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BaumeisterBaumeister

Baumeister 10/19

BAUMEISTER stellt die komplexe Arbeitswelt von Architekten dar und zeigt Architektur in ihrer ganzen Emotionalität und Faszination. Spannendste Architekturprojekte, herausragende Innenarchitektur und Designinnovationen sowie Interviews mit den wichtigsten Köpfen der Branche. In vor Ort recherchierten Reportagen und exklusiven Essays werden die zentralen Fragen der Architekturwelt thematisiert.

Land:
Germany
Sprache:
German
Verlag:
Georg D.W. Callwey GmbH & Co. KG
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12 Ausgaben

IN DIESER AUSGABE

2 Min.
editorial

Dass wir uns in einer Wohnkrise befinden, gilt heute vielen Beobachtern als ausgemacht. Und es stimmt ja: Die Mieten in deutschen Großstädten (und nicht nur dort) sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Ob dies nun die beliebte Pauschalthese stützt, „Wohnen“ könne sich heute „niemand mehr leisten“, sei dahingestellt. Aber sicher macht es Sinn, nach Modellen zu suchen, wie ansprechender Wohnungsbau realisiert werden kann, der auch für mäßig Verdienende Wohnraum schafft. Dies tun wir mit unserer dreiteiligen Serie zum sozialen Bauen, die mit dieser Ausgabe beginnt. Interessanterweise finden wir positive Beispiele nicht zuletzt in Berlin. Zanderroth gelingt es, vier Wohngebäude mit 51 Einheiten in den oberen Geschossen über einem ehemals freistehenden Supermarkt unterzubringen. Orange Architekten kombinieren durch konstruktive Findigkeit günstige Baukosten mit hoher Aufenthaltsqualität. Es sind Modelle wie diese, die Hoffnung machen,…

1 Min.
ein bild

Streaming-Dienste wie Spotify, Apple Music und Tidal haben die Musikindustrie grundlegend verändert – kaum jemand kauft noch Tonträger. Aber es hat sich eine Gegenbewegung gebildet: Nostalgiker, Liebhaber und Retro-Fans sorgen dafür, dass die Verkäufe von Vinyl-Platten seit Jahren steigen. Dieser Trend hat nun auch die Landschaftsarchitektur erreicht. Im schweizerischen Lyss haben sich die Konzert- und Eventlocation Kulturfabrik (KUFA), die Gehri AG, die Gemeinde und das Tiefbauamt zusammengetan, um einen außergewöhnlichen Kreisverkehr zu verwirklichen. Statt ein paar müder Blumenkästen ziert nun ein riesiger Plattenspieler den Kreisel. Das Motiv schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe: Der Plattenspieler erweist sich aufgrund seiner Form als ideal für den Kreisverkehr und unterstreicht thematisch den Initiator und Konzertveranstalter KUFA. Von der Idee bis zur Umsetzung vergingen dann allerdings vier Jahre. Das Warten hat sich aber gelohnt, denn…

5 Min.
architektonisches pingpong

Steigt man die alte hölzerne Treppe ins zweite Obergeschoss des alten evangelischen Vereinshauses, gelangt man in einen alten Kirchenraum, der einer großen Dorfkirche sowohl in der Dimensionierung wie auch in den Details ähnelt. Dass wir nicht in einer Dorfkirche sind, wird anhand eines anderen Details – der kleinen Bartheke im Eingangsbereich – aber sofort deutlich. Stattdessen befinden wir uns in der Forchstraße in Zürich und nur zwei Haltestellen vom Opernhaus entfernt. Hier ist das Büro von Duplex Architekten. Architektonisches Pingpong Duplex Architekten – das sind Anne Kaestle und Dan Schürch, die gleich in der Tür erscheinen, um uns zwei Stockwerke tiefer und zwölf Jahre zurück zu führen. In ihrem Besprechungszimmer im Erdgeschoss erzählen sie von ihren Anfängen, als sie ihre Stellen als Projektleiter an den Nagel hängten, um fortan zu zweit an…

4 Min.
münsteraner superlativ

„Münster“, meint Christian Pohl, „ist ein sonniges Plätzchen für Architekten. Die Architektendichte ist nicht so hoch wie in Zürich oder München, die Bauherrschaft ist solvent und bürgerlich. Und die neuere Architektur ist durchgehend qualitätvoll, denken Sie nur an die Bauten von Bolles + Wilson, an die Diözesanbibliothek von Max Dudler oder die Münsterarkaden von Kleihues und Kleihues. Ganz abgesehen davon, dass man sich mit dem Rad hier überall bestens bewegen kann. Die ,Auswanderungswelle‘ nach Berlin – ehrlich – ist an mir vorübergeschwappt. Ich bin hier zufrieden.“ Ob der Zusammenhang zwischen zufriedenen Architekten und zufriedenstellender Architektur je wissenschaftlich untersucht wurde? Keine Ahnung. Sicher ist, dass die Bauten der beiden Münsteraner Architekten Christian Pohl, Jahrgang 1965, und Marc Hehn, Jahrgang 1973, weitaus mehr als zufriedenstellend sind: Sie sind ausgezeichnet. Zum Fritz-Höger-Preis 2011,…

5 Min.
künstlerglück

Im Hausflur des Wohnatelierhauses in Basel-Erlenmatt-Ost zeigt ein Bildhauer Präsenz. Unübersehbar stellt Pawel Ferus den Rumpf einer Löwenskulptur neben den Eingang seines Studios und fügt den Hinweis hinzu, dass das Werk wieder entfernt wird, falls dieses im Weg sei. Im Klartext: Die Skulptur dient nicht nur als origineller Türwächter, sondern testet aus, wie sich im Neubau das spannungsreiche Verhältnis „Ich, der Künstler“ und „Wir, die Hausgemeinschaft der Künstler“ austarieren lässt. Insgesamt stehen auf den vier Etagen des Gebäudes 17 Wohnateliers mit einer Fläche von 60 bis 150 Quadratmetern zur Verfügung. Bildhauerei, Installationskunst, Malerei, Fotografie verströmen kreative Vielfalt, und doch scheinen alle an einem Strang zu ziehen. Die Zukunft im Blick, verkörpert das Wohnatelierhaus machbare Lösungen, einerseits, um die Miete für das Wohnen in der Stadt zu reduzieren, andererseits, um mehr…

5 Min.
mehr grips, weniger baukosten

Architekten haben meist das Bedürfnis, dem Besucher zu erzählen, welche qualitativen Abstriche sie bei einem Projekt aus Kostengründen machen mussten. Oft genug lassen sie durchscheinen, dass sie für entsprechende Entscheidungen des Bauherrn beziehungsweise Auftraggebers wenig Verständnis aufbringen konnten. Wie nun, wenn der Zwist innerhalb eines Kopfes ausgetragen werden muss? Bei Architekt und Investor in Personalunion? Kann dann preisgünstiges Bauen ohne Qualitätseinbußen realisiert werden? Zwar ist es kein neues Phänomen, dass Architekten als Investoren auftreten, um auf diese Weise die nervenaufreibenden und (in der Bilanz des Architekten) kosten-treibenden Friktionen zwischen Architekt und Bauherrn zu vermeiden, doch oft genug dient das smarte Konstrukt mehr der Gewinnmaximierung als der Bauqualität. Orange Architekten sind in Berlin Friedrichshain angetreten, beides zu vereinen, schließlich ging es auch um den eigenen Bedarf. Orange Architekten, das sind Peter Tschada und…