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Brigitte WIRBrigitte WIR

Brigitte WIR

05/2019

"BRIGITTE WIR wendet sich an weltoffene und lebenskluge Frauen über 60, die jünger, fitter und unternehmungslustiger sind als jede Generation vor ihnen. Sie sind ganz viele, sie werden immer mehr – und sie wollen weder sich noch ihr Alter verstecken. Ihr Lebensgefühl: eher heiter. Die BRIGITTE WIR-Leserinnen können über vieles lachen, auch über sich selbst. BRIGITTE WIR ist ein neues Magazin, das die Wünsche, die Trauer und die Träume dieser Generation spiegelt. Es erzählt berührende Geschichten über den Verlust von Schönheit und Gesundheit, über den Wert von Freundschaft und spricht mit spannenden Künstlerinnen. Jede Ausgabe bietet neben Gesundheits-, Psycho- und Kulturthemen einen ausführlichen monothematischen Service-Teil, etwa zu den Themen Wohnen, Geld oder Medizin."

Land:
Germany
Sprache:
German
Verlag:
DPV Deutscher Pressevertrieb
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6 Ausgaben

IN DIESER AUSGABE

access_time3 Min.
editorial

Liebe Leserin, MAN MUSS NICHT ALLES GLAUBEN, WAS DER KOPF DENKT. Wenn er uns einredet, dass wir Trödelliesen sind, weil der Enkelschal, der vor zehn Monaten fertig sein sollte, immer noch nicht gestrickt ist. Wenn er uns ein schlechtes Gewissen macht, weil die Patientenverfügung weiter unausgefüllt bleibt. Auch wenn er unsere Entscheidungskompetenz bemängelt, weil wir die Traumreise nach New York Jahr für Jahr vertagen, sollten wir dagegenhalten: Moment mal, alles braucht seine Zeit! Das Aufschieben, schreibt Vera Sandberg in ihrer sehr persönlichen Titelgeschichte „Wir haben es in der Hand“ (S. 28), kann gute Gründe haben – nur sind sie uns nicht bewusst. Vorhaben, lästige wie leidenschaftliche, brauchen jedoch emotionale Klarheit. Das Gleiche gilt für die Zeit nach dem Renteneintritt: Wo finde ich jetzt Wertschätzung? Wie ein neues Lebensgerüst? Welche Sinnquellen kann ich…

access_time2 Min.
mein silberfisch

Wenn meine Freundin, der Silberfisch, und ich gemeinsam irgendwo hingehen, ins Café oder Restaurant, werden wir meist sehr freudig begrüßt mit den Worten: Sind Sie Mutter und Tochter? Manchmal machen wir uns mit „Ja“ einen Spaß daraus. Meist aber sagt meine Freundin einfach nur: Nein. Ohne Erklärung. Ohne Nachsatz. Drei Sekunden Stille oder ein verdutztes Gesicht sind die gängigen Reaktionen, bevor sie, milde, wie sie ist, dann doch ein „Wir sind Freunde“ hinterher-schiebt, damit das Leben des Fragenden schnell wieder in die vorgeformten Fugen rutschen kann. Wie sich dann aber meist auch am Gesicht des Gegenübers ablesen lässt, tut es das nicht. Jedenfalls nicht so richtig. Beim Einrasten ruckelt es gewaltig. Irgendwie scheint mit dieser Antwort niemand so richtig zufrieden zu sein. Und ich frage mich, woran das liegt. Manchmal kommt es…

access_time10 Min.
auf grosser fahrt

Oberflächlich betrachtet beginnt unsere Fahrt an einem Herbsttag in Montreal, Kanada, wo wir das Kreuzfahrtschiff „AIDAdiva“ besteigen, das uns bis nach New York bringen soll. Es ist die größte Reise, die wir je zusammen gemacht haben – meine Mutter Elke, 77, ich, 46, und meine beiden Töchter Lucie und Lilo, 13 und 10. Was, wenn eine Kreuzfahrt für uns dieses Mal die ideale Reiseform wäre? Komfortabel für Oma, aufregend für die Kinder und nicht zuletzt stressfrei für mich In Wirklichkeit fängt sie aber viele Monate vorher an einem späten Märzabend in der Notaufnahme eines Hamburger Krankenhauses an. Meine Mutter war zu Besuch in Hamburg und mit den Kindern nachmittags beim Minigolf gewesen. Da war sie gestürzt und hatte sich die Schulter gebrochen. Stundenlang saß ich mit ihr in der Notaufnahme, wo wegen…

access_time2 Min.
schönes an land

MONTREAL Mont Royal Mitten in der City liegt der bewaldete Berg, von zwei Terrassen hat man einen Megablick über die Skyline der Stadt, besonders in der Abenddämmerung. UNSER TIPP: Der Klassiker Schwartz’s Deli verkauft seit 1928 warmes, geräuchertes Rindfleisch am Boulevard Saint Laurent Nummer 3895 mitten in Montreal, auch zum Mitnehmen. Mittags sehr lange Schlangen – lieber nachmittags kommen! QUEBEC Canyon Sainte-Anne Eine halbe Autostunde von Quebec (Mietwagen, Taxi oder Überlandbus). Hängebrücken überm wilden Wasserfall (Achtung bei Höhenangst!), sehr gute Wege, tolle Ausblicke. Eintritt in den Park 9,50 Euro für Erwachsene (Mai bis Oktober). ➵ www.canyonsa.qc.ca HALIFAX Ausflug nach Lunenburg Holzhäuser in allen Farben, nette Läden und Cafés, UNESCO-Weltkulturerbe. Eine Autostunde (Mietwagen!) von Halifax. UNSER TIPP: Das Restaurant The South Shore Fish Shack – fangfrischer Hummer und Fish and Chips mit Selbstbedienung auf kleiner Terrasse mit Meerblick. Nur…

access_time11 Min.
jazz war ihre freiheit

Der Ratskeller in Berlin-Köpenick ist ein Restaurant und Jazzkeller. Das Treffen hier ein Heimspiel für Uschi Brüning, 72. In diesem Keller hat sie schon oft gesungen, die „Ella des Ostens“. „Das schreiben Sie nicht. Das ist anmaßend“, sagt sie. Vergleiche mit der legendären Fitzgerald sind der Ikone der ostdeutschen Jazzszene peinlich. Der Handschlag ist trotzdem herzlich. Gerade hat Uschi Brüning ihre Autobiografie herausgebracht, die eloquent und bewegend von ihrem Leben und Singen in der DDR erzählt: „So wie ich“. Das ist auch der Titel eines ihrer Lieder, die deutsche Fassung von „Close to You“, dem berühmten Popsong der Carpenters. Normalerweise würde sie so einen Text gar nicht singen, sagt sie, weil er ihr zu banal sei: „Wo du gehst, fällt kein Regen mehr …“, zitiert sie ironisch. Aber durch die…

access_time3 Min.
bunte schweine

Die zarten, kraus-wollartigen Borsten vom Füttern der Mangalica-Schweine spüre ich noch an meinen Fingerkuppen. Die Turopolje-Schweine habe ich beim Planschen beobachtet, sie sind exzellente Taucher und fressen auch Wasserpflanzen. Die Bunten Bentheimer punkten mit braunen und schwarzen Flecken und erinnern an Dalmatiner. Spektakulär sehen auch die Rotbunten Husumer Schweine aus. Sie imitieren die dänische Flagge: rot mit einem breiten weißen Streifen. Ich bin das, was man eine Schweineretterin nennen kann. Nur noch rund 300 Turopolje-Schweine gibt es weltweit, 16 betreue ich als Schweinepflegerin in der Arche Warder, Europas größtem Zentrum für vom Aussterben bedrohte Nutztierrassen. Meine Kolleginnen und ich halten und züchten Rassen, die es kaum noch gibt. Nach „meinem“ Turopolje-Eber etwa musste ich lange suchen, nun warte ich auf Nachwuchs, und das tut Not: 70 Prozent der heimischen Nutztierrassen stehen…

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