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Business & Finanz
Capital

Capital

06/2020

"CAPITAL erzählt Wirtschaft aus überraschenden, ungeahnten Perspektiven und versteht Wirtschaft nicht als nationale Angelegenheit, sondern immer als ein globales System. CAPITAL sieht und erklärt das große Ganze und setzt dabei auf ein ästhetisch anspruchsvolles und elegantes Design mit opulenten, kraftvollen Bildern. CAPITAL bestimmt seit über 50 Jahren den Wirtschaftsjournalismus in Deutschland und hat sich mit dem Relaunch im Mai 2013 zum Ziel gesetzt, Wirtschaft anders zu erzählen. Wirtschaft ist vielschichtiger, komplexer geworden und ist mit allen gesellschaftlichen Bereichen verwoben. Es bedarf einer ganzheitlichen, globalen Perspektive auf Wirtschaft. „Wirtschaft ist Gesellschaft“ heißt das Credo von CAPITAL und ist gleichzeitig ein Versprechen an die Leser. CAPITAL berichtet nicht nur über Wirtschaft, sondern durchdringt Wirtschaft."

Land:
Germany
Sprache:
German
Verlag:
DPV Deutscher Pressevertrieb
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3 Min.
editorial

Ein Mensch, der Anfang des Jahres ins Koma gefallen wäre und nun erwacht, würde die Welt kaum mehr verstehen. Überall sieht er Menschen mit Masken, Hinweisschilder an Geschäften mit roten Pfeilen auf dem Boden. Er würde staunen, dass Schulen geschlossen sind und niemand mehr fliegt und eifrig diskutiert wird, ob wir im Sommer in den Urlaub fahren. Er würde Begriffe hören, die er versteht, aber nicht erschließen kann: Herdenimmunität, Durchseuchung, Abstandsgebot, Selbstisolation, Kontaktsperre. „Wieso darf ich mich keinem mehr als 1,5 Meter nähern?“, würde er fragen, „und warum sagen alle dauernd: ,Testen, testen, testen‘? Was denn testen? Was ist eine Infektionskette?“ Stück für Stück würde er begreifen, was passiert ist, und sehen, dass die Welt, in der er ins Koma fiel, nicht mehr ist – eine Welt von gestern ist. Für uns…

3 Min.
betr. capital

ZUM GESPRÄCH MIT TAO TAO, DEM GRÜNDER DES DEUTSCHEN START-UPS GETYOURGUIDE, IM PODCAST „DIE STUNDE NULL“ ÜBER DIE FOLGEN DER KRISE FÜR DIE TOURISMUSBRANCHE Vieles war vor der Krise einfach selbstverständlich, und jetzt merke ich erst, wie sehr mir diese Freiheit fehlt – deshalb werde ich danach umso mehr davon haben wollen, und andere werden es auch so sehen. ARTUR KÖNIG, via LinkedIn Es werden weniger Menschen reisen. Sie werden weniger Angebote in der Infrastruktur der Reiseangebote finden. Sie werden in relativ sicherer Nähe zu ihrer Wohnung bleiben. Corona und der Klimawandel verändern den Markt. Zudem sind politische Verwerfungen zu erwarten, die keine Erholung zulassen. FREDY SCHARKOWSKI, via LinkedIn Alle Folgen unseres Podcasts „Die Stunde Null – Deutschlands Weg aus der Krise“ hören Sie auf allen gängigen Streamingplattformen wie Audio Now, Spotify oder Apple Podcasts. ZUM…

1 Min.
usa machen druck

Eine eher kleine Entscheidung des Bundeskartellamts sorgt für Ärger in Washington: Die US-Regierung dringt darauf, die geplante Übernahme der Dieselloksparte des deutschen Vossloh-Konzerns, die gerade mal 100 Mio. Euro umsetzt, durch den chinesischen Staatskonzern CRRC zu verhindern. Ende April segneten die deutschen Wettbewerbswächter den Deal ab. CRRC ist der weltgrößte Hersteller von Zügen, Gleissystemen und Eisenbahntechnik. Für die Amerikaner geht es jedoch um Grundsätzliches: Sie halten CRRC für einen „zweiten Fall Huawei“, wie in Berlin aus diplomatischen Kreisen verlautet, ein „klares Sicherheitsrisiko“. Offiziell äußert sich die US- Botschaft dazu nicht. Im Kongress haben sich Republikaner und Demokraten in seltener Eintracht auf CRRC eingeschossen, seit der Konzern große Aufträge für U-Bahnzüge in Los Angeles, Chicago und Boston ergattern konnte. Repräsentantenhaus und Senat einigten sich darauf, dass keine Bundesmittel mehr an die Chinesen fließen…

1 Min.
it-industrie verärgert

In der deutschen IT-Industrie regt sich Unmut über die Vergabepraxis von Behörden während der Corona-Epidemie. Weil Verwaltungen in der Krisensituation vermehrt auf beschleunigte Beschaffungsverfahren ohne Ausschreibung setzen, kämen bevorzugt große US-amerikanische Anbieter zum Zug, kritisiert der Verband Open Source Business Alliance. „Oft wird der einfachste Weg gegangen“, sagt Vorstand Holger Dyroff. „Damit werden aber die bereits bestehenden Abhängigkeiten weiter verstärkt.“ Beanstandet wird in der Branche etwa der Fall des Auswärtigen Amtes, das sich für eine Cloud-Speicherlösung von Microsoft entschieden habe und gegen das Produkt einer deutschen Firma. Aus dem Ministerium heißt es, der Bezug von Microsoft-Produkten sei über einen Rahmenvertrag des Bundes „vergaberechtskonform“. Industrievertreter kritisieren, die Regierung würde damit das von ihr selbst ausgegebene Ziel der digitalen Souveränität untergraben. Unter diesem Stichwort treibt Wirtschaftsminister Peter Altmai-er seit dem vergangenen Jahr etwa den…

2 Min.
deutschland digital

KERZE 4.0 20 000 Tonnen Paraffin verarbeitet Jaspers pro Jahr – mit digitaler Kontrolle DIE LAGE Werden Kerzen hergestellt, kommt es auf Feinabstimmung an – und vor allem auf die Temperatur des Rohstoffs. Ist das Paraffin für das jeweilige Modell zu warm oder zu kalt, kommt es zu Farbfehlern oder anderen Produktmängeln – und die Charge ist verloren. Bisher musste die Temperatur daher regelmäßig vor Ort an der Maschine kontrolliert werden. Das ist aufwendig und führt schnell zu Fehlern. DAS KONZEPT In der Kerzenfabrik Karl Jaspers, einem hundertjährigen Familienunternehmen, wird die Temperatur nun digital überwacht. Zentral ist dabei ein System des Sensorherstellers Autosen, das sogenannte io-key. Es verhindert, dass die optimale Temperatur überschritten wird, und lässt sich aus der Ferne bedienen. Das System ist mit vielen Arten von Sensoren kompatibel und kann etwa auch an…

2 Min.
western von gestern

Man hätte ahnen können, dass bei Infomatec etwas faul war. Als die Gründer Gerhard Harlos und Alexander Häfele ihr Augsburger Unternehmen im Sommer 1998 an die Börse brachten, war es kaum mehr als eine zusammengewürfelte Kombination von Softwarefirmen. Ein Hauptprodukt waren Geräte, die das junge Internet auf handelsübliche Fernseher übertragen sollten. Gerade mal 100 Mitarbeiter, einstelliger Millionenumsatz – und vage Versprechungen. Es war egal in jenen netzseligen Zeiten des Neuen Markts, in denen „Bild“ titelte: „Was muss ich kaufen, um Millionär zu werden?“ Mit Infomatec wäre das kurzzeitig sogar möglich gewesen: Der Börsengang war mit 560 Prozent Plus der erfolgreichste des Jahres. Die Minifirma war Milliarden wert, versprach, bald auf Augenhöhe mit SAP an der Weltspitze zu stehen, Analysten überboten sich mit Kurszielen. Doch der Glanz war trügerisch. Bei der Hauptversammlung 1999…