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P.M. HISTORYP.M. HISTORY

P.M. HISTORY 06/2019

"P.M. HISTORY ist das vielseitige, lebendige Geschichtsmagazin, das seriös und verständlich informiert, glänzend unterhält und immer wieder überrascht. P. M. HISTORY bietet packende Lesestücke aus allen Epochen – eben die besten Geschichten aus der Geschichte – übersichtlich im Inhaltsverzeichnis in einem Zeitstrahl chronologisch geordnet. P. M. HISTORY konzentriert sich nicht auf ein geschichtliches Thema pro Heft, sondern bietet in jeder Ausgabe eine Fülle von Themen. In jeder Ausgabe von P. M. HISTORY gibt es einen Großen Sonderteil, der sich ausführlich einem geschichtlichen Thema widmet. Das können sowohl historische Persönlichkeiten als auch bestimmte Epochen oder Ereignisse sein. Faszinierende Reportagen, Interviews z.B. mit bekannten Autoren oder Wissenschaftlern sowie Empfehlungsseiten für Bücher und Filme runden das redaktionelle Angebot ab."

Land:
Germany
Sprache:
German
Verlag:
DPV Deutscher Pressevertrieb
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12 Ausgaben

IN DIESER AUSGABE

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persien steht seit jahrtausenden im zentrum der weltgeschichte

LIEBE LESERIN, LIEBER LESER, für das Land, dessen Geschichte wir in diesem Heft erzählen, gibt es im Deutschen zwei Namen: Persien und Iran. Die beiden Wörter wecken Assoziationen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Persien – das klingt nach orientalischer Pracht, duftenden Gärten, weisen Dichtern, kunstvollen Teppichen, einem Hauch von Safran. Ganz anders: Iran. Viele denken dabei wohl zuerst an die Bilder, die sie aus den Nachrichten kennen: an grimmige Mullahs, verschleierte Frauen und brennende US-Flaggen. Wie passt das zusammen? Vorab: Die Bewohner dieser Weltgegend haben sie schon immer Iran genannt. Den im Westen geläufigen Namen Persien verdankt sie den antiken Griechen, die ihren Rivalen nach einem in der Provinz Pars siedelnden Volksstamm bezeichneten. Erst 1935 wurde Iran zum offiziellen Namen erhoben. Was wir mit diesen beiden Begriffen verbinden, sind natürlich Klischees. Wir…

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agrigent

WO DIE TOTEN RUHEN: Im historischen Agrigent auf Sizilien erhebt sich eine jahrhundertealte Mauer mit Grabnischen. Hier haben Byzantiner einst ihre Toten bestattet. Warum sie die abgeschliffenen Felsen zu einer Grabstätte umfunktionierten, bleibt ihr Geheimnis. Die Mauer umgibt das antike Tal der Tempel von Agrigent. Dazu gehören einige der schönsten und am besten erhaltenen Heiligtümer der griechischen Antike. Der Ort blickt auf 2500 Jahre Geschichte zurück: Griechische Auswanderer errichteten hier eine Kolonie, die 406 v. Chr. erstmals von den Karthagern erobert wurde, dann an Rom und schließlich an Byzanz fiel. Heute ist die sizilianische Tempelstadt UNESCO-Weltkulturerbe.…

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kopflose fußgänger

Augen auf im Straßenverkehr! Was heute gilt, beschäftigte schon die Menschen in der Weimarer Republik und im NS-Staat. 1938 ließen sich Berliner eine aufsehenerregende „Verkehrs-Unfall-Verhütungs-Aktion“ einfallen: Leute zogen sich einen Eimer über den Kopf und marschierten blindlings durch die Stadt – als Zeichen gegen Achtlosigkeit und Gedankenlosigkeit auf der Straße. In der Tat lebten Fußgänger, Fahrer und Mitfahrer gefährlich: 8000 Menschen sollen im Verkehr pro Jahr tödlich verunglückt sein (im Jahr 2018 waren es rund 3200). Schließlich ging es damals auf den Straßen immer hektischer zu: 1925 waren gerade mal 171 000 Autos in Deutschland unterwegs, 1938 schon mehr als eine Million. Dazu kamen 1,3 Millionen Motorräder, von Bussen und Straßenbahnen ganz abgesehen. Die Fußgänger mussten sich an die Motorisierung – und die gebotene Umsicht auf der Straße – erst…

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falsch meldung

DIE WARNUNG ist unmissverständlich: Wenn Karl II. nichts unternehme, dann griffen Verschwörer nach der Macht. Papisten – Katholiken also – planten ein Blutbad, so wird der König von England am 27. September 1678 gewarnt: Sie wollten nicht nur alle protestantischen Würdenträger umbringen, sondern trachteten auch nach dem Leben des Königs. Anschließend würden sie den Herzog von York auf den Thron setzen, Karls Bruder, ein treuer Katholik. Als Beweis wird dem König ein Manuskript vorgelegt. Karl bleibt skeptisch, setzt aber einen Friedensrichter ein, der den Hauptinformanten trifft: den Geistlichen Titus Oates, der wegen verschiedener Delikte sein Priesteramt verloren hat. Er habe auf einem Jesuiten-Treffen von den Mordplänen erfahren, sagt Oates aus. Die angebliche Verschwörung schlägt in dem Land, in dem sich Anglikaner und Katholiken misstrauisch gegenüberstehen, hohe Wellen. Vielen Anglikanern gelten Katholiken…

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mühlenberg-legende

WAS SAGT DIE LEGENDE? Um ein Haar wäre Deutsch die offizielle Amtssprache der USA geworden: Ende des 18. Jahrhunderts fand im Bundesstaat Pennsylvania eine Abstimmung darüber statt, ob Deutsch oder Englisch diesen Rang einnehmen sollte. Schließlich fehlte dem Antrag nur eine einzige Stimme zum Erfolg – ausgerechnet die des deutschstämmigen Parlamentssprechers Frederick Mühlenberg (auch Muhlenberg geschrieben). Deutsch wäre zur Weltsprache geworden, wenn die Abstimmung anders ausgefallen wäre. WIE WURDE SIE ÜBERLIEFERT? Die Legende entstand um 1840, und der deutsche Rechtshistoriker und Politiker Franz von Löher griff sie für sein 1847 veröffentlichtes Buch „Geschichte und Zustände der Deutschen in Amerika“ auf, wodurch sie weit verbreitet wurde. Darin schreibt er, dass eine Abstimmung über Deutsch als Amtssprache in Pennsylvania mit einem Patt ausgegangen sei. Aus der Abstimmung in Pennsylvania wurde im Laufe der Legendenbildung eine…

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aufklärung im hörsaal

Lust, Selbstbefriedigung, Fortpflanzung: Die Studenten des Naturforschers und Philosophen Christian Wolff (1679–1754) konnten sich in Halle für ein Kolleg zum Thema Zeugungslehre einschreiben. Was der Professor dort genau referierte, war lange unbekannt. Der Wissenschaftshistoriker Dr. Stefan Borchers hat in der Universitätsbibliothek Halle eine Nachschrift jener Privatvorlesung von 1717/18 entdeckt. Derzeit ediert er das Manuskript. Christian Wolff war Professor an der Philosophischen Fakultät. Was hat Fortpflanzung mit Philosophie zu tun? Die Frage, wie neues Leben entsteht, wie der Körper und die Seele entstehen, gehörte damals in das Fach der Philosophie – und zwar schon seit Aristoteles. Die Naturwissenschaften haben sich erst ab Ende des 18. Jahrhunderts aus dem Verband der philosophischen Disziplinen herausgelöst. Die Mediziner wiederum interessierten sich eher für Themen wie sexuelle Dysfunktion oder Unfruchtbarkeit. Also fiel alles, was die Physiologie an…

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