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Kunst & Architektur
Baumeister

Baumeister 2/18

BAUMEISTER stellt die komplexe Arbeitswelt von Architekten dar und zeigt Architektur in ihrer ganzen Emotionalität und Faszination. Spannendste Architekturprojekte, herausragende Innenarchitektur und Designinnovationen sowie Interviews mit den wichtigsten Köpfen der Branche. In vor Ort recherchierten Reportagen und exklusiven Essays werden die zentralen Fragen der Architekturwelt thematisiert.

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Land:
Germany
Sprache:
German
Verlag:
Georg D.W. Callwey GmbH & Co. KG
Erscheinungsweise:
Monthly
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12 Ausgaben

in dieser ausgabe

2 Min.
editorial

Wenn Verbandsvertreter sich ärgern, hat die Politik häufig etwas richtig gemacht. Ob das in diesem Fall auch gilt, sei dahin gestellt. Jedenfalls hat der jüngste Beschluss der Umweltministerkonferenz, das Bauen mit Holz zu fördern, beim Dachverband der Mauerstein-Industrie für schlechte Laune gesorgt. Von Wettbewerbsverzerrung sprachen die Vertreter und, in solidem 50er-Jahre-Humor, davon, dass die Politik damit „auf dem Holzweg“ sei. Ob die organisierten Maurer aber nun Recht haben mit ihren Vorwürfen oder nicht – ihre Reaktion zeigt, dass sich etwas tut im Wettbewerb der unterschiedlichen Baumaterialien. Holz ist auf dem Vormarsch. Immer mehr Architekten versuchen sich im Spiel mit dem gefühlt ökologischsten aller Baumaterialien. Und sie gelangen zu immer neuen, architektonisch reizvollen Lösungen – zunehmend auch in der Stadt und auch im Hochhausbau. Ein paar davon zeigen wir in dieser Ausgabe. Wobei –…

1 Min.
stuttgart 21 stand januar 2018

Stuttgart 21 – das ist jenes Großprojekt, das den Juchtenkäfer bekannt machte. Noch immer siedelt er auf einem baumbestandenen Restflecken der Baustelle, geschützt durch Naturschutzgesetze. Seine Ganglienknoten werden kaum reichen, um zu ermessen, was um ihn geschieht. Den Stuttgartern, die um die Baustelle siedeln, unterstellt man das auch, trotz High-End-Zerebralorgan: Immer noch würden Vorteile und Komplexität von Stuttgart 21 nicht erkannt, klagen die Befürworter. Auf der Baustelle beginnt man dafür so langsam zu erahnen, dass dort tatsächlich das entsteht, was Visualisierungen seit Ende der 1990er versprechen. Begeisterung macht sich dennoch nicht breit, zu sehr dominieren Staub und Lärm. Und die Kosten nähern sich nun auch offiziell den Zahlen, die alternative Gutachter schon 2015 genannt hatten: 9,8 Milliarden Euro hatten sie prognostiziert; man liegt also „nur“ noch 2,2 Milliarden auseinander. Glücklicher…

5 Min.
vom fundament bis zum türgriff

BAUMEISTER: Anne, seit wann gibt es „Case Design“? ANNE GEENEN: Mein Partner Samuel Barclay hat das Büro vor ungefähr vier Jahren hier in Mumbai gegründet. Samuel wurde damals mit der Ausführung eines großen Campus, der Avasara-Akademie in Pune, beauftragt, und so fing er an, mit einem anderen Architekten daran zu arbeiten. Ich habe mich ein paar Monate später angeschlossen. Da das Akademie-Projekt ziemlich umfangreich war, hat das Büro die ersten Jahre die meiste Zeit damit verbracht. Wir erhielten dann im Laufe der Zeit auch weitere kleine Projekte. Heute beschäftigt Case Design um die 14 Architekten und Designer und bietet alle Architekturleistungen an: vom Hochbau über Landschaftsgestaltung bis zur Innenarchitektur und zum Möbeldesign. B : Ihr habt beide für „Studio Mumbai“ gearbeitet. Ist Case Design aus dieser beruflichen Erfahrung entstanden? A G : Eigentlich…

4 Min.
die jungen hunde

Wir sitzen auf der Klappbank im Inneren von „H-VAC“ und schauen hinunter auf den Strom der Radler entlang des Kanals. Theo Molloy erzählt, wie das Büro entstanden ist. „PUP – das sind drei Architekten: Chloë Leen, Steve Wilkinson und ich. Wir fingen an, zusammen zu arbeiten, als wir an der Westminster-Universität in London studierten. 2012 gewannen wir einen Wettbewerb für ein Studentenprojekt, das im Rahmen der Londoner Olympischen Spiele gebaut wurde. Das war ein Alptraum, denn es musste fertig werden, während wir uns für das Diplom vorbereiteten. Nach dem Diplom arbeiteten wir alle für ein paar Jahre in verschiedenen Büros und machten nebenher in unserer wenigen freien Zeit eigene Projekte. So fing unser Büro an, es gab keinen bestimmten Moment, an dem wir sagten: so, jetzt!“ Prekäre Lage Das Büro ist seitdem…

6 Min.
mehr scheunen für die stadt

Kurz vor Diedorf beginnt die freie Landschaft. Der Augsburger Speckgürtel liegt hinter einem, und der Blick schweift ins grüne Schmuttertal. Das nach diesem Idyll benannte Gymnasium schiebt sich dann aber breit ins Panorama. Direkt am Diedorfer Bahnhof hat es mehrere Hektar Grünland unter sich begraben. Doch das soll seine Bauweise wieder gutmachen: Es besteht fast ganz aus Holz und erzeugt mehr Energie, als es verbraucht. In der windigen Randlage rücken vier niedrige große Baukörper zusammen. Wie Scheunen ducken sie sich unter flach geneigte Satteldächer, die überwiegend aus dunklen Solarpaneelen bestehen, und formen einen Hof, den Schulhof. Ringsum Parkplätze, Wiesen, Sportanlagen. Das Bild der Schulscheunen wird gestützt durch die raue Bretterschalung, die ruhigen Fensterbänder, das insgesamt sehr nüchterne Erscheinungsbild. Kein Aufsehen macht auch der Haupteingang, ein dunkler Schlitz unter schmalem Vordach, gleich neben der…

5 Min.
trotz strengem takt flexibel

Schon vor zweieinhalb Jahren hatte das Büro von Nicole Kerstin Berganski und Andreas Krawczyk mit einem Interimsbau für die Europäische Schule Frankfurt für Aufmerksamkeit gesorgt. Auf der Suche nach einer im Vergleich zu Containerbauten in der Raumqualität deutlich entwickelteren, aber immer noch schnell umsetzbaren und kostengünstigen Alternative setzten NKBAK zusammen mit der Stadt Frankfurt am Main als Bauherrin erstmals auf Holzmodule. Zu den Vorteilen der Module gehört, dass sie in der jeweiligen Planung einen speziell gefertigten Typ bilden, der aber von Projekt zu Projekt variiert werden kann und nicht, wie bei Seecontainern, einem starren System folgt. Am Riedberg sind die verbauten Module kürzer als beim vorherigen Projekt, drei auf sieben Meter ist hier das Achsmaß für die Kleinserie. Daraus ergeben sich Raumzellen von rund 20 Quadratmetern Fläche als Grundmaß aller…