Capital 03/2021

"CAPITAL erzählt Wirtschaft aus überraschenden, ungeahnten Perspektiven und versteht Wirtschaft nicht als nationale Angelegenheit, sondern immer als ein globales System. CAPITAL sieht und erklärt das große Ganze und setzt dabei auf ein ästhetisch anspruchsvolles und elegantes Design mit opulenten, kraftvollen Bildern. CAPITAL bestimmt seit über 50 Jahren den Wirtschaftsjournalismus in Deutschland und hat sich mit dem Relaunch im Mai 2013 zum Ziel gesetzt, Wirtschaft anders zu erzählen. Wirtschaft ist vielschichtiger, komplexer geworden und ist mit allen gesellschaftlichen Bereichen verwoben. Es bedarf einer ganzheitlichen, globalen Perspektive auf Wirtschaft. „Wirtschaft ist Gesellschaft“ heißt das Credo von CAPITAL und ist gleichzeitig ein Versprechen an die Leser. CAPITAL berichtet nicht nur über Wirtschaft, sondern durchdringt Wirtschaft."

Land:
Germany
Sprache:
German
Verlag:
DPV Deutscher Pressevertrieb
Erscheinungsweise:
Monthly
7,99 €(Inkl. MwSt.)
79,99 €(Inkl. MwSt.)
12 Ausgaben

in dieser ausgabe

3 Min
editorial

Als das neue Jahr begann, wurde unsere Hoffnung eine trübe, zähe, ja enttäuschende Angelegenheit. „Wo bleibt der Impfstoff?“, war die eine große Frage, und wir hatten im Wortschatz unserer Pandemiebegriffe nach Kontaktsperren, Selbstquarantäne und Risikobegegnungen ein neues Wort: Impfungeduld. Es begann also ein Jahr mit einem doppelten Dämpfer, der Lockdown wurde lang und länger, und der Impfstoff – nun, er hatte eine Erlösungserwartung geschürt, die bald in den wachsweichen Klauseln mancher Lieferverträge zerrieben wurde. Was bleibt: 2021 wird leider ein Jahr der Pandemie, aber nicht das eines unklaren Kampfes, sondern das der Bewältigung. Es dauert halt. Es gibt allerdings eine Welt, die das alles seit Jahresanfang nicht zu interessieren und zu jucken scheint: die Kapitalmärkte. Egal ob der Lockdown gerade verlängert wurde oder noch eine neue Mutante sich ausbreitete – Aktienindizes, ob…

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5 Min
betr. capital

ZUM ERSTEN TEIL DER NEUEN HISTORY-SERIE PIONIERINNEN DER WIRTSCHAFT: „MADAME CHAMPAGNER“ (01/2021) Nicht nur die Russen tranken gern „Veuve Clicquot“. Siehe den beigefügten Ausschnitt aus „Die fromme Helene“ von Wilhelm Busch (veröffentlicht 1872): „Wie lieb und luftig perlt die Blase / Der Witwe Klicko in dem Glase. / Gelobt seist du viel tausendmal!“ HARTWICH WITTENFELD, per Mail ZUR ANALYSE DES NEUEN EUINVESTITIONSABKOMMENS MIT CHINA „SCHNELL NOCH BRÜCKEN BAUEN“ (02/2021) Meinen Dank an Herrn Ziesemer für diesen Weckruf. Man kann nicht oft genug auf die Aggressivität der chinesischen Führung in der Durchsetzung ihrer Interessen sowie der Unterdrückung von Minderheiten, auch des eigenen Volkes, hinweisen. BERNHARD FELDER, Düsseldorf ZUR STUDIE DER KLIMABEWUSSTEN UNTERNEHMEN DEUTSCHLANDS (02/2021) Betrifft Lanxess und Uniper: Es ist ja toll, wenn ein Unternehmen eine Chromchemikalien-Fabrik mit 200 000 Tonnen CO₂ und das andere Unternehmen Kohlekraftwerke verkauft.…

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2 Min
warnung vor dem staat

Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) warnt vor einem wachsenden Einfluss des Staates auf die Wirtschaft im Zuge der Covid-19-Pandemie. „Was wir in dieser Krise sehen, ist, dass der Staat in großem Stil zurückschlägt“, sagte EBRD-Präsidentin Odile Renaud-Basso im Gespräch mit Capital. „Es wird sehr wichtig sein, Ausstiegsszenarien für die Zeit danach zu haben. Es muss klar sein, dass das eine Ausnahmesituation ist“, sagte sie. Der steigende Staatseinfluss macht derzeit vielen Beobachtern Sorgen – dass die Mahnung allerdings von der EBRD kommt, hat eine besondere Note. Die selbst von einer Reihe von Staaten getragene Förderbank war 1991 mit dem Ziel gegründet worden, Marktwirtschaft und Unternehmertum in den ehemals sozialistischen Ländern Ost- und Mitteleuropas voranzutreiben. In den vergangenen Jahren weitete die Bank ihre Tätigkeit auch auf die Türkei, Nordafrika und…

capitalde2103_article_012_01_01
1 Min
„aus purem geiz haben wir jetzt zu wenig impfstoff in der eu“

Seit die Impfkampagne gegen Covid-19 begonnen hat, fällt auf: Großbritannien und die USA impfen ihre Bevölkerung deutlich schneller als die EU. Schon ist von einem „Impfdesaster“ die Rede. Der zentrale Vorwurf: Die Union habe im Sommer 2020 bei den Verträgen mit den Impfstoffherstellern geknausert und müsse sich daher jetzt hinten anstellen. Tatsächlich ist der Preis, den die EU den Lieferanten pro Impfdosis zahlt, niedriger als bei anderen Kunden. Unter Ökonomen ist aber umstritten, ob höhere Preise den EU-Staaten bereits jetzt spürbar größere Liefermengen beschert hätten. Denn zum einen lässt sich die Produktion der neuartigen mRNA-Impfstoffe auch mit noch so viel Geld nicht beliebig erweitern – es gibt nur wenige geeignete Standorte und Fachleute. Und zum anderen lassen die USA Impfstoffe aus eigener Produktion gar nicht erst aus dem Land –…

2 Min
neue gesellschaft frisst milliarden

Bei einem Prestigeprojekt von Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) kommen auf den Bund Mehrkosten in Milliardenhöhe zu. Das geht aus einer Aufstellung für den Bundestag hervor, die Capital vorliegt. Demnach kalkuliert Scheuers Ressort für den Betrieb der Bundesautobahnen in einer neuen Staatsfirma für 2022 und 2023 jeweils mit Kosten von knapp 1,4 Mrd. Euro – mehr als doppelt so viel wie ursprünglich geplant. In diesem Jahr sind sogar knapp 1,8 Mrd. Euro vorgesehen. Nach der gescheiterten Pkw-Maut droht damit auch die größte Infrastrukturreform seit Langem zu einem ökonomischen Reinfall zu werden. In der staatseigenen Autobahn GmbH werden seit diesem Jahr die Planung und der Betrieb des 13 000 Kilometer langen Bundesautobahnnetzes gebündelt. Zuvor war zwar schon der Bund für die Finanzierung der Fernstraßen verantwortlich. Bau- und Modernisierungsarbeiten wurden aber von den Ländern…

capitalde2103_article_013_01_01
1 Min
gute ideen und die köpfe dahinter

FRANK THOMSEN hat mit Manyfolds ein System erdacht, das Versandkartons an die Größe der Waren anpasst – das schont die Umwelt und spart Geld DAS PROBLEM Der Onlinehandel boomt, mehr Pakete denn je werden durch die Republik geschickt. Nach Expertenschätzungen enthält der Durchschnittskarton aber zur Hälfte Luft (oder Füllmaterial): Denn weil der Versand schneller geht, werden Waren in standardisierte und häufig viel zu große Verpackungen gesteckt. Das heißt: mehr Müll, mehr Lieferverkehr, höhere Umweltbelastung. DIE LÖSUNG Der ehemalige Innovationsberater hat eine Software entwickelt, die mithilfe kluger Algorithmen Verpackungen exakt an die Größe der zu verschickenden Ware anpasst. Besondere Einlagen machen Füllmaterial überflüssig. Das Ganze produziert eine Maschine von der Größe eines Bürokopierers, die Versandhändler mieten können. DER MARKT Typische Abnehmer sind kleine und mittlere Unternehmen, Onlinehändler oder Logistikfirmen. Das Münchner Start-up befindet sich in der Pilotkundenphase und…

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