Capital 12/2020

"CAPITAL erzählt Wirtschaft aus überraschenden, ungeahnten Perspektiven und versteht Wirtschaft nicht als nationale Angelegenheit, sondern immer als ein globales System. CAPITAL sieht und erklärt das große Ganze und setzt dabei auf ein ästhetisch anspruchsvolles und elegantes Design mit opulenten, kraftvollen Bildern. CAPITAL bestimmt seit über 50 Jahren den Wirtschaftsjournalismus in Deutschland und hat sich mit dem Relaunch im Mai 2013 zum Ziel gesetzt, Wirtschaft anders zu erzählen. Wirtschaft ist vielschichtiger, komplexer geworden und ist mit allen gesellschaftlichen Bereichen verwoben. Es bedarf einer ganzheitlichen, globalen Perspektive auf Wirtschaft. „Wirtschaft ist Gesellschaft“ heißt das Credo von CAPITAL und ist gleichzeitig ein Versprechen an die Leser. CAPITAL berichtet nicht nur über Wirtschaft, sondern durchdringt Wirtschaft."

Land:
Germany
Sprache:
German
Verlag:
DPV Deutscher Pressevertrieb
Erscheinungsweise:
Monthly
7,99 €(Inkl. MwSt.)
79,99 €(Inkl. MwSt.)
12 Ausgaben

in dieser ausgabe

2 Min
editorial

Irgendwann an einem der dunklen Tage dieses Jahres gab es einen lustigen Tweet über das Virus. Dieses werde eines Tages verschwinden, hatte Donald Trump immer wieder gesagt. „Komisch, das Virus hat das Gleiche über Trump gesagt“, lautete der Tweet. Nun wollen wir nicht ein Virus mit einem Präsidenten in einen Topf werfen, das wäre geschmacklos – wenn nicht die Geschichte und an einem Montag die Wall Street genau das getan hätten. Das Schicksal des US-Präsidenten hatte sich seit März in immer neuen, teils bizarren Episoden und Eskapaden mit der Ausbreitung des Virus verwoben und verschlungen – und längst hatte man das Gefühl, die Welt würde aufatmen, wenn sowohl der eine als auch das andere weg seien. Innerhalb weniger Tage in diesem November ist genau das passiert, zumindest perspektivisch: Donald Trump wurde abgewählt und…

capitalde2012_article_005_01_01
5 Min
betr. capital

ZUR CAPITAL-SONDERAUSGABE „DIE GRÜNE REVOLUTION“ Vielen Dank für Ihr Sonderheft, es stimmt überraschend optimistisch. Eine kleine Bemerkung jedoch: Etwas schräg im Kontext des Heftes wirkt die Beschreibung der Entfernungen in Dresden: „In 20 Minuten erreicht man hier fast jeden Ort.“ Nach etwas Stutzen wird klar: Hier schreibt ganz selbstverständlich ein Autofahrer für Autofahrer. GERD FRIEDRICH, via E-Mail ZUR BERICHTERSTATTUNG ÜBER DIE CORONA-PANDEMIE Ich störe mich an dem – auch in Capital – allgemein üblich gewordenen Begriff „Lockdown“. Das heißt doch so viel wie „weggesperrt“, also „Knast“. Allenfalls hatten wir im Frühjahr einen Lockdown, und auch den nur light, im Vergleich zu Frankreich oder Italien. Für die jetzigen Maßnahmen schlage ich den Begriff „selektiver Shutdown“ vor. Die wirtschaftliche Tätigkeit wird de facto nur punktuell eingeschränkt. Lediglich die besonders infektionsgefährdeten Privatbereiche sind etwas betroffen, hier wären…

capitalde2012_article_012_01_06
2 Min
grillo-clan kämpft

Der ehemalige BDI-Chef Ulrich Grillo (61) und die weitverzweigte Eigentümerfamilie kämpfen um die Sanierung der 178 Jahre alten Grillo-Werke. Nach Informationen von Capital haben die Gesellschafter des Zink-Unternehmens auf Druck der Banken einer Kapitalerhöhung im kommenden Jahr zugestimmt. Damit steht auch einem neuen Rahmenkredit nichts mehr im Weg, den ein Konsortium aus sechs Banken noch im November freigeben soll. Die Grillo-Werke waren im vergangenen Jahr in eine prekäre Lage geraten, wie aus dem erst jetzt veröffentlichten Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2018/19 hervorgeht. Das Duisburger Unternehmen macht mit Zink und anderen Metallen 690 Mio. Euro Umsatz und zählt 1 500 Mitarbeiter. Nach heftigen Umsatzeinbrüchen verbuchte der Mittelständler 2019 jedoch einen operativen Mittelabfluss von 37 Mio. Euro und geriet laut Geschäftsbericht in eine „angespannte Liquiditätssituation“, als einige Banken ihre Kreditlinien kürzten. Die Eigenkapitalquote…

capitalde2012_article_016_01_01
1 Min
„die krankenhäuser sind auf die zweite welle besser vorbereitet“

Im Gegensatz zum Frühjahr wissen die rund 1 300 Akutkliniken in Deutschland diesmal, was auf sie zukommen könnte. Laut Krankenhausgesellschaft DKG ist genügend Schutzkleidung vorhanden. Auch die Zahl der Intensivbetten hat sich erhöht, seit Ende März um mehr als 500 auf rund 28600. Der Verband der Intensivmediziner meldete in der ersten Novemberwoche, dass etwa 21 500 belegt sind, davon knapp 3 000 mit Corona-Patienten. Etwa 7 000 Betten sind also frei. Entwickelt sich die Zahl der Beatmungspatienten weiter rasant, könnte es Mitte Dezember eng werden. Was die Kliniken dann brauchen, ist gut geschultes Personal. Sie können es von anderen Stationen abziehen, wenn die Länder einen Notfall ausrufen. Besser vorbereitet sind die Krankenhäuser also tatsächlich. Ob das reicht, hängt aber immer noch von der Zahl der Intensivpatienten ab.…

2 Min
mehr start-up-pleiten erwartet

In der deutschen Start-up-Szene geht die Furcht vor einer Insolvenzwelle infolge der zweiten Corona-Welle um. Er gehe davon aus, „dass es traurigerweise eine Menge Pleiten geben wird“, sagte AWD-Gründer und Startup-Investor Carsten Maschmeyer Capital. Gefährdet seien „Start-ups mit Geschäftsmodellen, denen es schon vor Corona nicht gut ging und die nicht coronafest sind“ – insbesondere aus den Branchen Reise, Mobilität und Events. Auch der Venturecapital-Experte Sven Schmidt prognostiziert: „Der Herbst der Insolvenzen wird jetzt kommen.“ Bislang war die deutsche Gründerszene einigermaßen unbeschadet durch das Corona-Jahr 2020 gekommen. Eine zunächst befürchtete Welle an Geschäftsaufgaben war bis auf wenige Ausnahmen ausgeblieben – auch dank gelockerter Insolvenzpflichten. Nach Zahlen des Analysedienstes Startupdetector, die Capital vorliegen, erholte sich zudem die Zahl der Neugründungen schnell. Sie lag im Oktober bei 246, zehn Prozent höher als im Vorjahreszeitraum.…

capitalde2012_article_018_01_01
1 Min
gute ideen und die köpfe dahinter

DAS PROBLEM Bis zu 30 Prozent der Ernteerträge gehen weltweit verloren, weil Pflanzen krank oder von Schädlingen befallen werden. Bis ein Bauer die Ursache ausgemacht und das richtige Gegenmittel eingesetzt hat, ist es häufig zu spät. DIE LÖSUNG Gemeinsam mit ihren sechs Mitgründern hat die Geografin eine App entwickelt, die anhand von Fotos mittels künstlicher Intelligenz erkennt, woran eine Pflanze leidet. Für die 30 wichtigsten Nutzpflanzen funktioniert das bereits. Fünf Jahre nach der Gründung nutzen eine Million Menschen die App, vor allem in Indien. DER MARKT Das Start-up beschäftigt 100 Mitarbeiter und wurde von Investoren mit 12 Mio. Euro finanziert. Geld verdient es mit der Lizenzierung seiner Technologie, außerdem nutzen mehr als 10 000 kleine Agrohändler die Plattform, um mit Bauern ins Geschäft zu kommen. Den Händlern hilft Plantix beim Großeinkauf von Pflanzenschutzmitteln – und…

capitalde2012_article_018_02_01