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Kultur & Literatur
P.M. HISTORY

P.M. HISTORY

02/2021

"P.M. HISTORY ist das vielseitige, lebendige Geschichtsmagazin, das seriös und verständlich informiert, glänzend unterhält und immer wieder überrascht. P. M. HISTORY bietet packende Lesestücke aus allen Epochen – eben die besten Geschichten aus der Geschichte – übersichtlich im Inhaltsverzeichnis in einem Zeitstrahl chronologisch geordnet. P. M. HISTORY konzentriert sich nicht auf ein geschichtliches Thema pro Heft, sondern bietet in jeder Ausgabe eine Fülle von Themen. In jeder Ausgabe von P. M. HISTORY gibt es einen Großen Sonderteil, der sich ausführlich einem geschichtlichen Thema widmet. Das können sowohl historische Persönlichkeiten als auch bestimmte Epochen oder Ereignisse sein. Faszinierende Reportagen, Interviews z.B. mit bekannten Autoren oder Wissenschaftlern sowie Empfehlungsseiten für Bücher und Filme runden das redaktionelle Angebot ab."

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Land:
Germany
Sprache:
German
Verlag:
DPV Deutscher Pressevertrieb
Erscheinungsweise:
Monthly
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12 Ausgaben

in dieser ausgabe

2 Min.
unsere zivilisation hat ihre wurzeln im nahen osten

LIEBE LESERIN, LIEBER LESER, es gibt Orte auf der Welt, an denen unsere Zukunft hergestellt wird. Der „Innovation Cities Index“ versammelt sie jedes Jahr auf einer Liste. Darunter finden sich Städte wie New York, Tokio, Singapur, London und natürlich auch die Gegend südlich von San Francisco – das Silicon Valley. Hier arbeiten besonders viele Forscherinnen und Forscher, hier werden besonders viele innovative Firmen gegründet und Patente angemeldet. Wenn Sie wissen wollen, wie wir in ein paar Jahrzehnten leben werden, dann sollten Sie sich dort umschauen. Nun ist das hier aber ein Geschichtsmagazin und kein Heft über Technikträume. Warum erzähle ich Ihnen das also? Weil wir im Schwerpunkt dieses Hefts Innovationen aus der Vergangenheit vorstellen. Wenn es die oben erwähnte Liste schon vor – sagen wir 4000 Jahren – gegeben hätte, dann wären…

1 Min.
rialtobrücke

STILL SPANNT SIE SICH in dieser Nacht über den Canal Grande. Eigentlich drängen sich dort die Touristen, aber durch die Corona-Pandemie bleiben die Besucher fern – und Venedig entfaltet eine ganz neue Magie. Die Rialtobrücke, ein Wahrzeichen der Lagunenstadt, wurde 1591 eröffnet, nachdem einige der bekanntesten Architekten jener Zeit jahrelang um den besten Entwurf konkurriert hatten. Am Ende setzte sich der eher unbekannte Antonio da Ponte durch. Seine Idee, auf einen Mittelpfeiler zu verzichten und nur einen Bogen zu konstruieren, damit der Bootsverkehr nicht behindert werde, überzeugte den Senat. Das Fundament des 48 Meter langen Bauwerks bilden 12000 Baumstämme.…

1 Min.
tal der todesschatten

Eine Straße im Nirgendwo, und überall Kanonenkugeln: Diese unscheinbare Szene ist eine der ersten Kriegsfotografien der Geschichte. Sie gelang dem Briten Roger Fenton im April 1855 nahe Sewastopol – und zeugt von den schweren Kämpfen im Krimkrieg zwischen Russland und einer Allianz unter britischer und französischer Führung. Unter dem Namen „Tal der Todesschatten“ wurde das Foto berühmt – doch dann fiel 1981 auf, dass davon zwei Versionen existieren. Auf dem zweiten Bild liegen keine Kugeln auf der Straße. Nach langen Recherchen fand der US-Regisseur Errol Morris heraus, welches Foto zuerst aufgenommen worden war: Verrutschte Steine am Wegesrand verrieten, dass die Aufnahme mit den Kugeln auf der Straße später entstand. Ob der Fotograf die Szene manipulierte, um sie dramatischer erscheinen zu lassen, oder ob Soldaten die Kugeln ablegten, bleibt ein Rätsel.…

2 Min.
falsch meldung

KEINE INDUSTRIE verteidigt ihre schädlichen Produkte so lange erfolgreich wie Tabakfirmen. Obwohl es schon längst kritische Studien gibt, kursiert noch in den 1950er-Jahren ein Plakat, das einen Mann im Arztkittel zeigt. Die gewagte Behauptung: 20679 Ärzte sagten, dass Luckies weniger schädlich seien, weil man den darin enthaltenen Tabak geröstet habe. Camel erklärt gar, dass vier von fünf Ärzten der Ansicht seien, Rauchen sei gesund. Und einer anderen Werbung zufolge wirken Zigaretten beruhigend: „Mami, bevor du mich ausschimpfst solltest du dir vielleicht lieber eine Marlboro anzünden.“ Um der Kritik ein klein wenig entgegenzukommen, propagiert die Tabakindustrie bald neuartige Filter (die anfangs Asbest enthalten) und leichte Zigaretten besonders für Mütter und Sportler: „So mild, Sie können so viel rauchen, wie Sie wollen.“ Doch dann kommt der GAU für die Tabakindustrie: Im Januar 1964 legt…

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der große kartoffelkönig

WAS SAGT DIE LEGENDE? Friedrich der Große führte die Kartoffel in Deutschland ein. Erst sprangen die Menschen aus Unkenntnis nicht darauf an, sahen sie nur als Zierpflanze oder aßen statt der Knollen das Grün und die Samen. Bis der Preußenkönig vorgeblich für die Hofküche Kartoffelfelder auf seinen brandenburgischen Gütern anlegen und von Soldaten bewachen ließ. Das machte die Bauern neugierig. Sie begannen, die anscheinend so wertvollen Feldfrüchte nachts zu stehlen und selbst anzubauen. WIE WURDE SIE ÜBERLIEFERT? Friedrich II. förderte tatsächlich den Kartoffelanbau, Pastoren verbreiteten als „Knollenprediger“ Anweisungen dazu mündlich wie schriftlich weiter. Das Bild vom König als weisem Ernährer wurde besonders im 19. Jahrhundert gepflegt, als die Kartoffel tatsächlich zu einem Grundnahrungsmittel wurde. Noch heute legen Besucher an Friedrichs Grab am Schloss Sanssouci aus Dankbarkeit Kartoffeln ab. Die Kartoffelklau-Geschichte allerdings stammt nicht…

3 Min.
hunde im himmel

Wenn früher ein Tier starb, kam der Abdecker, um den Kadaver zu beseitigen und ihn nach Möglichkeit zu verwerten. Doch Ende des 19. Jahrhunderts begannen vornehmlich Hundebesitzer, ihre Haustiere auf öffentlichen Friedhöfen zu bestatten. Der Zooarchäologe Eric Tourigny von der britischen Universität Newcastle hat auf den Grabsteinen nach dem historischen Verhältnis der Halter zu ihren Vierbeinern geforscht. Grabsteine für Hunde und Katzen sind ein ungewöhnliches Forschungsthema. Wie begann Ihre Faszination ausgerechnet für Tierfriedhöfe? Ich arbeitete an einer archäologischen Sammlung aus Toronto aus dem 19. Jahrhundert, zu der auch ein Hundegrab in einem Garten gehörte. Das hat mich neugierig gemacht. Als Zooarchäologe – also einer Kombination aus Zoologe und Archäologe – beschäftige ich mich normalerweise mit Tierknochen aus archäologischen Grabungen, um das historische Verhältnis von Menschen zu Tieren zu untersuchen. Als ich dieses…