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Reisen & Outdoor
GEO Saison Extra

GEO Saison Extra 06/2017

GEO SAISON EXTRA ist die monothematisch ausgerichtete Sonderheft-Reihe von GEO SAISON. Im Mittelpunkt steht jeweils eine Reisedestination wie die Toskana, Südtirol oder ein bestimmtes Thema wie "Reisen mit Kindern". In GEO SAISON EXTRA findet sich eine Fülle von Anregungen für Reisebedürfnisse jeder Couleur, bebildert mit großformatigen Fotos, die überraschend und inspirierend zugleich sind. Artikel, die Lust machen auf ferne und nahe Ziele, voller Ideen für Aktivurlaub, kulinarische Reisen, Familienferien, Wellnessurlaub und andere Erholungsreisen.

Land:
Germany
Sprache:
German
Verlag:
DPV Deutscher Pressevertrieb
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2 Ausgaben

in dieser ausgabe

1 Min.
editorial

Liebe Leserin, lieber Leser, nichts gegen die kleinen Fluchten aus dem Alltag, das verlängerte Wochenende an der Ostsee oder im Lieblings-Landhotel, wir brauchen diese Mini-Ferien zum Atemholen, als Unterbrechung des Alltags. Aber was uns wirklich zum Träumen bringt, das sind die großen Reisen. Die Safari in Afrika, auf die wir uns monatelang vorbereiten und vorfreuen. Die Tour nach Tokio, dessen poetische Fremdheit uns noch nach Jahren lächeln lässt, wenn wir uns an wunderbare Missverständnisse erinnern. Die Begegnung mit einem Grizzly in Kanada oder das Staunen über die wilde Weite im Westen Australiens – Fernreisen sind Erlebnisse, die lange nachwirken. Daher haben wir unsere schönsten Reportagen aus GEO SAISON und GEO Special in diesem Heft zusammengestellt: Unsere Reporter erkundeten auf einem Segelschiff die Pazifikküste British Columbias, übernachteten im Dachzelt in der namibischen Savanne…

17 Min.
westside story

AM RANDE DES HIGHWAYS 89 in Arizona. Ich sitze auf einer kaputten Kühlbox. Es ist nahezu still, nur ein leichter Wind raschelt im struppigen Gras. Der Asphalt zerteilt die karge Landschaft, aus der vereinzelt rote Felsen herausragen. In der Ferne flirrt die Luft. Gestrüpp weht über die Straße: Tumbleweed, Steppenläufer. Wie im Wilden Westen. Wieso eigentlich „wie“? Das hier ist die Prärie. Ich sehe Indianer galoppieren, Büffel, Cowboys, der Boden vibriert … Doch dann rauscht ein Truck vorbei und nimmt den Tagtraum mit. Rain is a good thing, rain makes corn, corn makes whiskey, whiskey makes my baby feel a little frisky: Rauchige Radiostimmen singen von Ladys in Cowboystiefeln, von hochprozentigen Nächten, als ich auf dem Weg von der Wüstenhauptstadt Phoenix im Süden zur Westernstadt Flagstaff durch eine Welt im Weitwinkel…

11 Min.
schatzinseln

Ko Mak 1 Für Partymüde Im Gegensatz zu ihren Nachbarinseln ist Ko Mak im Golf von Thailand eher flach und lässt sich gut mit dem Fahrrad erkunden. Kaum zu glauben, dass die Insel bis in die späten Neunziger so gut wie unbewohnt war. Heute wechseln sich Kokos- mit Kautschukplantagen ab. Die meisten Bungalow- Anlagen sind Familienbetriebe. Nur einmal im Jahr wird es etwas lauter: Meist im März findet die – übrigens von Deutschen organisierte – Thai-Break-Party statt (www.thai break.net). Tanzen im warmen Abendwind mit einem Cocktail in der Hand und dazu ein bisschen Hippie-Feeling – noch nie hat ein Klischee so viel Spaß gemacht. Anreise: Mit Bus oder Auto von Bangkok nach Laem Ngop bei Trat. Schnellboote fahren vom Krom-Luang-Pier zum Suan Yai Pier, www.kohmakboat.com; ca. 11 €; ein langsameres Boot fährt zum…

15 Min.
das hipste revival new yorks: harlem

EIN SYMBOL FÜR HARLEM: DER PHÖNIX HEBT AB SONNTAGS GANZ FRÜH KLINGT HARLEM besonders schön. Dann stehen die Türen der vielen Kirchen oft einen Spalt weit offen, und durch die Straßen hallt Gospelmusik. Fröhlich, jubelnd, manchmal ekstatisch. Nach den Gottesdiensten strömen die Menschen hinaus auf die Gehwege. Stehen beieinander, reden und lachen, herausgeputzt für Gott und die Welt mit mächtigen Frisuren, extravaganten Hüten und schlichten Anzügen. „In Harlem schlägt das Herz von New York“, sagt Olivier Giugni. Der Franzose, der als Florist Blumen für Stars wie Madonna oder Lady Gaga arrangiert, lebt seit zehn Jahren in dem Stadtteil im Norden Manhattans. So wie er denken heute viele. Downtown war gestern. Harlem gehört die Zukunft. Das Viertel, über das vor Kurzem noch die meisten ihre Nase rümpften, erlebt einen sagenhaften Aufschwung. In den…

17 Min.
abenteuer-route durch namibia sand in sicht

Wo die Wüste auf das Meer trifft, explodiert das Leben Tag 1: Windhoek – Walvis Bay Der lebensmüde Pavian kommt mit dem Schrecken davon. Ich auch. Ganz schön knapp war das! Ich bin auf dem Trans- Kalahari-Highway unterwegs und habe, von Windhoek kommend, die Örtchen Okahandja und Groß Barmen passiert, als plötzlich auf Höhe Wilhelmstal eine Affenfamilie die Straße quert. Da ich das einzige Auto weit und breit habe, scheinen sie genau auf mich gewartet zu haben. Kaum ist die Familie auf der anderen Seite, kehrt der Vater noch mal um, aufreizend langsam, und setzt sich auf meine Fahrbahnhälfte. Ich bremse, weiche aus, er springt auf, täuscht in meine Richtung an – und dreht im letzten Moment ab. Puh! Wenn alle künftigen Tierbegegnungen in Namibia so ablaufen, dann bin ich mit diesem…

19 Min.
papua-neuguinea ferne welt im blau

GALERIE DER TAPFEREN AHNEN AUFSTIEG IN DAS REICH DER ANGA FURCHTERREGEND sehen sie nicht aus, die Toten von Angabena. Nur unendlich ermattet. Sieben ockerfarbene Gestalten kauern im Schatten der Felswand krumm nebeneinander auf einem Holzgestell. Die Arme auf die Knie gestützt, die Schultern gebeugt, die Köpfe schwer auf die Brust gesunken. Sieben Versionen des Denkers von Rodin, aber des Denkens müde, von aller Kraft verlassen. So blicken sie auf uns herab, die Toten auf die Lebenden, die Ahnen auf die Nachkommen. Blicken aus schwarzen Augenhöhlen und mit gebleckten Zähnen herab auf den dampfenden, tropfenden, schwitzenden Dschungel, die Lehmpiste unten am Fluss, das Dorf im nebligen Tal. Auf Felder, die mit Süßkartoffeln und Bananenstauden bestellt sind und durch die ein halsbrecherisch steiler Pfad hier hinaufführt, von den Einheimischen harmlos „Gartenweg“ genannt. Ein paar…