Capital 09/2021

"CAPITAL erzählt Wirtschaft aus überraschenden, ungeahnten Perspektiven und versteht Wirtschaft nicht als nationale Angelegenheit, sondern immer als ein globales System. CAPITAL sieht und erklärt das große Ganze und setzt dabei auf ein ästhetisch anspruchsvolles und elegantes Design mit opulenten, kraftvollen Bildern. CAPITAL bestimmt seit über 50 Jahren den Wirtschaftsjournalismus in Deutschland und hat sich mit dem Relaunch im Mai 2013 zum Ziel gesetzt, Wirtschaft anders zu erzählen. Wirtschaft ist vielschichtiger, komplexer geworden und ist mit allen gesellschaftlichen Bereichen verwoben. Es bedarf einer ganzheitlichen, globalen Perspektive auf Wirtschaft. „Wirtschaft ist Gesellschaft“ heißt das Credo von CAPITAL und ist gleichzeitig ein Versprechen an die Leser. CAPITAL berichtet nicht nur über Wirtschaft, sondern durchdringt Wirtschaft."

Land:
Germany
Sprache:
German
Verlag:
DPV Deutscher Pressevertrieb
Erscheinungsweise:
Monthly
7,99 €(Inkl. MwSt.)
79,99 €(Inkl. MwSt.)
12 Ausgaben

in dieser ausgabe

3 Min
editorial

Vor uns liegt eine Wahl, bei der im Zentrum eine neue Dringlichkeit steht, die überall beschrieben und beschworen wird. Auf den ersten Blick geht es dabei um Klimaschutz, im weiteren Sinne um Zukunft, Aufbruch, Neustart. Der psychologische Kern aber ist Veränderungswille. Wie viel muss sich, wie viel wollen wir ändern? Und ist das wirklich alles so dringend? Das Schauspiel, das wir Wahlkampf nennen, wurde dem lange nicht gerecht. Nicht, dass Wahlkämpfe immer grandios, intellektuell und bewegend sind. Aber dafür, dass angeblich so vieles auf dem Spiel steht, war wenig Bewegung bei den großen Themen. Über Wochen schaute ich dem Wahlkampf zu wie den Olympischen Spielen in Japan: nicht gezielt, gefesselt, mal länger am Stück, sondern in Schlagzeilen und Häppchen: ein Held, ein erschöpfter Sieger, ein Trainer sagt: „Kameltreiber“, eine Bundestrainerin ruft: „Hau…

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5 Min
betr. capital

ZU „DIE SCHLACHT DER LIEFERDIENSTE“ (08/2021) Das funktioniert, wenn überhaupt, nur in Hipster-Vierteln. Bei den Margen im Lebensmittelhandel wird da aktuell nur Geld verbrannt. Wenn das wirtschaftlich zu machen wäre, hätten Lidl und Co. es schon lange gemacht. KARSTEN SCHREIBER, via Facebook ZUR TITELGESCHICHTE „DAS GRÜNE JAHRZEHNT“ (07/2021) Toller Artikel, der schwindelig macht angesichts der großen Zahlen. Wie brechen wir die Komplexität herunter? Über das Ziel sind wir uns ja grundsätzlich seit dem Pariser Klimaschutzabkommen einig. Im nächsten Schritt brauchen wir eine gemeinsame Haltung – dazu bietet die Bundestagswahl im September eine Wahl. Hier würde ich mir viel mehr Auseinandersetzung über die Parteiprogramme und die Unterschiede wünschen – und nicht nur Diskussionen darüber, wer von wem abgeschrieben hat. CARL-FRIEDRICH RICO ZU KNYPHAUSEN, via LinkedIn Ich denke, in der Wirtschaft haben das Problem bereits viele Führungskräfte erkannt,…

capitalde2109_article_010_01_06
2 Min
neuer anlauf in bolivien

Das Prestigeprojekt für die deutsche Autoindustrie, der exklusive Zugang zu einem großen Lithiumvorkommen in Bolivien, bekommt noch mal eine Chance: Die staatliche bolivianische Lithium-Agentur YLB und der deutsche Mittelständler ACI Systems Alemania (ACISA) wollen das im Oktober 2019 annullierte Kooperationsabkommen doch noch umsetzen. „Es gibt wieder Kontakte“, bestätigt ACISA-Geschäftsführer Wolfgang Schmutz. Ende August sollen direkte Gespräche stattfinden. An dem Erfolg der neuen Gespräche ist die gesamte deutsche Autoindustrie höchst interessiert. Sie braucht das bolivianische Lithium für die Batterieproduktion und neue Elektroautos. Bolivien verfügt über etwa ein Drittel der weltweiten Lithiumreserven. Vor zwei Jahren führten wütende Proteste der Lokalbevölkerung zur Kündigung des bereits ausgehandelten Vertrags durch den damaligen Präsidenten Evo Morales. „Diese Proteste wurden von politischen Gegnern des Präsidenten geschürt, um dessen Wiederwahl zu verhindern“, sagt Alberto Echazú, der als Vizeminister für…

capitalde2109_article_014_01_01
1 Min
„die lokführer nehmen für ihre streiks das ganze land in geiselhaft“

Im aktuellen Tarifstreit mit der Deutschen Bahn hat die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) „lange, lange Streiks“ angedroht – und im August die Arbeit schon kurzzeitig niedergelegt. Das hat massive Auswirkungen auf Bahnkunden und Unternehmen: Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) geht von Schäden in Höhe von 100 Mio. Euro pro Tag aus. Heute treffen Streiks laut IW vor allem die Chemie- und Stahlindustrie. Bei der Deutschen Bahn selbst läuft das Geschäft gerade nach Monaten der Pandemie wieder an – und könnte nun wieder massiv beeinträchtigt werden. Das erzeugt Druck – und die Strategie der GDL scheint aufzugehen: 2015, nach dem großen Streik, erreichte sie für ihre Mitglieder eine Tariferhöhung von insgesamt 5,1 Prozent in zwei Stufen – im Vergleich zu den Abschlüssen anderer Berufsgruppen war das besonders viel.…

2 Min
triste bilanz nach spacbörsengängen

Viele Spac-Unternehmen haben ihren Börsengang zu optimistisch geplant, knapp zwei Drittel verpassten ihre selbst gesteckten Umsatzziele. Das geht aus einer Datenauswertung von Capital hervor. Ein Drittel der betrachteten Firmen verfehlte den anvisierten Umsatz sogar gravierend. Der chinesische Bildungsanbieter Meten EdtechX etwa setzte 43 Prozent weniger um als prognostiziert. Auch die Aktienkurse entwickelten sich im Schnitt schlecht. Als Teil eines großen Hypes haben sogenannte Special Purpose Acquisition Companies (Spacs) in den vergangenen 18 Monaten eine Firmenhülle an die Börse gebracht und Geld eingesammelt, um etwa Digital-Firmen und Start-ups zu kaufen. Durch die Übernahme kommen die Unternehmen auf einem schnellen Weg an die Börse. Im Gegensatz zu einem traditionellen Börsengang dürfen die gekauften Firmen bei einem Spac-Deal ihre zukünftigen Umsätze prognostizieren – sie nutzen dies, um die Wachstumsfantasien von Kleinanlegern zu befeuern. Im Rückblick…

capitalde2109_article_015_01_01
1 Min
aufbrecher

THOMAS GRÜBLER misst das Fieber der Erde vom Weltall aus. Sein Satellitennetzwerk soll vor Waldbränden warnen, noch bevor sie sich ausbreiten DAS PROBLEM Waldbrände bedrohen unseren Lebensraum und setzen tonnenweise CO₂ frei. Allein in Deutschland haben die Flammen 2020 eine Fläche von rund 515 Fußballfeldern vernichtet. Global sind mehrere Hundert Millionen Hektar betroffen. Forscher sagen für die kommenden Jahrzehnte ein steigendes Waldbrandrisiko voraus. DIE LÖSUNG Satelliten liefern täglich Wärmebilder der Erde. Grübler hat eine Software entwickelt, die daraus Feuerkarten erstellt. Die Datenlage ist noch zu schlecht, um Brände in Echtzeit zu erkennen. Grübler will deshalb bis 2026 mehr als 100 eigene Nanosatelliten ins All schießen. Ziel sei eine Waldbranderkennung in weniger als 30 Minuten. DER MARKT Grüblers Unternehmen Orora Tech überwacht rund 260 Millionen Hektar Wald. Die Kunden sind Forstbetriebe, Regierungen, NGOs, Versicherungen. Im Juni hat das…

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