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BaumeisterBaumeister

Baumeister 11/19

BAUMEISTER stellt die komplexe Arbeitswelt von Architekten dar und zeigt Architektur in ihrer ganzen Emotionalität und Faszination. Spannendste Architekturprojekte, herausragende Innenarchitektur und Designinnovationen sowie Interviews mit den wichtigsten Köpfen der Branche. In vor Ort recherchierten Reportagen und exklusiven Essays werden die zentralen Fragen der Architekturwelt thematisiert.

Land:
Germany
Sprache:
German
Verlag:
Georg D.W. Callwey GmbH & Co. KG
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12 Ausgaben

IN DIESER AUSGABE

2 Min.
editorial

Während ich dies schreibe, läuft in München die Immobilienmesse Expo Real. Just von der Messe kommend, kann ich vermelden: Zwar raunt der eine oder die andere von Krise, aber letztlich scheint der Bauboom noch anzuhalten. Das ist schön – für große Architekturbüros und Projektentwickler. Es ist zumindest zwiespältig für Mieter. Denn hohe Nachfrage heißt steigende Preise. Und Knappheit bei einem Immobilientyp, zum Beispiel Büros, heißt, dass die Bauaktivität in anderen Segmenten, etwa dem Wohnungsbau, nachlässt. Dass man auf der Branchenmesse die Berliner Pläne für mehr Regulierung und bundesweite Mietendeckel eher mit Grauen vernimmt, überrascht wenig. Interessant hingegen, dass sich auch der SPD-Politiker Burkhard Jung skeptisch äußerte. Als Oberbürgermeister Leipzigs und Präsident des Deutschen Städtetags weiß Jung, wovon er spricht. Und von Hyperregulierung spricht er eher uneuphorisch. Diese führe nicht dazu, dass…

1 Min.
ein bild

Die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) wirft dem Künstler Klaus Littmann und der Stadt Klagenfurt vieles vor: Fußballfeindlichkeit, die (vermeintliche) Verschwendung von Steuergeldern und unökologisches Verhalten. Und das alles für ein Kunstwerk, das sowieso keinen zu interessieren scheint – zur Eröffnung sind weniger als die Hälfte der erwarteten Gäste erschienen. Dennoch erregt die Installation von 299 Bäumen in Österreichs modernstem Fußballstadion international Aufmerksamkeit. Basierend auf einer Zeichnung von Max Peintner mit dem Namen „Die ungebrochene Anziehungskraft der Natur“, ließ Littmann im Klagenfurter Stadion einen temporären Wald pflanzen. Ein Mahnmal dafür, dass die Natur als Selbstverständlichkeit aufgefasst wird. Der Kunstintervention gingen viele Jahre Planung voraus, die terminliche Ausführung könnte jedoch kaum punktgenauer sein: Während der Amazonas brennt, kann auch der Kettensägen-Protest der FPÖ die Botschaft des Kunstwerks nicht schmälern.…

5 Min.
die kraft der erinnerung

„Jedes Haus hat vor dem Haus eine Bank. Auf der Bank bin ich gesessen, da ging bei uns am Haus eine Gasse vorbei. Mein Onkel, da wo ich gewohnt habe, war Fassbinder, das war die Bindergasse, darum hieß es das Binderhaus. Wenn ich auf der Bank gesessen bin, da gingen immer Leute vorbei, die ins Dorf gegangen sind. Und dann ist geratscht worden. Mit jedem, der vorbei gegangen ist, hat man geratscht: Setz dich her, ratsch ma a weng.“ „Mein Mann war ein sehr naturfreundlicher Mensch. Wir haben uns einen Schrebergarten gemietet, in der Holzkirchnerstraße. Den hatte ich 45 Jahre. Ich habe jede Blume gekannt, das war so schön.“ Architektur und Alter – das ist oft eine schwierige Kombination, gerade wenn es um eine der grundlegenden Funktionen des Wohnens geht: eine…

5 Min.
odyssee im klangraum

Die beiden Architekten François Wunschel und Pier Schneider erregen in Paris mit ihren futuristischen Installationen zunehmend Aufsehen. Sie entwerfen Architekturen, die beweglich und in Bewegung sind, zum Klang von Drumcomputern. Ihre „Gebäude“ spielen mit dem Vergänglichen, sprengen Grenzen und erweitern die Realität. „Wir arbeiten im Grenzbereich zwischen digitaler Kunst und physischer Architektur“, erklären Wunschel und Schneider. Auch in Paris findet die elektronische Musik mittlerweile Anerkennung durch das Bildungsbürgertum und wird nicht mehr nur als Nische fanatischer, unter Drogen stehender Partygänger betrachtet. Die Ausstellung „Electro“ etwa, die Anfang April in der Pariser Philharmonie gezeigt wurde, zählte auch viele „Normalbürger“ zu ihren Besuchern. Oft kamen sie mit der ganzen Familie. Dort waren zum Beispiel einige Räume den „Musikinstrumenten“ gewidmet, wo man per Kopfhörer eine Hommage an die Gruppen Kraftwerk und Daft Punk zu…

6 Min.
lohn der beharrung

Zur Geschichte des Hotels Silber in Stuttgart gehört auch die des langen, zähen Kampfes um die Erhaltung des Gebäudes, das in der NS-Zeit als eine von rund zwanzig Gestapo-Leitstellen im Reich diente. Sein Name verdankt sich nicht etwa einer zynischen Eingebung der Nazis, sondern geht zurück auf den Hotelier Heinrich Silber, der das Haus im Stadtzentrum Ende des 19. Jahrhunderts erwarb und zu einer Nobelherberge im Neo-Renaissancestil ausbaute. Nach dem Ersten Weltkrieg zog die Deutsche Reichspost ein, gefolgt vom Stuttgarter Polizeipräsidium und 1937 schließlich offiziell von der zuvor schon im Haus tätigen Geheimen Staatspolizei. Von hier aus wurde die Verfolgung politischer Gegner und Minderheiten im damaligen Württemberg und Hohenzollern organisiert, von hier aus auch die Deportation der Juden und die Ausbeutung von Zwangsarbeitern. Noch in den letzten Kriegstagen starben vier…

3 Min.
...thomas bauer-friedrich, anke dornbach & susanna köller

BAUMEISTER: Wieistdie Verbindung der Stadt Halle zum Bauhaus? DIE KURATOREN: Da gibt es verschiedene Verbindungen. Mit der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle befindet sich hier die noch höchst lebendige ältere Schwester des Bauhauses – 1915 gegründet. Nach der Auflösung des Bauhauses in Weimar kamen auch einige Bauhäusler an diese Schule, darunter etwa Marguerite Friedlaender und Gerhard Marcks. Der Bauhaus-Meister Lyonel Feininger hatte auf Einladung des Museumsdirektors Alois Schardt und der Stadt Halle von 1929 bis 1931 direkt bei uns hier in der Moritzburg sein Atelier und schuf in dieser Zeit seinen berühmten elfteiligen Zyklus der Halle-Ansichten. Damit hätten wir auch gleich eine der Verbindungen zu unserer aktuellen Ausstellung „Bauhaus Meister Moderne. Das Comeback“, die die drei wieder in unserer Sammlung befindlichen Halle-Gemälde mit vier Leihgaben wiedervereint. Darüber hinaus waren die Bauhaus-Meister Kandinsky, Klee und…