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BaumeisterBaumeister

Baumeister 6/19

BAUMEISTER stellt die komplexe Arbeitswelt von Architekten dar und zeigt Architektur in ihrer ganzen Emotionalität und Faszination. Spannendste Architekturprojekte, herausragende Innenarchitektur und Designinnovationen sowie Interviews mit den wichtigsten Köpfen der Branche. In vor Ort recherchierten Reportagen und exklusiven Essays werden die zentralen Fragen der Architekturwelt thematisiert.

Land:
Germany
Sprache:
German
Verlag:
Georg D.W. Callwey GmbH & Co. KG
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12 Ausgaben

IN DIESER AUSGABE

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editorial

Wenn Sie wie ich Kulturwissenschaften studiert haben, kommen Sie zwangsläufig mit Publikationen aus dem OMA-Kosmos in Berührung. So schließt sich für mich mit diesem Heft, gast-kuratiert von OMA-Partner Reinier de Graaf, ein gedanklicher Kreis. Hierzu gehört auch das Konzept des Rhizoms, das sich als Gliederungsprinzip durch die Ausgabe zieht. Dieses komplexe Verständnis von Gesellschaft (und Architektur) hat Gilles Deleuze als grundlegendes Denkmuster gedient. De Graaf hilft es dabei, zu erörtern, mit welchen vielfältigen Einflussfaktoren heute Architektur entsteht. Dieser Baumeister, den intern Alexander Russ betreute und an dem OMA-seitig Alex Retegan mitwirkte, hinterfragt unwidersprochene Grundannahmen und formuliert unangenehme Wahrheiten. Er führt uns an vermeintlich architekturferne Orte wie Albanien oder Angola und zeigt uns die Widersprüche auf, aus denen Architektur auch besteht. Insofern: ein spannendes neues Experiment unserer „curated“-Reihe – die Sie…

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für wen wir bauen reinier de graaf

Alexander Russ: Bei unserem ersten Treffen in Rotterdam, bei dem wir über den Schwerpunkt Ihrer gastkuratierten Ausgabe sprachen, drehte sich das Gespräch auch häufig um das Thema Partizipation. Woher kommt Ihr Interesse am partizipativen Bauen? Reinier de Graaf: Was mich interessiert, ist die Frage der Legitimität von Architektur jenseits ihrer Grenzen. Das war auch der wesentliche Antrieb für mein Buch (Anmerkung der Redaktion: "Four Walls and a Roof: The Complex Nature of a Simple Profession"). In der Architekturbranche wird seit den letzten vierzig Jahren zunehmend eine Nabelschau betrieben, was daran liegt, dass Architekten oft denken, die Daseinsberechtigung von Architektur läge ausschließlich in der Architektur selbst. Mir geht es um das genaue Gegenteil, nämlich die Architektur aus ihrer Selbstbeschränkung zu befreien. Deshalb interessiere ich mich für Partizipation, weil sie die Autonomie des…

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ein wohlwollender diktator mit geschmack

Die Architektur ist eine Kunst, in der verhandelt werden muss. Sie ist von höchst politischer Natur. Wer bauen will, muss Diplomatie anwenden. Ich habe mich schon immer für eine Architektur des Widerstands interessiert – eine Architektur, die unsere Lebensweise beeinflussen kann. Die Arbeit unter gegensätzlichen Bedingungen könnte man als einen positiven Aspekt erachten, denn man bietet ja Alternativen an. Trotzdem gibt es Situationen, in denen man sich fragt: „Möchte ich damit etwas zu tun haben?“1 In Frankreich würde ich mich weigern, für die rechtsextreme Partei zu arbeiten. Aber in anderen Teilen der Welt hat man seine berechtigten Gründe, um zuzusagen. Denn man baut ja nicht nur für einen Bauherrn; man baut für eine Stadt.2 Natürlich hinterfrage ich grundsätzlich jeden Auftrag, egal in welcher Stadt. Aber meine Rolle als Architekt sehe ich…

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kreation, kalkulation, spekulation – eine kurze geschichte der immobilien entwicklung patrice derrington

Im Januar 2019 zahlte ein Hedgefonds-Manager die Rekordsumme von 238 Millionen Dollar für ein 2.400 Quadratmeter großes Penthouse in New York – in den demokratischen Vereinigten Staaten wohlgemerkt. Währenddessen sorgten sich 800.000 vom Regierungsstillstand betroffene Staatsbedienstete um die Zahlungen ihrer Hypotheken, die im Januar fällig waren und die sich auf insgesamt 438 Millionen Dollar beliefen –, also in etwa der zweifache Wert, der für das Penthouse gezahlt wurde. Wie kann es eine gerechte Gesellschaft zulassen, dass es zu einer derartig eklatanten Ungleichheit kommt, wie sie in der urbanen Bebauung gerade ihren Ausdruck findet? Und welche Rolle spielen Architekten und Immobilienentwickler dabei? Unternehmerischer Ursprung Architekten prangern gerne den Einfluss des Immobilienentwicklers auf die Stadtgestaltung an. Wirft man einen Blick auf den historischen Entwicklungsprozess des Architekten, so überschneidet sich dieser zeitlich mit dem Auftreten…

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ganz oben – das 111-west-57-projekt michael stern

Alex Retegan: Weshalb sind Sie Immobilienentwickler geworden? Michael Stern: Mir gefällt die Idee, mit einem Stück Land oder einem ausgedienten Gebäude etwas Neues zu schaffen, sei es für Wohnraum, Büroflächen oder andere Nutzungen. Es ist mir wichtig, dass ich etwas sehen und anfassen kann. AR: Hatten Sie bestimmte Ideen im Kopf, als Sie angefangen haben, in der Immobilienbranche zu arbeiten? MS: Ich hatte eigentlich keine konkreten Vorstellungen. Das ergab sich eher im Laufe der Zeit. Meine ersten Projekte waren niedriggeschossige Wohngebäude, und dabei wollte ich auch bleiben. Dann wechselte ich doch zu höhergeschossigen Gebäuden, und irgendwann begann ich, mich für Hochhäuser zu interessieren. Und als wir anfingen, Hochhäuser zu bauen, wollte ich die Typologie perfektionieren und die aus architektonischer Sicht besten und nachhaltigsten Hochhäuser bauen. Alexander Russ: Was ist Ihrer Meinung nach gute Architektur? MS:…

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phantom-urbanismus – angolas geisterstädte reinier de graaf

September 2008: Vor Zehntausenden Anhängern hält José Eduardo dos Santos eine Ansprache an die Nation. Der amtierende angolanische Präsident wurde gerade wiedergewählt und behauptet damit seinen zweiten Rang unter Afrikas dienstältesten Regierungschefs. Seine „Volksbewegung zur Befreiung Angolas“ hat 82 Prozent der Stimmen erhalten – ein klarer Erfolg; anders als bei seinem Wahlsieg im Jahr 1992, der von der Opposition angefochten wurde. Dos Santos wurde damals des Wahlbetrugs bezichtigt, und der Bürgerkrieg verlängerte sich um gut zehn Jahre. Nach dem Ende des Bürgerkriegs waren keine Wahlen mehr abgehalten worden, denn dos Santos, der als Sieger hervorging, ist der Überzeugung, nur er allein könne Verantwortung für die Zukunft seines Landes übernehmen oder den Zeitpunkt für die ersten demokratischen Schritte bestimmen. Angola erlebt unter dos Santos einen Wirtschaftsboom. Im Jahr 2007 erreicht die BIP-Wachstumsrate eine…

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