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Kunst & Architektur
Baumeister

Baumeister 02/20

BAUMEISTER stellt die komplexe Arbeitswelt von Architekten dar und zeigt Architektur in ihrer ganzen Emotionalität und Faszination. Spannendste Architekturprojekte, herausragende Innenarchitektur und Designinnovationen sowie Interviews mit den wichtigsten Köpfen der Branche. In vor Ort recherchierten Reportagen und exklusiven Essays werden die zentralen Fragen der Architekturwelt thematisiert.

Land:
Germany
Sprache:
German
Verlag:
Georg D.W. Callwey GmbH & Co. KG
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2 Min.
editorial

Der Modulbau hat in der Architektur eine lange Tradition. Schon in den 1920er-Jahren gefiel progressiven Baumeistern die Idee, in Kooperation mit „der Industrie“, wie das bis heute in einschlägigen Abhandlungen heißt, zu kostengünstigen und architektonisch innovativen Lösungen zu gelangen. Momentan scheinen derlei Ansätze eine Art zweiten Frühling zu erleben. Dies war Grund für uns, nach spannenden Projekten zu suchen, die auf industrielle Vorfertigung setzen. Im dänischen Fredericia hat das Büro Cobe eine Stromtankstelle fertiggestellt. Die Architekten entwickelten ein Modulsystem, das sich standortbezogen an unterschiedliche Anforderungen anpassen kann – und folglich exportfähig ist. Im Berliner Stadtteil Moabit haben Frohn & Rojas ein Wohnhaus entworfen, das sich sichtbar aus Betonfertigteilen zusammen setzt – und damit auch eine Art Ästhetik des Fertigbaus vorlegt. Falk Jaeger diskutiert Vor- und Nachteile. In Sachen Ästhetik des Fertigbaus hat…

1 Min.
ein bild

Sitzt man im Zug, kann man sie leicht übersehen: die Landwasserbrücke an der Schweizer Albula- und Berninastrecke. Kurz nach Thusis öffnet sich die beeindruckende Schinschlucht, und einige Minuten nach der Haltestation in Filisur überquert die Bahn das weltberühmte Landwasserviadukt. Die 136 Meter lange Steinbogenbrücke ist mittlerweile zum Wahrzeichen der Rhätischen Bahn geworden. In einem weiten Bogen überbrückt sie das tief eingeschnittene Landwassertal. Mit Naturstein gemauerte Pfeiler ragen elegant und majestätisch bis zu 65 Meter in den Himmel. Der Spatenstich zur eisenbahntechnischen Erschließung des Schweizer Kantons Graubünden über den Albula- und den Berninapass hatte im Jahr 1888 stattgefunden. Die 122 Kilometer lange Linie führt von Thusis über St. Moritz bis nach Tirano im Veltlin und gehört seit 2008 zum Unesco-Weltkulturerbe. Richtige Eisenbahnfans können in Bergün einen Zwischenstopp einlegen und das Bahnmuseum Albula besuchen.…

5 Min.
in kopenhagens dna

Architekturbüros beginnen in aller Regel mit kleineren Aufträgen und folgen, so sie erfolgreich sind, einem stetigen Wachstumspfad hinsichtlich der Größe der Aufträge wie der Zahl der Mitarbeiter. Das dänische Büro „Cobe“ zählt zu den Ausnahmen, jenen, die mit einem Schlag, mit einem großen Auftrag prominent werden. Jedenfalls beinahe. Dan Stubbergaard gründete Cobe im Jahr 2005 gemeinsam mit Vanessa Miriam Carlow; und nach den Anfangsbuchstaben der Heimatstädte beider Architekten, Kopenhagen und Berlin, wurde der Büroname gebildet – da denkt man unmittelbar an die in Dänemark nach wie vor populäre Künstlergruppe der Nachkriegszeit, Cobra, deren Name sich aus den drei Städtenamen in englischer Schreibweise, Copenhagen, Brussels und Amsterdam, herleitete. Stubbergaard hatte bereits während seiner Studienzeit an der Dänischen Kunstakademie bei MVRDV und nach dem Abschluss als Architekt zusammen mit Bjarke Ingels im…

5 Min.
idealistisch und pragmatisch

„Die Wohnungsnot“ – das Schlagwort bestimmt nicht nur unzählige Artikelüberschriften in der aktuellen Fach- und Tagespresse, sondern ist auch der Titel eines verschollenen Filmsketchs von Ernst Lubitsch aus dem Jahr 1920. Vor 100 Jahren waren die Missstände allerdings deutlich drastischer. Eine Antwort – jedenfalls in Berlin – lautete, überhaupt erst mal einen wirksamen kommunalen Wohnungsbau zu installieren. Und eine Form der Zwischennutzung war das „Trockenwohnen“, wohinter die menschenunwürdige Idee stand, bei Neubauten die Monate des Trocknens der Wände durch die Vermietung an besonders Bedürftige auszunutzen – gesundheitsschädigend für Letztere, gewinnbringend für die Eigentümer. Zwischennutzung heute Der Begriff Zwischennutzung ist heute weitaus positiver besetzt. Es geht dabei um die temporäre Nutzung von städtischen Brachflächen, häufig mit sozialem und/oder kulturellem Hintergrund. Dazu gehören auch Urban Beta aus Berlin. Die Gruppe war schon vor ihrem…

5 Min.
pfahlbau der moderne

Forschung und Entwicklung zum Baustoff Holz haben im deutschsprachigen Raum die Möglichkeiten in Präzision, Durchsatz und Qualität in den letzten drei Dekaden kontinuierlich auf eine neue (Vorfertigungs-)Ebene gehoben. Dabei wurde der Bauprozess, geschützt vor Wind und Wetter, zunehmend in die Werkhallen verlegt und damit exakt kalkulierbar. Im Holzbaubetrieb wandern die 3D-Daten aus der CAD/CAM-Planung direkt in die CNC- und Anlagentechnik; dort überführen automatisierte Abbund- und Bearbeitungsstraßen die Materialeigenschaften des vorelementierten Holzes in jede denkbare, architektonische Idee, inklusive geschweifter oder gekrümmter Freiformen. Auch die Dämmung kommt inzwischen automatisch dazu. Auf der Baustelle werden dann die millimetergenau vorproduzierten und „just in time“ angelieferten Stützen und Träger, Wand-, Decken- und Dachelemente in Kurzzeit zum Bauwerk gerichtet. Struktur ist Form ist Struktur Eine umfängliche Verbindung dieser Holzbauqualitäten hat bei der neuen Akademie der Deutschen Gesellschaft für…

6 Min.
standards fordern askese

Kosten minimieren im überteuerten Wohnungsbau? Ideen hatte Marc Frohn genug, aber um sie auszuprobieren, brauchte er ein passendes Grundstück. Nach jahrelanger systematischer Suche wurde der Partner von FAR frohn & rojas in Moabit fündig, und es gelang ihm sogar, das Grundstück zu erwerben: ein typisches Berliner Wohngebiet, entstanden um 1895, doch mit Fehlstellen, denn die Kreuzung Waldenser/Emdener Straße war im Krieg weggebombt worden. Eine der Ecken blieb seitdem unbebaut. Zwei Straßen und der Hof, drei freie Seiten also, erwiesen sich für Frohns Projekt als ideal, denn er wollte durch Vorfabrikation Kosten drücken. Die Logik von Industriehallen schwebte ihm vor, sechsmal übereinandergestapelt. Industriebau zum Wohnen Das System ist schnell erklärt: Fertigteilstützen und Unterzüge an den Längsseiten, vorgespannte π-Platten, die über die gesamte Tiefe des Hauses 13,5 Meter spannen, die Brandwand einerseits und ein…