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Kunst & Architektur
Baumeister

Baumeister 3/18

BAUMEISTER stellt die komplexe Arbeitswelt von Architekten dar und zeigt Architektur in ihrer ganzen Emotionalität und Faszination. Spannendste Architekturprojekte, herausragende Innenarchitektur und Designinnovationen sowie Interviews mit den wichtigsten Köpfen der Branche. In vor Ort recherchierten Reportagen und exklusiven Essays werden die zentralen Fragen der Architekturwelt thematisiert.

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Land:
Germany
Sprache:
German
Verlag:
Georg D.W. Callwey GmbH & Co. KG
Erscheinungsweise:
Monthly
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12 Ausgaben

in dieser ausgabe

2 Min.
editorial

Es ist nicht zu leugnen – Deutschland hat ein Wohnproblem. Seit Jahren entstehen in unseren Städten weniger Wohnungen als gebraucht werden. Weil wir alle in der Stadt leben wollen, weil unsere Metropolen zu Menschenmagneten geworden sind. Zumindest jene Metropolen, die hohe Wohnqualität mit attraktiven Arbeitsmärkten kombinieren. Die Folge: Die Mieten steigen rasant – und Menschen mit geringeren Einkommen werden in Randbezirke gedrängt. Das ist schlecht für die Kultur unserer Städte. Letztere Argumentation zeigt auch gleich, warum ich überhaupt über neue Wege für den Wohnungsbau in Deutschland nachdenken möchte. Denn ich neige eigentlich nicht zum schnellen Fordern von „mehr Staat“. Anders als manche Akteure im deutschen Architektur- und Städtebau-Diskurs verstehe ich mich grundlegend als liberal. Es gibt kein Recht darauf, in bestimmten Stadtteilen zu wohnen. Und Marktprozesse sind auch nicht von vornherein…

1 Min.
robin hood gardens london

Als 2008 die Debatten um den Abriss der von den Smithsons entworfenen Robin Hood Gardens in London begannen, sprachen sich viele renommierte Architekten für deren Erhalt aus. Damit ging auch der Streit um brutalistische Architektur in die nächste Runde: Für Architekten ist das Ensemble ein Meisterwerk der 1970er-Jahre, die Stadt und viele Bürger wollten einen Abriss. Der Ärger über Stararchitekten, die in Altbau-Luxuswohnungen in Kensington oder Chelsea sitzen und sich für den Erhalt von in Beton gegossenen Sozialwohnungen engagieren, ist nachvollziehbar. Man darf allerdings nicht der Architektur die Schuld für bauliche Missstände geben: Ist ein jahrzehntelanger Sanierungsstau wirklich begründet, weil ein Architekturstil von manchen als „hässlich“ empfunden wird? Wohl eher nicht. Trotzdem werden die Robin Hood Gardens durch kleinere Wohngebäude ersetzt. Und das ist der eigentliche Skandal: Die Hälfte der neuen…

5 Min.
häuser, die alle hässlich finden

Robertneun – was heißt das eigentlich? Die Erklärung ist ganz einfach: „Wir wollten unsere Namen nicht aneinanderreihen und wie ein Altherrenbüro klingen“, sagen Nils Buschmann und Tom Friedrich, die Gründer des gleichnamigen Architekturbüros über ihre Namenswahl. Im Jahr 2000 nach dem Studium an der TU Berlin gemeinsam mit Thomas Baecker gegründet, hat das Büro mit Sitz in Berlin mittlerweile ein interessantes Portfolio vor allem im Bereich Wohnungsbau vorzuweisen. Aber zurück zur Namenswahl: Da spielte sicher auch der Wunsch nach Abgrenzung eine Rolle – eine Abgrenzung gegenüber jenen Architekten, die in den 1990er-Jahren die Berliner Baupolitik bestimmten. Das Spannungsfeld „zwischen Stimmann und der alltäglichen Aneignung jeglicher Räume“ präge bis heute ihre Haltung, sagt Nils Buschmann dazu. Mit seinen engen gestalterischen Vorgaben und der damit verbundenen Vorstellung eines homogenen Stadtbilds widersprach das 1999…

4 Min.
die summe aller aktivitäten

Offenbar macht die wagnis etwas richtig – und es heißt tatsächlich die wagnis, ein Name der passender nicht sein könnte, denn die in München tätige Genossenschaft geht mit jedem Projekt ein Wagnis ein, um ihren Mitgliedern bezahlbaren Wohnraum zu bieten. Sie zählt zu den etwa 2000 Wohnungsbaugenossenschaften in Deutschland, die zusammengenommen über 2 Millionen Wohnungen verfügen. Gegründet im Jahr 2000 unter anderem von Elisabeth Hollerbach, besitzt die wagnis gegenwärtig über 400 Wohnungen und hat rund 2000 Mitglieder. Ihre jeweiligen Projekte sind Gemeinschaftseigentum, und die Bewohner sind „Mieter im eigenen Haus“. Sie können auf ein lebenslanges Wohnrecht zählen, bei dauerhaft günstigen Mieten. Geplant, gebaut und gewohnt wird gemeinsam, sozial und ökologisch, um ein nachbarschaftliches und selbstbestimmtes Wohnen und Arbeiten zu ermöglichen. Innovatives Wohnen In München gibt es fünf wagnis-Projekte: wagnis 1, wagnis 2 und…

8 Min.
a ein neues tor für frankfurt

Hochhäuser gelten als Patentlösung für die Wohnungsfrage – aber sind sie das wirklich? Mit Axis in Frankfurt am Main und Friends in München porträtieren wir zwei Ideen. Das Europaviertel ist mit seinen 145 Hektar Fläche eine der größten städtebaulichen Entwicklungsmaßnahmen der Stadt Frankfurt in jüngerer Zeit und resultiert aus der Konversion des früheren Güter- und Rangierbahnhofs. 1996 war das Areal Teil des gescheiterten Bahnprojekts Frankfurt 21. Danach wurde es im Hochhausentwicklungsplan der Stadt fortentwickelt. 1999 projektierte die Deutsche Bank die sogenannte Messestadt, die auf einen Entwurf von Helmut Jahn zurückging. Dieser sah neben einem Einkaufszentrum, einem Fußballstadion und einer Konzerthalle auch Büroflächen und Wohnungen für 10.000 Bewohner vor. Die Begeisterung der Stadtverwaltung hielt sich allerdings in Grenzen. Am Entwurf wurde kritisiert, dass er zu wenig Erweiterungsflächen für die benachbarte Messe bot.…

5 Min.
b haus der zukunft

Weithin sichtbar an der Bahnachse, kurz vor dem Münchener Hauptbahnhof gelegen, geben die Wohntürme „Friends“ neben den anderen Neubauten entlang der Entwicklungsfläche zwischen Hauptbahnhof und dem Stadtteil Pasing Zeugnis davon ab, was in den vergangenen Jahren in München baulich realisiert wurde. Die Gruppe von Baukörpern an der Ostseite des neuen Quartiers am Hirschgarten wirkt auf den ersten Blick homogen in ihrer strengen Kubatur und monochromen Erscheinung. Auf den zweiten Blick offenbart sich ein Spiel mit den im Bebauungsplan vorgegebenen Regeln hinsichtlich Form, Material und Farbgebung. Aus einem Wettbewerb gemeinsam mit dem angrenzenden Büro- und Einzelhandelskomplex hervorgegangen, sind die Wohntürme Friends, das Hotel und ein weiterer Bürobau heute Hochpunkt und urbanes Zentrum des neuen Stadtquartiers am Hirschgarten. Bei den dort in den letzten Jahren entstandenen Wohnbauten zwischen Hirschgarten und Bahnfläche wurde…