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Kunst & Architektur
Baumeister

Baumeister 6/18

BAUMEISTER stellt die komplexe Arbeitswelt von Architekten dar und zeigt Architektur in ihrer ganzen Emotionalität und Faszination. Spannendste Architekturprojekte, herausragende Innenarchitektur und Designinnovationen sowie Interviews mit den wichtigsten Köpfen der Branche. In vor Ort recherchierten Reportagen und exklusiven Essays werden die zentralen Fragen der Architekturwelt thematisiert.

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Land:
Germany
Sprache:
German
Verlag:
Georg D.W. Callwey GmbH & Co. KG
Erscheinungsweise:
Monthly
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12 Ausgaben

in dieser ausgabe

2 Min.
editorial

Verzeihen Sie, liebe Leserinnen und Leser, dass Sie bei diesem Baumeister einmal mehr blättern müssen, um zum Inhaltsverzeichnis und zu den ersten Artikeln zu gelangen. Aber wir fanden, dass die kuratorische Idee der Halb-Mauer des Deutschen Pavillons in Venedig eine besondere blattmacherische Würdigung verdient. Daher also: zwei Cover, einmal Mauer zu, einmal offen. Mit dieser Ambivalenz von Mauern befassen sich nicht nur die Kuratoren „unseres“ Pavillons in den Giardini. Das Thema der Mauer ist auch eines, das die weltpolitische Szene dieser Tage bestimmt. Donald Trump tut sich immer noch schwer, seiner pompösen Mauer-Rhetorik die 3144 Kilometer lange Tat folgen zu lassen. Ich selber werde der USA-Mexiko-Grenze ein Buch widmen, das voraussichtlich unter dem Titel „Grenze aller Grenzen“ im Herbst erscheint. Darin wird es nicht zuletzt um die Art gehen, in der…

4 Min.
architektur als freier raum

Für die beiden Gründerinnen von Grafton Architects bedeutet „Freespace“ in erster Linie das Aufzeigen architektonischer Möglichkeiten: Öffentlicher und sozialer (Lebens-)Raum soll aber nicht nur für diejenigen gestaltet werden, die diesen Raum nutzen, sondern zu berücksichtigen sind auch wieder von der Natur vorgegebene Entwurfsparameter wie Tageslicht, Wind, Schatten, Schwerkraft, Topografie und die spezifischen Qualitäten von (Bau-)Materialien – Eigenschaften, die die räumlichen Qualitäten ihrer Meinung nach positiv beeinflussen. In ihrem Thema manifestiert sich eine Überzeugung, die die Architektinnen aus Dublin in ihrer jahrzehntelangen Arbeit entwickelt und verfeinert haben. Ihre eigene Interpretation von Freespace umfasst Planungsparameter, die man immer wieder in ihren Projekten findet, sei es an der Luigi-Bocconi-Universität in Mailand, dem Universitätscampus UTEC in Lima (Baumeister 8/2017), dem Entwurf für die Hochschule für Betriebswirtschaft Toulouse 1 Capitole oder auch dem Entwurf für…

8 Min.
natur und architektur sind eins

BAUMEISTER: Frau Attali, Sie fotografieren mit einer schweren Mittelformatkamera, die Sie an die entlegensten Orte der Welt tragen. Neben Ihrer Arbeit als Fotografin veröffentlichen Sie auch Bücher und unterrichten an mehreren Universitäten. Ausgleich suchen Sie im Langstreckenlauf. Können Sie uns diesen Drang zum Extremen erklären? ERIETA ATTALI : Es ist schwierig, den physischen Aspekt der Fotografie einzuschätzen, der ja oft gar nicht wahrgenommen wird. Das betrifft nicht nur die Belastung durch die Ausrüstung, sondern auch die Hindernisse, die bei einem Vorhaben auftreten. Während eines Auftrags in Paris für Marc Mimrams Solferino-Brücke habe ich eine Großformatkamera mit einem Panoramafilmhalter verwendet – ein schweres, sperriges Gerät, das ich alleine tragen musste. Der Kampf, kilometerweit zu laufen, während man die Ausrüstung mit sich herumträgt und geduldig nach der perfekten Landschaftsaufnahme sucht, sei es in…

1 Min.
zur vita

Die Fotografin Erieta Attali setzte sich 2001 mit der Architektur des Japaners Kengo Kuma auseinander, wobei für sie das Innen und das Außen der architektonischen Objekte im Mittelpunkt stand. Zu diesem Thema verfasste sie 2016 am RMIT in Melbourne eine Dissertation unter dem Titel „Inversion of Content and Context: Transparency in Nature and Architecture“. Ihre besondere Sicht auf die Dinge vermittelt sie zudem in Vorträgen, Konferenzen und Workshops, unter anderem an der Königlich Dänischen Kunstakademie, der Universität Tokio, der RMIT-Universität, der ETH Zürich und der Columbia Universität. Im Oktober 2017 hatte sie eine Gastprofessur an der TU München inne. Erieta Attali verwendet eine Linhof, eine großformatige 4 x 5-Zoll-Kamera mit einem Panoramarückenhalter – sowohl für die Architektur- wie auch die Landschaftsfotografie. Außerdem eine 6 x 17 cm-Linhof-Panoramic als reine Landschaftskamera.…

6 Min.
reduce, re-use, recycle – jetzt auch in augsburg

A Is Ernst Neufert 1936 mit seinem Buch „Bauentwurfslehre“ ein Standardwerk schuf, in dem Funktionsschemata und Abmessungen für nahezu alle baulichen Anlagen nachzuschlagen sind, konnte er nicht ahnen, dass 80 Jahre später die Diskussion über die Rückbaubarkeit von Gebäuden zum Teil lauter geführt wird als über deren Erstellung – bei ihm fehlt die Typologie „Wertstoffhof“ noch völlig. Keine Frage, das Thema ist wichtig, Abfall ist vor allem Ressource. Während früher das Ziel der Abfallbeseitigung verfolgt wurde, soll nun bis 2020 aus Europa eine Recyclinggesellschaft werden, in der die sogenannten Siedlungsabfälle (Haushalts- und Gewerbeabfälle) zu 65 Prozent recycelt werden sollen und der Rest energetisch verwertet wird. Für den weit größeren Posten im Abfallaufkommen mit fast 60 Prozent ist die Bauwirtschaft mit Bau- und Abbruchabfällen verantwortlich*. Unsere Deponien sind nahezu voll, und…

4 Min.
tierische ordnungshüter

Wenn ein G8-Gipfel in Heiligendamm zu schützen ist, wenn die Hooligans vorm Bremer Weserstadion ihr Unwesen treiben, wenn in Berlin autonome Demonstrationen aus dem Ruder zu laufen drohen, wird für den Ernstfall in einsatznahen Bereitstellungsräumen schweres Gerät vorgehalten. Doch bevor es dazu kommt, kann die Ordnungsmacht auch eine Eskalationsstufe niedriger zu einem probaten Mittel greifen, um die Ordnung aufrecht zu erhalten. Mehr noch als Hunde flößen Pferde ordentlich Respekt ein. Allein schon wegen deren Größe, aber auch wegen der für Laien unberechenbaren Verhaltensweise ziehen es potenzielle Störenfriede vor, sich mit ihnen besser nicht anzulegen und sich stattdessen zurückzuziehen. Für diese Art von Präsenz hält die Bundespolizei eine Reiterstaffel mit zwei Dutzend Pferden. Ländliche Struktur Weil der bisherige Standort im Berliner Grunewald den „hippologischen Anforderungen“ nicht mehr genügte und zu wenig Platz bot,…