Capital 07/2021

"CAPITAL erzählt Wirtschaft aus überraschenden, ungeahnten Perspektiven und versteht Wirtschaft nicht als nationale Angelegenheit, sondern immer als ein globales System. CAPITAL sieht und erklärt das große Ganze und setzt dabei auf ein ästhetisch anspruchsvolles und elegantes Design mit opulenten, kraftvollen Bildern. CAPITAL bestimmt seit über 50 Jahren den Wirtschaftsjournalismus in Deutschland und hat sich mit dem Relaunch im Mai 2013 zum Ziel gesetzt, Wirtschaft anders zu erzählen. Wirtschaft ist vielschichtiger, komplexer geworden und ist mit allen gesellschaftlichen Bereichen verwoben. Es bedarf einer ganzheitlichen, globalen Perspektive auf Wirtschaft. „Wirtschaft ist Gesellschaft“ heißt das Credo von CAPITAL und ist gleichzeitig ein Versprechen an die Leser. CAPITAL berichtet nicht nur über Wirtschaft, sondern durchdringt Wirtschaft."

Land:
Germany
Sprache:
German
Verlag:
DPV Deutscher Pressevertrieb
Erscheinungsweise:
Monthly
7,99 €(Inkl. MwSt.)
79,99 €(Inkl. MwSt.)
12 Ausgaben

in dieser ausgabe

3 Min
editorial

Und nun gab es, so höre und lese ich immer öfter, wieder 16 Jahre, wo quasi nix oder zu wenig passiert ist, weshalb wir jetzt eine „Revolution“ brauchen, einen Neustart, einen Aufbruch, das „Land neu denken“ müssen. „Wer hat denn 16 Jahre regiert?“, fragte Markus Lanz Armin Laschet im April, weil dieser auch für ein „Modernisierungsjahrzehnt“ ist. Die Republik, sagt Robert Habeck, sei „saturiert, müde, wandlungsunlustig, ja mittelmäßig“. Also: Lass’ mal wieder gestalten, etwas wagen, alles neu machen! Viele würden beipflichten, dass diesem Land mehr Aufbruch und Gestaltungsdrang guttäten – und doch sind solche 16-Jahre-Stillstand-Narrative problematisch. Das soll hier keine Verteidigung der CDU werden, die seit 2005 regiert. Auch nicht der SPD, die übrigens seit 1998 bis auf vier Jahre an der Macht ist. Ich finde zum einen als Bürger, wir sollten…

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5 Min
betr. capital

ZUM TITEL „SO WERDEN SIE REICH“ (06/2021) Danke für das aktuelle Heft, mit dem wir Abonnenten ja schon zwei Tage vor dem eigentlich angekündigten Termin beglückt wurden. Wie immer finden sich jede Menge interessante Geschichten und gut recherchierte Artikel darin, die dazu führen, dass man das Heft kaum aus der Hand legen kann – es sei denn, man hat es ausgelesen. Doch scheint Ihnen ausgerechnet beim Titelthema ein kleiner Fehler unterlaufen zu sein. Auf Seite 99 heißt es: „8 Mio. Euro braucht ein Mensch, um in Monaco als reich zu gelten. In Deutschland reichen schon 2 Millionen.“ Auf Seite 104 hingegen geht es dann aber unter Angabe derselben Beträge nicht mehr um Euro, sondern um Dollar: „In Deutschland zählt man mit rund 2 Mio. Dollar zum obersten Prozent [...], im Fürstentum…

capitalde2107_article_010_01_06
2 Min
geldflut für start-ups

Die Gründerszene erlebt zurzeit einen Finanzierungsboom: Seit Beginn des Jahres haben deutsche Startups knapp 6 Mrd. Euro eingesammelt, wie aus einer Auswertung des Analysedienstes Pitchbook für Capital hervorgeht. Das ist fast so viel, wie im gesamten Jahr 2020 in junge Firmen geflossen ist. Für Aufsehen sorgte das Investment in die Münchner Softwarefirma Celonis, die 1 Mrd. Dollar von Geldgebern aufnahm. „Das Investmenttempo wird so hoch bleiben“, sagt Christian Saller, der mit HV Capital einen großen Fonds managt. US-Geldgeber drängen vermehrt auf den europäischen Markt, außerdem sind die hiesigen Fonds gut gefüllt und haben Angst, den Anschluss zu verlieren. Das Start-up Gorillas, das Lebensmittel in kurzer Zeit nach Hause liefert, soll sich etwa auf der Suche nach einer Milliarden-Finanzspritze befinden. Auch im Bereich der Finanztechnologie und bei Reise-Start-ups erwarten Branchenkenner große…

capitalde2107_article_014_01_01
3 Min
elektronischer steuerbescheid floppt

Nur ein Bruchteil der Bürger nutzt bisher die Möglichkeit, den Steuerbescheid nur noch in digitaler Form zu erhalten. Das geht aus einer Befragung der FDP-Bundestagsfraktion zur Digitalisierung in der Steuerverwaltung hervor. Demnach verschicken die Finanzämter im Schnitt gerade einmal rund drei Prozent der Steuerbescheide elektronisch. Am höchsten ist die Quote mit 4,5 Prozent in Hamburg, gefolgt von Bayern mit 4,3 Prozent. In Schleswig-Holstein nutzen sogar nur 1,6 Prozent der Steuerpflichtigen die Option. Die Ergebnisse der Umfrage unter zehn Bundesländern liegen Capital vor. Seit Frühjahr 2020 bieten die Finanzämter einen papierlosen Steuerbescheid an. Steuerpflichtige können diese Variante bei ihrer Steuererklärung über das Programm Elster oder eine andere Steuersoftware wählen. Später wird der Bescheid als Bis 2030 sollen die Finanzämter voll auf digitale Prozesse umgestellt sein. Noch fällt bei der Steuer viel Papier an…

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3 Min
markenmoment

Seine ersten Erfahrungen mit der Marke Karex hat Eduard Dörrenberg als Kind gemacht. Damals gab es Karex-Mundpflegeprodukte, an die er sich noch gut erinnert – nicht zuletzt wegen des „recht scharfen“ Geschmacks. Mehr als 30 Jahre liegen die Erinnerungen zurück. Danach sei die Marke lange Zeit „geparkt“ gewesen, sagt der geschäftsführende Gesellschafter der Bielefelder Dr.-Wolff-Gruppe, der auch Marken wie Alpecin und Linola gehören. 2009 ist das familiengeführte Pharma- und Kosmetikunternehmen wieder in den Markt für Mundpflege eingestiegen, zunächst mit einer Zahncreme mit künstlichem Zahnschmelz unter dem Namen Bioniq Repair. Acht Jahre später erweckte Dörrenberg dann die Marke Karex zu neuem Leben. Zur Markenfamilie gehören heute auch eine Kinderzahncreme gegen Karies und eine medizinische Mundspülung, die Coronaviren im Rachen abtötet. Mit seinen Zahnpflegeprodukten hat Dörrenberg die Branche auf-gemischt. Das Besondere: Dr. Wolff verzichtet…

capitalde2107_article_016_01_01
1 Min
crashkurs

INFLATION Charles Goodhart, Manoj Pradhan THE GREAT DEMOGRAPHIC REVERSAL Die Inflation wird mit Wucht zurückkehren, argumentieren Goodhart und Pradhan in einem der derzeit wichtigsten akademischen Bücher zum Thema. Und das habe gar nichts mit den Notenbanken zu tun, sondern mit Demografie. Ihre These: Wenn Arbeitskräfte global knapp werden, steigen die Löhne und damit letztlich die Güterpreise. Henry Hazlitt WAS SIE ÜBER INFLATION WISSEN SOLLTEN Für viele Gold- und Kryptofans ist die Sache klar: steigende Geldmenge gleich Inflation. Diese These ist in der Forschung überholt, war vor 50 Jahren aber revolutionär. Hazlitt entführt in diesem Klassiker von 1968, teils am Rande zur Polemik, in die Zeit des frühen Monetarismus, als die Inflation – anders als heute – tatsächlich ein ernstes Problem wurde. Kendrick Fernandez INFLATION HACKING Hat jemand Angst vor Inflation? Fernandez jedenfalls nicht – und er hat Tipps, wie…

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