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Kunst & Architektur
Baumeister

Baumeister 03/20

BAUMEISTER stellt die komplexe Arbeitswelt von Architekten dar und zeigt Architektur in ihrer ganzen Emotionalität und Faszination. Spannendste Architekturprojekte, herausragende Innenarchitektur und Designinnovationen sowie Interviews mit den wichtigsten Köpfen der Branche. In vor Ort recherchierten Reportagen und exklusiven Essays werden die zentralen Fragen der Architekturwelt thematisiert.

Land:
Germany
Sprache:
German
Verlag:
Georg D.W. Callwey GmbH & Co. KG
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2 Min.
editorial

Beim Thema „junge Menschen und was sie so bewegt“ denkt man als Medienschaffender heute quasi automatisch an „Fridays for Future“, jene tatsächlich beeindruckende Ökomoral-Bewegung, deren Markennamen sich Initiatorin Greta Thunberg gerade hat schützen lassen. Die deutsche FfF-Abteilung war, vielleicht haben Sie es mitbekommen, kürzlich bei Siemens in München demonstrierend vorstellig geworden. Der Siemens-Chef bot der Wortführerin Luisa Neubauer einen Posten im Aufsichtsrat einer Tochterfirma an, was diese hohnlachend ablehnte. Das Ganze wurde interpretiert als PR-Desaster für Siemens. Ich habe nie ganz verstanden, warum. Ein Aufsichtsrat ist dazu da, Manager zu beaufsichtigen. Als jemand, der bessere Unternehmen will, hätte Neubauer diese Chance doch eigentlich ergreifen sollen. Und in der Bewegung hätte die Absage zumindest zu Diskussionen führen sollen. Nun ja, sie wollte nicht. Wenn wir von jungen Architekten reden, so liegen…

1 Min.
ein bild

Das Bild wirkt. In dem Maße, in dem die an Pilze erinnernden Stützen aus dem Boden wachsen, wächst die Bewunderung für das, was hier entsteht. Ein Bauwerk mit Kraft und Eleganz, aber keine Kathedrale des 19. Jahrhunderts, keine heiter-leichte Aufbruchsstimmung wie in der Nachkriegszeit. Besucher von Baustellenführungen zeigen sich beeindruckt. Aber ob die einzigartigen Tragwerke, für die türkische Spezialisten den Bewehrungsstahl verflechten, auf Dauer überspielen, was Zweifel sät? Im Februar 2020 wird zum 500. Mal am Montag demonstriert. Der inzwischen leergeräumte Bahnhofsbau von Bonatz wird auf Kommerz getrimmt, in Obertürkheim steht Wasser in einem der vielen Tunnels, die das neue System erfordert, der Bau ist dort seit 2018 unterbrochen, die Genehmigungen für den Weiterbau fehlen bislang. Gestritten wird über die Gäubahn, über Ersatzflächen für Mauereidechsen. Ende 2025 soll der Bahnhof fertig…

5 Min.
blick in die province

Überrascht scheint er nicht zu sein. Im Gegenteil: Julien Perraud hat meine erste Frage erwartet. Immerhin spricht er gerade mit einem Autor, der für ein deutsches Architekturmagazin schreibt. Und tatsächlich ist meine Frage naheliegend: Warum nennt sich ein französisches Architekturbüro „Raum“? Die Antwort, die der französische Architekt und Mitbegründer eben jenes Büros gibt, ist weniger vorhersehbar: Das deutsche Wort hätte zunächst eine viel größere Vielfalt an Deutungsmöglichkeiten als das französische Wort „espace“, da es auch Platz, Zimmer oder Gebiet bedeuten kann. Es verweise aufgrund seiner etymologischen Bedeutung auf ein bestimmtes philosophisches Konzept: das „Nicht-Angefüllte“ oder die „aus der Materie gehauene Leere“. Neben dieser sehr konzeptuellen Lesart gibt es aber auch einen zweiten Grund für den Büronamen: Wie andere junge europäische Büros (B3/2019) startete Raum zunächst als Kollektivs, weshalb es der…

6 Min.
schnitt stellen schaffen

Andreas Putz ist Experte für die Analyse und den Umgang mit der Ressource Bestand. Vor zwei Jahren wurde der heute 38-Jährige an die TU München berufen und hat dort die neu eingerichtete Professur für Neuere Baudenkmalpflege übernommen. Putz, an der ETH Zürich ausgebildeter Architekt, strebt die Weiterentwicklung der theoretischen Grundlagen und praktischen Ansätze baudenkmalpflegerischen Umgangs mit dem jüngeren Bauerbe an. Im Fokus seiner Forschung stehen die Bausubstanz und gebäudetechnische Ausstattung der Bauwerke sowie die Prozesse des Planens, Bauens und Erhaltens. Vor seiner wissenschaftlichen Karriere sammelte er praktische Erfahrungen mit der Instandsetzung der Architektur des 20. Jahrhunderts, unter anderem als verantwortlicher Projektleiter beim Umbau des ehemaligen Kaufhauses Schocken in Chemnitz – das letzte erhaltene Warenhaus, das Erich Mendelsohn (1887–1953) für die Kaufhauskette geplant hat. Mit den Themen Erfassung, Diskurs und Erhaltung hat…

1 Min.
monumento

Vom 5. bis 7. März finden während der „Monumento“ Salzburg wieder die Europäischen Bauforschertage statt, in deren Rahmen aktuelle Themen der Bauforschung im europäischen Kontext und im Sinne einer länderübergreifenden Zusammenarbeit diskutiert werden. Die zeitgenössische historische Bauforschung versteht das Bauwerk selbst als primäre Quelle seiner Geschichte. Durch die präzise Beobachtung und Analyse historischer Architektur mittels Bauaufnahme und Baubeschreibung trägt sie wesentlich zur Beantwortung von Fragen nach den komplexen Rahmenbedingungen der Entstehung von Architektur bei. „Bei den Zweiten Europäischen Bauforschertagen steht diesmal Vermittlung der Architektur der Nachkriegsmoderne im Fokus,“ erklärt der ehemalige Salzburger Landeskonservator Ronald Gobiet, der als Messeberater fungiert. „Bewusstseinsmachung von Qualität, Wert und Bedeutung ist das Gebot der Stunde.“ Die teils dramatischen Veränderungen der historischen europäischen Stadträume aus Zerstörung und Wiederaufbau nach 1945 und die sich daraus ergebenden gesellschaftlichen Herausforderungen…

5 Min.
zeitlose verjüngung

Ein Schulgebäude macht Schlagzeilen. Das heißt in Italien meistens eines: dass ein Unfall passiert ist. Veraltet, unsicher, marode – die meisten öffentlichen Schulbauten haben seit der Finanzkrise 2007 einen hohen Preis für die Haushaltkürzungen bezahlt, denn neben dem Kulturbereich hält das Bildungssystem den traurigen Rekord der öffentlichen Budgetkürzungen. Auch wenn die meisten Unfälle bislang nur leichte Verletzungen mit sich brachten, ist der bedauerliche Zustand der italienischen Kindergärten, Schulen und Gymnasien in den letzten Jahren zu einer nationalen Angelegenheit geworden – und einer der Gründe für „Torino fa scuola“, ein 2015 in Turin initiiertes Pilotprojekt zur Erneuerung und Renovierung öffentlicher Schulgebäude. Zusammenarbeit mit Stiftungen Finanziert wurde das Projekt von der Agnelli-Stiftung und der Compagnia di San Paolo, zwei gemeinnützige Forschungsinstitute aus Turin, die zu diesem Zweck eng mit der Stadt zusammenarbeiteten. Insbesondere erstere,…