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Kultur & Literatur
P.M. HISTORY

P.M. HISTORY 01/2020

"P.M. HISTORY ist das vielseitige, lebendige Geschichtsmagazin, das seriös und verständlich informiert, glänzend unterhält und immer wieder überrascht. P. M. HISTORY bietet packende Lesestücke aus allen Epochen – eben die besten Geschichten aus der Geschichte – übersichtlich im Inhaltsverzeichnis in einem Zeitstrahl chronologisch geordnet. P. M. HISTORY konzentriert sich nicht auf ein geschichtliches Thema pro Heft, sondern bietet in jeder Ausgabe eine Fülle von Themen. In jeder Ausgabe von P. M. HISTORY gibt es einen Großen Sonderteil, der sich ausführlich einem geschichtlichen Thema widmet. Das können sowohl historische Persönlichkeiten als auch bestimmte Epochen oder Ereignisse sein. Faszinierende Reportagen, Interviews z.B. mit bekannten Autoren oder Wissenschaftlern sowie Empfehlungsseiten für Bücher und Filme runden das redaktionelle Angebot ab."

Land:
Germany
Sprache:
German
Verlag:
DPV Deutscher Pressevertrieb
Erscheinungsweise:
Monthly
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12 Ausgaben

in dieser ausgabe

2 Min.
strahlende fassaden und düstere geheimnisse

LIEBE LESERIN, LIEBER LESER, vor ein paar Monaten stand ich auf dem Petersplatz in Rom. Längst nicht zum ersten Mal, aber ich war wie immer beeindruckt. Es ist ja auch ein spektakuläres Ensemble: die Fassade des Petersdoms mit seiner gewaltigen Kuppel, dazu die barocken Kolonnaden, die einen wie riesige Arme umfangen. Mein liebstes Detail aber ist der Obelisk in der Mitte des Platzes – auch weil er älter ist als die ganze Pracht um ihn herum. Vor mehr als 2000 Jahren aus einem ägyptischen Steinbruch geschlagen, vom Kaiser Caligula mit einem eigens gebauten Boot nach Rom gebracht, wurde er in einer antiken Rennbahn aufgestellt. In jenem Circus, in dem später angeblich der Apostel Petrus hingerichtet wurde. Der erste Papst. Wenn dieser steinerne Zeitzeuge uns doch nur berichten könnte! Dieses Heft erzählt sozusagen,…

1 Min.
yongding

EINE RUNDE SACHE: In den Tälern der südchinesischen Provinz Fujian erheben sich Hunderte Tulou-Rundhäuser aus Lehm. Innerhalb ihrer Kreise spielt sich noch heute das Leben ganzer Dorfgemeinschaften ab. Die Tulou bieten Wohnraum für bis zu 800 Menschen, dazu in ihrer Mitte häufig Ahnentempel. So offen die Häuser innen wirken, so abweisend sind sie nach außen: Das Volk der Hakka hat sie zwischen dem 13. und 20. Jahrhundert als Schutzbauten errichtet. Deshalb sind die Mauern bis zu zwei Meter dick und 20 Meter hoch, nur ein Eingang führt ins Innere. Eine regelrechte Wohnfestung.…

1 Min.
der kostüm-tick

Stolz steht er da, der Kaiser. Sein Hut, ein Dreispitz, sitzt. Der Spazierstock: voller Tatkraft in die Luft geschwungen. Und die Uniform: echt historisch. Wilhelm II. posiert in preußischer Offizierskleidung aus der Zeit von Friedrich dem Großen um 1897 in Potsdam vor dem Marmorpalais. Auch sein Gefolge darf bei der Verkleidungs-Aktion mitmachen (man beachte die Perücken!). Nur der Gast an seiner Seite, der von ihm so verehrte Maler Adolph von Menzel, fällt aus der Reihe. Solche historischen Kostümfeste waren keine Seltenheit am kaiserlichen Hof. Schließlich hatte Wilhelm ein Faible für Uniformen: ob russische, englische, österreichische, osmanische oder schwedische Kluft – er schlüpfte in etliche Rollen. Der Kaiser, ein Selbstdarsteller, sehnte sich stets nach Verehrung, Inszenierung und der großen Bühne. Praktischerweise konnte er mit der Maskerade auch seine eigenen Selbstzweifel überspielen.…

2 Min.
falsch meldung

SEIT DEM KRIMKRIEG in den 1850er-Jahren fühlen sich die Menschen in der britischen Kolonie Neuseeland vom expandierenden russischen Riesenreich bedroht. In dem Krieg, in dem Osmanen, Franzosen und Briten gegen die Truppen des Zaren kämpften, waren auch Soldaten aus dem Commonwealth im Einsatz. Seither sind immer wieder russische Kriegsschiffe im Südpazifik aufgetaucht. Eine Invasion scheint nur eine Frage der Zeit. Und am 17. Februar 1873 ist es offenbar so weit. In der Frühe sei der stählerne Kreuzer Kaskowiski in den Hafen Aucklands eingedrungen, berichtet an diesem Tag die Zeitung „Daily Southern Cross“. 953 russische Soldaten seien an Land geströmt und hätten die Banken geplündert. Mittlerweile befänden sich der Bürgermeister sowie etliche führende Politiker und Banker in ihrer Gewalt. Würden nicht rasch 250000 Pfund gezahlt, werde die Stadt niedergebrannt. Und: Zwischen England…

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meerjungfrauen

WAS SAGT DIE LEGENDE? Sirenen, Nixen, Meerjungfrauen sind oben Frau und unten Fisch – wobei der Schwanz für gewöhnlich in einer waagerechten Fluke mündet, wie bei vielen Meeressäugern. Sirenen waren ursprünglich Frauen-Vogel-Mischwesen und kamen erst im Mittelalter zu ihren Schuppen. Während sie mit Gesang Seeleute verwirrten und in den Untergang stürzten, entwickelten sich Meerjungfrauen zu prinzessinnengleichen, verzauberten Wesen, die durch den Kuss eines schönen Jünglings zurückverwandelt werden konnten. WIE WURDE SIE ÜBERLIEFERT? Die alten Griechen hatten ihre Sirenen, im frühen 14. Jahrhundert tauchte dann in Sagen der jungfräuliche Wassergeist Undine auf, der erst nach der Vermählung mit einem Mann eine Seele bekommen würde. Undine inspirierte Hans Christian Andersen 1837 zu „Die kleine Meerjungfrau“, bei der sich wiederum Disney für seine Zeichentrick-„Arielle“ bediente. Doch schon vorher hatten die Nixen einen Imagewandel vollzogen, galten als…

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mütter in der bronzezeit

Eines Tages schwanger zu werden und Kinder zu gebären galt lange als natürlicher Lebensweg der Frauen. Die Archäologin Katharina Rebay-Salisbury erforscht seit 2015, ob und wie sich der soziale Status von Frauen in der europäischen Bronzezeit geändert hat, wenn sie Mutter wurden. Dafür untersucht sie in Österreich Bestattungsplätze aus der Zeit zwischen 2200 bis 800 v. Chr. Was war über die Mutterrolle in der Bronzezeit bekannt, als Sie mit Ihren Forschungen begonnen haben? Als ich angefangen habe zu recherchieren, gab es noch gar keine Daten. Lange wurde angenommen, eine Frau mit zehn Kindern sei von der Gesellschaft besonders wertgeschätzt worden. Eine naive Annahme des 19. Jahrhunderts. Die Geschichte ist oft die der Krieger und Helden und nicht die der Frauen. Erst seit einigen Jahren fragen Archäologen und Historiker verstärkt: Was ist mit…