bekannt. Und so langen Theoretiker gern zu Benjamin, wenn es in der Beschreibung gebauter Realität mal etwas grundsätzlicher werden soll. Dies wirkt oft bemüht. Beim Thema Glas aber macht dies zur Abwechslung mal Sinn. Denn das Baumaterial Glas diente Benjamin nicht nur zur Illustration, sondern er erhoffte sich davon wirklich ganz handfeste Effekte, wie Klaus Englert in seinem Beitrag schreibt. Vom „neuen Bauen“ sprach Benjamin in diesem Kontext und von einer „Glaskultur“. Diese hatte natürlich viel mit Transparenz zu tun, mit der Bereitschaft, sich zu öffnen. Aber auch mit radikaler Reduktion und…

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ein bild

Erinnerungsfetzen, Gedankenschnipsel, Ideenfunken – sie alle haben sich in einem gewaltigen weißen Netz verfangen. Die luftige Garnwolke hat die japanische Künstlerin Chiharu Shiota im Lichthof des Berliner Gropius-Baus aufgespannt. Anlass für ihre Installation „Beyond Memory“ war die Wiedereröffnung der umgestalteten Innenräume Ende März. Dadurch sind nun mehr Bereiche als zuvor frei zugänglich: neben dem Lichthof etwa der Buchladen und ein Restaurant. Chiharu Shiota möchte mit ihrem Werk an die Geschichte des Gebäudes erinnern, vor allem an die Kunstbibliothek des früheren Kunstgewerbemuseums im Haus, die zu einem bedeutenden Forschungsinstitut wurde. In ihre Faden-Wolke hat sie einzelne Buchseiten und historische Ansichten des Gropius-Baus verwoben. Zur Wiedereröffnung wird zudem eine Ausstellung gezeigt: „And Berlin Will Always Need You. Kunst, Handwerk und Konzept Made in Berlin“. Sie ist noch bis…

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heimatverbunden

Granollers ist eine typisch katalanische Provinzstadt, mit viel historischer Bausubstanz, sorgfältig angelegten Plätzen und Fußgängerpassagen. Die engen Straßen zeugen noch vom Plan des Mittelalters, Neubauten wird man hier nur als wenige Einsprengsel entdecken. David Lorente ist in Granollers aufgewachsen und bekennt offen, dass er sich im Vallès verwurzelt fühlt, jenem Landstrich jenseits des Collserola-Höhenzugs im Westen von Barcelona. Hier realisierte er vor Jahren eines der ersten Projekte von Harquitectes, ein kleines Geschäftshaus, das er damals in einer Baulücke errichtete. Für die vier Gründer von Harquitectes – neben David Lorente gehören Josep Ricart, Xavi Ros und Roger Tudó dazu – war es selbstverständlich, nicht in der heiß umkämpften katalanischen Metropole bestehen zu wollen, sondern in der Provinz Barcelona zu bleiben, dort, wo man soziale Kontakte aufgebaut hat und sich bestens…

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der charme des unvollkommenen

BAUMEISTER: Herr Zhang, vor allem die historischen Stätten in China beeindrucken durch ihre gewaltigen Abmessungen, sei es das Große Fort in Jiayuguan, die Stadtmauer von Xi’an oder der Himmelstempel in Peking. Dennoch fühlen sich Besucher dort trotz aller Massivität nicht eingeschüchtert, sondern emporgehoben und erhaben – ganz im Gegensatz zum Tia’nanmen-Platz. Woran kann das liegen? ZHANG LI: Ich denke die Antwort liegt bereits in der Formulierung Ihrer Frage. Man steigt empor und erhebt sich über den Boden. Augenhöhe ist ein wichtiger Anhaltspunkt: Liegen die Dinge über ihr, fühlen wir uns herabgesetzt oder sogar eingeschüchtert. Wir sind sprichwörtlich entspannter, wenn wir über den Dingen stehen. Zudem ist das Ausmaß, wie viel Himmel wir sehen können, wichtig. Wenn man sich unser Sichtfeld als ein Gewölbe vorstellt, sollte…

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ipiazza

Der Zugang zum unterirdischen Computer-Laden liegt an der Schmalseite der Glashaube. Das Wasser aus den Düsen rinnt über das Glas zurück in zwei angrenzende Becken. Clevere Stadtverwaltung: Das Privatunternehmen finanzierte die neue Piazza del Liberty mitten in Mailand. Links im Bild die Jugendstilfassade, die dem Platz seinen Namen gibt Glaselemente zwischen den Stufen der Freitreppe lassen Tageslicht in das unterirdische Geschäft. Blick von der Freitreppe hinunter zur Zwischenebene, wo Glastüren ebenfalls hinunter in den Apple-Store führen (FOTOS: NIGEL YOUNG/FOSTER + PARTNERS) Wände, Böden und Stufen sind sowohl im Innen- als auch im Außenraum mit Plattengneis „Beola Grigia“, ein in Mailand häufig verwendeter Stein aus dem Ossolatal, bekleidet. Architekturhistorisch ist die Typologie der Ladenarchitektur ein kaum erforschtes, doch hochinteressantes Studienobjekt unserer Zeit. Denn sie spiegelt…

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die gläserne dame

Einsamer Wächter: Der Henninger Turm befindet auf der linken Mainseite im Stadtteil Sachsenhausen. (FOTO: NORBERT MIGULETZ) Wie im alten Turm beherbergt das „Weinfass“ auf dem Dach ebenfalls ein Restaurant. (FOTO: NORBERT MIGULETZ) Mit städtischen Wahrzeichen ist es so eine Sache: Was in der Vergangenheit erst mal in die Stadtgeschichte hineinwachsen musste – man denke nur an den zunächst äußerst unbeliebten Eiffelturm in Paris – ist heute zum Marketinginstrument geworden. Egal, ob es sich um die Elbphilharmonie oder die neue Frankfurter Altstadt handelt: Identität wird heute am Reißbrett entworfen und dem Bürger als fertiges Produkt vor die Nase gesetzt. In diesem Kontext ist der Neubau des Henninger Turms in Frankfurt am Main von Meixner Schlüter Wendt ein interessanter Fall. Das ebenfalls in der Mainmetropole ansässige Büro konnte…

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