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Kunst & Architektur
Baumeister

Baumeister 1/18

BAUMEISTER stellt die komplexe Arbeitswelt von Architekten dar und zeigt Architektur in ihrer ganzen Emotionalität und Faszination. Spannendste Architekturprojekte, herausragende Innenarchitektur und Designinnovationen sowie Interviews mit den wichtigsten Köpfen der Branche. In vor Ort recherchierten Reportagen und exklusiven Essays werden die zentralen Fragen der Architekturwelt thematisiert.

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Land:
Germany
Sprache:
German
Verlag:
Georg D.W. Callwey GmbH & Co. KG
Erscheinungsweise:
Monthly
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12 Ausgaben

in dieser ausgabe

2 Min.
editorial

Kaum ein gesellschaftlicher Bereich wandelt sich so rasant wie die Welt der Arbeit. Ich kann das aus eigener Erfahrung bestätigen. Dieses Editorial schreibe ich in Mexiko, knapp 10.000 Kilometer von meinen Kollegen in der Redaktion entfernt. Die Abstimmung darüber läuft danach über Skype. Kommunikation mit Kollegen im Transatlantik-Format – vor wenigen Jahren noch utopisch, heute für viele Angestellten normal. Und neues Arbeiten braucht neue Räume. Es lohnt also, einen Blick auf Lösungsansätze zu werfen, die die Architektur für unsere Arbeitswelt bereit hält. Das tun wir in dieser Ausgabe. Und Sie werden sehen – die Architekten von heute hecheln neuen Arbeitsformen nicht hinterher, sondern prägen diese mit. Zum Beispiel in Hannover. Der dortige Coworking-Space „Hafven“ fungiert als Schreibtisch, Werkstatt, Treffpunkt, Bühne, Quartiersanker. Und er fungiert auch als architektonisches Statement. Das ist wichtig: Je digitaler…

1 Min.
asad raza, untitled (plot for dialogue) mailand

Immer mehr Firmen locken heutzutage mit Fitnessräumen, Lounge-Bereichen und diversen anderen Freizeitangeboten. Die Idee dahinter: Ist der Mitarbeiter entspannt, arbeitet er effektiver – sagen zumindest die Businessexperten. Als Folge verschwimmt die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit immer mehr, was sich auch auf die Architektur auswirkt: Alles soll multifunktional und veränderbar sein. Allerdings gibt es immer noch Räume, die sich diesem Zwang widersetzen. Kirchen sind so ein Beispiel. In denen ist das oben erwähnte Freizeitangebot nur schwer vorstellbar – so scheint es zumindest. Jetzt hat der amerikanische Künstler Asad Raza den Gegenbeweis angetreten und einen Tennisplatz im Schiff der Kirche San Paolo Converso in Mailand, platziert. Die Halle des im 16. Jahrhundert gebauten und heute als Ausstellungsraum verwendeten Sakralbaus wurde einen Monat lang von den jeweiligen Besuchern bespielt. Damit wollte Raza die dort…

4 Min.
die geschichtenerzähler

Was ist das „Bureau Spectacular“? Gar keine so einfach zu beantwortende Frage. Bürogründer Jimenez Lai formuliert es so: „Unsere Ausbildung als Architekten reicht vom Design für einen Esslöffel bis zur Planung ganzer Städte. Irgendwo dazwischen sind wir anzusiedeln.“ So unkonkret, so gut. Man könnte den Mann, der dieses weite Spektrum für sich beansprucht, aber auch sehr gut als Geschichtenerzähler bezeichnen. Deshalb verwundert es nicht, dass zum OEuvre des 38-Jährigen eine „Graphic Novel“ mit dem Titel „Citizens of No Place“ zählt, die eine Sammlung aus Short Stories ist. In denen geht es unter anderem um Raumschiffe, extrem hohe Türme, Zukunfts-Archäologen und das Verhältnis von Grundriss und Schnitt. Zwischen den Disziplinen Gegründet hat Lai sein Bureau im Jahr 2008 als ein eher fluides Gebilde ohne festen Bürositz und ohne Angestellte, was auch anhand der…

5 Min.
schöne neue arbeitswelt

Arbeitswelt, Bürolandschaft, Open Space – für viele ist das nur eine freundliche Umschreibung dafür, möglichst viele Büroarbeiter auf möglichst engem Raum zusammenzupferchen. Karim El-Ishmawi, Martin Jacobs und Chris Middleton, die drei Gründer von Kinzo, würden das allerdings so nicht unterschreiben. Sie entwerfen moderne Büroräume – kreativ, undogmatisch. „Wir verteufeln weder Großraumbüros noch Einzelbüros“, sagt Chris Middleton. „Die entscheidende Frage ist doch: Was passiert da genau in dem Raum? Die Art der Nutzung muss mit der Belegung und dem Ort abgestimmt sein.“ Soll heißen: Wer, wie beispielsweise ein Lektor, viel Ruhe zum Arbeiten braucht, bekommt von Kinzo ein Einzelbüro geplant. Für Teams, die sich regelmäßig austauschen müssen, kann dagegen ein Open Space die bessere Lösung sein. Wenn Unternehmen neue Firmensitze planen, fällt die Entscheidung der Bauherren allerdings fast immer zugunsten von…

12 Min.
ein zweites zuhause

Es geht beim kreativem Arbeiten um alle Disziplinen, die in ihrer täglichen Büroarbeit neue Dinge entwickeln oder erschaffen, Herkömmliches infrage stellen und somit Innovationen hervorbringen. Wer sich mit der Frage beschäftigt, ob und wie sich das gestaltete Büroumfeld auf die Kreativität von Menschen auswirkt, wird den Ursachen der Kreativität etwas auf den Grund gehen müssen. Kreativ arbeiten zu können hat nämlich viel damit zu tun, ob vorhandene Potenziale genutzt werden und die kreative Intuition durch die Räume, in denen das Arbeiten stattfindet, unterstützt wird. Es geht beim kreativen Arbeiten um alle Disziplinen, die in ihrer täglichen Büroarbeit neue Dinge entwickeln oder erschaffen, Herkömmliches infrage stellen und somit Innovationen hervorbringen. Dies kann auch temporär der Fall sein und ist ganz unabhängig davon, ob man ein Web-Designer oder Programmierer ist. In dieser Hinsicht bietet…

4 Min.
...oliver elser

BAUM E I S TE R: Warum Brutalismus? OLIVER ELSER: Es gibt kein anderes Architekturthema, das derzeit so viele Leute auch jenseits der Architektenszene so stark interessiert. Wir merken das an den Reaktionen in den Medien und im DAM mit über 1.500 Besucher am ersten Wochenende. Das Publikum ist gespalten. Die einen feiern, die anderen hassen die „Betonmonster“, wie wir sie liebevoll nennen. Jetzt ist daher der richtige Zeitpunkt, die Geschichten hinter den Gebäuden zu erzählen und vor allem den Blick über den deutschen Tellerrand hinaus in die Welt zu richten. SOS Brutalismus ist die erste weltweite Bestandsaufnahme zur brutalistischen Architektur. Architekturgeschichte trifft Gegenwartsdiagnose. Zusammen mit unseren Partnern von der Wüstenrot Stiftung wollen wir einen neuen Weg der Denkmalschutz-Debatte einschlagen: Raus aus den Fachzirkeln, rein in die breite Öffentlichkeit. B : Warum sind…