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BaumeisterBaumeister

Baumeister 7/19

BAUMEISTER stellt die komplexe Arbeitswelt von Architekten dar und zeigt Architektur in ihrer ganzen Emotionalität und Faszination. Spannendste Architekturprojekte, herausragende Innenarchitektur und Designinnovationen sowie Interviews mit den wichtigsten Köpfen der Branche. In vor Ort recherchierten Reportagen und exklusiven Essays werden die zentralen Fragen der Architekturwelt thematisiert.

Land:
Germany
Sprache:
German
Verlag:
Georg D.W. Callwey GmbH & Co. KG
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12 Ausgaben

IN DIESER AUSGABE

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editorial

Das Schöne an der Architektur ist ihre transformatorische Kraft. Sie kann, einfach gesprochen, aus unerfreulichen Vorlagen Gold machen. Sie kann Orte transformieren, kann Gebäuden oder Straßen eine Relevanz für das Leben von Menschen zuweisen, die diese zuvor nicht hatten. Damit meine ich nicht den überzitierten Bilbao-Effekt. Ich meine die zahllosen Fälle, in denen kluge architektonische Interventionen in schwierigem Terrain neue räumliche Qualitäten geschaffen haben. In diesem Sinn stellt diese Baumeister-Ausgabe eine regelrechte Ode an die Kraft der Architektur dar. Denn wir befassen uns mit den im obigen Sinn unerfreulichsten aller Vorlagen, mit so genannten „Unorten“, also seelenlosen Anti-Locations, hässlichen Pumpstationen etwa oder gruseligen Bunkern. Was kann die Architektur aus solchen Horror-Plätzen machen? Wie kann sie räumliche Qualitäten hervorkitzeln, die zuvor nur als Möglichkeitsraum bestanden? Indem sich Architekten dieser Aufgabe stellen, treten sie zugleich…

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ein bild

Mit 102 Jahren ist Ieoh Ming Pei Mitte Mai gestorben. Zwei Monate zuvor konnte sich der chinesisch-amerikanische Architekt aber noch über die Feierlichkeiten zum 30. Jubiläum seiner gläsernen Louvre-Pyramide freuen. Zu diesem Anlass wurde der französische Künstler JR eingeladen, eine optische Täuschung für das Pei-Gebäude zu konzipieren. Mit der Technik der Anamorphose verwandelte er den Museumsinnenhof in eine spektakuläre Schlucht, aus der die Glaspyramide majestätisch emporragt. Damit lüftete er das vermeintliche „Geheimnis der großen Pyramide“, wie der Name seines Kunstwerks andeutet. Der Abgrund war aber nur ganz kurz zu sehen: Aus einfachen Papierstreifen bestehend, verschwand die Installation nach 48 Stunden unter den Füßen der Besucher. Neben der Mona Lisa und der Venus von Milo gilt die Glaspyramide als unbestrittene Ikone des Louvre.…

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kollektiv in zeiten des internets

Die Terminvereinbarung zog sich diesmal etwas länger hin als üblich. Das Büro Fosbury Architecture sitzt in Mailand – zumindest steht das auf ihrer Website –, doch der erste Rückruf stammt von einer niederländischen Nummer. „Wir können uns in Genua, Rom, Rotterdam oder Hamburg treffen“, erklärt eine junge Stimme. Vier Tage Verhandlungen vergehen. Letztendlich findet das Interview in Rom statt – allerdings am Hauptbahnhof. Giacomo Ardesio hat anderthalb Stunden Zeit. Danach muss er mit der S-Bahn zum Flughafen. Diese Anekdote allein könnte reichen, um den Alltag des Büros Fosbury Architecture zu beschreiben. Fünf Partner in drei unterschiedlichen Städten, Wettbewerbe und Projekte europaweit, Skype-Calls und Flüge: ein eher untypisches Architekturbüro. Büro ist an der Stelle ohnehin der falsche Begriff. Es handelt sich um ein Kollektiv – so möchten die Architekten genannt werden. „Ein…

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im hintergrund viel los

„ In der Klangarchitektur haben sich ganz neue Methoden entwickelt. “ Ein Vibrationsstampfer dröhnt auf Asphalt, Autos hupen, eine Polizeisirene ertönt. Zwischen den Lärm mischt sich ein markantes Timbre, elegant und nonchalant zugleich – „I want to wake up in a city that doesn‘t sleep“, singt Frank Sinatra. Dieses Mixtum Compositum, das ist der Soundtrack von New York: vielseitig, laut, impulsiv. Wer sich nach mehr Ruhe sehnt, flüchtet sich in den Central Park. Hier erklingen Kinderlachen und Vögel, die von den Bäumen ihr eigenes Lied von New York singen. Ein Knopfdruck von Thomas Barth genügt und holt einen zurück nach München. Stille im Büro von Tonsalon. Die Bluetooth-Boxen, die den Klang der Großstadt in den Raum katalysieren, sind aus. Aus der Traum von New York. Thomas Barth und Marko Cilic von Tonsalon…

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tonkonzeptskizze

Der Pavillon des Wicona-Standes auf der BAU 2019 war 650 Quadratmeter groß. Das Start-up Tonsalon ergänzte zum Messe-Design das Sound-Konzept – Positionierung der Boxen, unterschiedliche Klang-Zonen, Schallrichtung und Musikauswahl. Bei der Dramaturgie musste Tonsalon die Stoßzeiten der Besucher und die Dynamik beobachten und justieren, was Lautstärke und Schallrichtung angeht. In der blauen Zone waren Parkgeräusche und spielende Kinder, in der roten Zone Naturklänge wie Wasserrauschen und Vogelgezwitscher zu hören. Die grauen Linien symbolisieren die Arrays von Boxen, die von der Decke hingen und aus denen die Verkehrsstimmung und alle paar Minuten ein Musikstück erklangen. Die gelben Linien stehen für die Bewegungsrichtung beziehungsweise -ströme der Besucher auf dem Stand.…

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„alvéole 12“

Das Adjektiv, das Pascale Hameau zur Beschreibung der Stadt verwendet, deren stellvertretende Bürgermeisterin sie ist, gebraucht man auch im Französischen nicht unbedingt für Städte und Architektur. „Mineralisch“ darf man als wohlgewählten Euphemismus verstehen für: viel Beton. 1944 und 1945 zerstörten die Flieger der Alliierten Saint-Nazaire, an der Mündung der Loire in den Atlantik gelegen, komplett. Wiederaufgebaut hat es Noël Le Maresquier. Die heute wieder geschätzte Strenge Auguste Perrets und Fernand Pouillons scheint ihren weniger bekannten Kollegen inspiriert zu haben. In Bezug auf die Materialwahl könnte Le Maresquier aber auch einfach auf das geschielt haben, was noch da war: den deutschen U-Boot-Bunker. Auch der ist sehr „miné-rale“. „ Elle est un peu minérale, cette ville. “ Vor sechs Jahren bekam das belgische Architekturbüro den Auftrag, in einer der „alvéole“ genannten ehemaligen U-Boot-Liegeplätze einen…

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