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Kultur & Literatur
P.M. HISTORY

P.M. HISTORY 12/2019

"P.M. HISTORY ist das vielseitige, lebendige Geschichtsmagazin, das seriös und verständlich informiert, glänzend unterhält und immer wieder überrascht. P. M. HISTORY bietet packende Lesestücke aus allen Epochen – eben die besten Geschichten aus der Geschichte – übersichtlich im Inhaltsverzeichnis in einem Zeitstrahl chronologisch geordnet. P. M. HISTORY konzentriert sich nicht auf ein geschichtliches Thema pro Heft, sondern bietet in jeder Ausgabe eine Fülle von Themen. In jeder Ausgabe von P. M. HISTORY gibt es einen Großen Sonderteil, der sich ausführlich einem geschichtlichen Thema widmet. Das können sowohl historische Persönlichkeiten als auch bestimmte Epochen oder Ereignisse sein. Faszinierende Reportagen, Interviews z.B. mit bekannten Autoren oder Wissenschaftlern sowie Empfehlungsseiten für Bücher und Filme runden das redaktionelle Angebot ab."

Land:
Germany
Sprache:
German
Verlag:
DPV Deutscher Pressevertrieb
Erscheinungsweise:
Monthly
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12 Ausgaben

in dieser ausgabe

2 Min.
es ist still geworden um den dalai lama

LIEBE LESERIN, LIEBER LESER, an Jubiläen hat es im Jahr 2019 wahrlich nicht gefehlt: 80 Jahre Zweiter Weltkrieg, 70 Jahre Grundgesetz, 30 Jahre Mauerfall. Um nur einige zu nennen. Kein Wunder, dass ein anderer Jahrestag fast unbemerkt verstrichen ist. Im März jährte sich der Tibetaufstand zum 60. Mal. Damals, im Frühjahr 1959, erhoben sich die Tibeter gegen die Chinesen – vergeblich. Ihr als „Ozean der Weisheit“ gepriesenes Oberhaupt, der Dalai Lama, musste nach Indien fliehen. Dort lebt er immer noch und wird seine Heimat wohl nie mehr wiedersehen. Denn die chinesische Volksrepublik, die sich Tibet als autonome Region einverleibt hat, kontrolliert das Land effektiver als je zuvor. Seit Jahrzehnten schon sehen die Tibeter deshalb ihr nationales Erbe in Gefahr. Und manche – bislang rund 150 Menschen – haben sich gar aus…

1 Min.
basteibrücke

WIE EIN WEG INS NIRGENDWO wirkt die Basteibrücke am frühen Morgen, wenn winzige Wassertropfen einen Schleier um die berühmte Felsformation in der Sächsischen Schweiz legen. Tatsächlich aber führt die 76,5 Meter lange Brücke über eine 40 Meter tiefe Schlucht in Richtung Burg Neurathen. Wenn sich der Nebel verzogen hat, gewährt sie spektakuläre Ausblicke auf das Elbsandsteingebirge. 1826, auf dem Höhepunkt der deutschen Romantik, wurde hier zunächst eine Holzbrücke errichtet. Wegen der zunehmenden Besucherströme reichte diese jedoch schon bald nicht mehr aus und musste bereits 1851 der heutigen Sandsteinbrücke weichen.…

1 Min.
der löffel-protest

Wie heißt es so schön: „Wer mit dem Teufel essen will, muss einen langen Löffel haben.“ Auf dieses alte Sprichwort spielten Anhänger der rechtskonservativen Gruppe League of Empire Loyalists am 18. April 1956 in London an, als sie einen drei Meter langen Holzlöffel Richtung Downing Street Nr. 10 bugsierten, der Adresse von Premierminister Anthony Eden. Der erwartete nämlich die Sowjetführer Nikita Chruschtschow und Nikolai Bulganin zu einer Dinner-Party. Ein Skandal in den Augen der „Loyalisten“. Sie sahen in den kommunistischen Machthabern „rote Bestien“, die in ihrem Land nichts verloren hätten. Als Eden die Besucher begrüßte, brüllten sie in einen Verstärker: „Sir Anthony Eden hat gerade Mördern die Hände geschüttelt!“ Und auf dem Schild am Löffel hieß es süffisant: Die „Loyalisten“ fürchten, dass selbst dieses Riesenbesteck „nicht groß genug sein wird…

2 Min.
falsch meldung

ES IST EIN SENSATIONELLER Fund, über den der „Manchester Guardian“ am 21. November 1912 exklusiv berichtet. Im Süden Englands sei ein „Millionen Jahre alter“ Schädel eines frühen „Jägers“ ausgegraben worden. Der Bericht versetzt die Insel in Entzückung. Schließlich scheint der Fund zu beweisen, dass Homo sapiens in Europa entstand und die Evolution vom Gehirn ausging. Der erste Mensch: ein intelligenter Brite! Am 12. Dezember stellt der Paläontologe Arthur Smith Woodward, Direktor der geologischen Abteilung des British Museum of Natural History, den Schädel auf einer Tagung der Geological Society of London genauer vor. Während der Unterkiefer und ein Eckzahn noch an einen Affen erinnern, sieht das dicke, gewölbte Schädeldach schon verblüffend menschlich aus. Es handle sich um die lange gesuchte Lücke zwischen Menschenaffe und Mensch. Ursprünglich hatte Woodwards Freund, der Hobby-Archäologe Charles Dawson,…

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kaspar hauser

WAS SAGT DIE LEGENDE? Am 26. Mai 1828 taucht ein etwa 16-Jähriger in Nürnberg auf. Er wirkt zurückgeblieben und verwahrlost. Als seinen Namen schreibt er „Kaspar Hauser“ auf. Er hat zwei Briefe bei sich: von einem Tagelöhner, der ihn angeblich als Findelkind aufgezogen, aber nie aus dem Haus gelassen hat, und von seiner angeblichen Mutter, die einen Rittmeister als Kaspars Vater angibt. Hauser kommt zu Pflegeeltern, stirbt nach dem zweiten Attentat auf ihn 1833. Beliebtestes Gerücht: Er sei der entführte Erbprinz von Baden. WIE WURDE SIE ÜBERLIEFERT? 1834 entsteht ein erstes Bänkellied, danach wird seine Geschichte in zahllosen Melodramen, Gedichten (etwa von Rilke, Arp, Klabund) und Prosastücken aufgegriffen und weiter mystifiziert. Wichtiger Roman: „Caspar Hauser oder Die Trägheit des Herzens“ von Jakob Wassermann 1908. Filme: Werner Herzog (1974), Peter Sehr (1993). Bis heute…

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menschen nach maß

Auf der Suche nach den optimalen Untertanen: Seit der Antike entwerfen Staatsdenker, Ökonomen und Mediziner Modelle, wie die Bevölkerung „verbessert“ werden könnte. Aber wie weit sollte die Herrschaftsgewalt gehen? Die Historikerin Maren Lorenz hat in einer Studie Menschenzucht-Utopien zwischen 1500 und 1870 in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den USA analysiert – jener Zeit, in der die gedanklichen Grundlagen für die spätere Eugenik geschaffen wurden. Ausgerechnet während der Aufklärung im 18. Jahrhundert haben Wissenschaftler verstärkt über die „richtige“ Fortpflanzungspolitik diskutiert. Warum? Das hängt damit zusammen, dass Aufklärer die sogenannte „Glückseligkeit des Staates“ sicherstellen wollten. Im Prinzip ist Wohlstand gemeint. Damit ein Staat gedeiht, so die Überlegung, braucht er nützliche Bürger: starke Soldaten, belastbare Bauern, geschickte Handwerker. Dieser staatlichen Glückseligkeit muss sich das einzelne Individuum unterordnen. Man brauchte also nützliche, gesunde Menschen. Und wie sah…