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stern Crime

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34/2020

"Unter dem Motto ""Wahre Verbrechen. Wahre Geschichten."" berichtet STERN CRIME von realen Kriminalfällen und deren Aufklärung, beleuchtet aber auch das Schicksal der Opfer und die Motive des Täters. Das Heft liefert alle zwei Monate einfühlsame Texte und zurückhaltende, aber zugleich eindringliche Bebilderung der Geschichten. Die seriöse Berichterstattung umfasst Interviews mit Ermittlern, beleuchtet Tathintergründe und verschafft fesselnde Einblicke in die polizeiliche Aufklärungsarbeit. Mit seinen Reportagen über wahre Verbrechen spricht STERN CRIME Leser an, die den Nervenkitzel lieben und sich für den psychologisch-sozialen Kontext realer Kriminalfälle interessieren."

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Land:
Germany
Sprache:
German
Verlag:
DPV Deutscher Pressevertrieb
Erscheinungsweise:
Bimonthly
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6 Ausgaben

in dieser ausgabe

1 Min.
masterclass

VON DEN BESTEN LERNEN stern Crime bietet ab dem kommenden Jahr Onlinekurse an, bei denen Kriminalexperten über ihr Fachgebiet sprechen und Kenntnisse ihrer Arbeit vermitteln. Die Kurse dauern jeweils 90 bis 120 Minuten und sind live, Nachfragen an die Lehrenden sind möglich. Die erste Session findet am 11. Februar 2021 statt: Alexander Horn, Leiter der Operativen Fallanalyse in München, erzählt von seinen Methoden bei der Verbrecherjagd, klärt auf, was ihn von Profilern in Krimis unterscheidet und gibt Einblicke, wie er seinen schwierigsten Fall löste: den des Maskenmannes. Infos: stern-crime.de/Masterclass…

2 Min.
editorial

ANGST … … macht uns jedes Verbrechen. Aber einige erschüttern uns mehr als andere. Manche, weil sie so brutal sind, manche, weil das Opfer uns besonders schützens- oder liebenswert erscheint. Und bei manchen ist die Erklärung nicht ganz so einfach zu finden. Für diese Ausgabe hat sich unsere Autorin Chantale Rau auf eine emotionale Spurensuche begeben. Sie recherchierte zum Fall des „Norddeutschen Pferderippers“, der Dutzende Hengste, Fohlen und Stuten nachts in Ställen und auf Weiden erstochen hat. Seine Opfer waren keine Menschen, sondern Tiere. Dennoch sorgte dieser Fall bundesweit für außergewöhnlich große Empörung und Besorgnis. Oder vielleicht genau deswegen? Warum berühren uns manche Taten besonders tief? Unsere Autorin ging auch dieser Frage nach. Sie traf den Leiter der damaligen Sonderkommission, der sich bis heute schwer erklären kann, warum ausgerechnet ein Fall von Tierquälerei…

6 Min.
selber schuld

Kennen Sie diesen Sketch der britischen Komikerin Tracey Ullman? Sitzt ein Mann, gerade Opfer eines Raubüberfalls geworden, der „Kommissarin“ Ullman im Polizeibüro gegenüber. „Und als Sie überfallen wurden, trugen Sie da das Gleiche wie jetzt?“, fragt die Kommissarin (noch) freundlich. Der Mann im Anzug ist irritiert. „Ich verstehe nicht, was das mit dem Überfall zu tun…?“ Die Kommissarin, jetzt strenger: „Sie sehen geradezu provozierend wohlhabend aus. Ist ein bisschen wie eine Einladung, nicht wahr. Als ob sie Werbung machen dafür, was sie so alles haben …“ Ist selbstverständlich alles nur Spaß! Im wirklichen Leben würde kein vernünftiger Mensch einem Ausgeraubten die Schuld daran geben, dass er überfallen wurde. Aller Erfahrung nach nicht einmal, wenn das Opfer eine Frau ist. Frauen aber, die vergewaltigt wurden, Frauen, die von ihrem Partner oder Ex-Partner…

20 Min.
ein jünger in der stadt der engel

Downtown Los Angeles. Dunkles Herz Kaliforniens. Sein Zuhause. Er fuhr den gestohlenen Toyota an den Straßenrand, stieg aus und suchte sich einen verborgenen Winkel. Davon gab es hier genug. Stadtgestrüpp. Er kochte das restliche Kokain auf, band sich den Arm ab und spritzte sich die Droge in die Vene. Intensiver, als das Zeug einfach zu schnupfen. Viel intensiver. Sofort fluteten die Reize auf ihn ein. Fiebertraum L. A. Zurück im Toyota, drehte er die Musik hoch und cruiste durch die Stadt. Aufgekochter Wahnsinn, Heavy Metal und die verschlungenen Freeways – das war seine Welt. Er brauchte Geld für den nächsten Schuss. Kein Problem. Er kannte viele Wege. In all den Jahren war er zu einem Schatten geworden. Nichts konnte ihn aufhalten. In einem ärmlichen Viertel hielt er an und zog sich ein…

5 Min.
holzameisen

Vor ihrem Tod kauft Veronika G. Pralinen. Dann macht sie ein paar Urlaubsbesorgungen. Mit ihrem Mann Klaus will sie in den USA Verwandte besuchen. In drei Tagen soll es losgehen. Es ist Freitag, der 25. Juli 1997, Veronika G. wird nicht in den Flieger steigen. Die G.s sind ein protestantisches Vorzeigepaar. Sie sind seit 29 Jahren verheiratet und leben auf einem alten Rittergut in Beienrode, einer 600-See-len-Gemeinde im Südosten Niedersachsens. Zum Gut gehören eine Kapelle, ein Pfarrhaus und das Seniorenheim „Haus der helfenden Hände“. Klaus G., 56, ist bundesweit bekannt für sein Engagement in der Friedensbewegung und in der Gemeinde beliebt, dank seiner Predigten und Hauskonzerte. Seine 53-jährige Frau stammt aus einer einflussreichen Theologenfamilie, die ihr auch das Rittergut vererbt hat. Sie ist ehrenamtliche Bürgermeisterin und gemeinsam mit ihrem Mann Leiterin…

23 Min.
ein tier

IM MORGENGRAUEN TRITT DIE FRAU AUF DIE WEIDE. Im Gras sieht sie das Pferd liegen. Erst glaubt sie, es schlafe. Doch es atmet nicht. Weite Stichwunden klaffen auf dem schweren Körper. Das Pferd, das auf ihrem Hof seinen Lebensabend verbringen sollte, ist tot. Knapp 50 Mal durchbohrte etwas den alten Wallach, er hat Verletzungen in Herz und Lunge. Ihr Mann, ein pensionierter Kapitän, sagt später, das Tier habe ausgesehen, als wäre es durch Maschinengewehrsalven gelaufen. Es sei ihm schwer erklärlich, wie ein Mensch so etwas tun kann: „Dieser hier, der will Blut sehen.“ Niemand hat den Täter gesehen, niemand etwas gehört. Nur wenige Hundert Meter weiter feierten die Bewohner von Bienenbüttel ein Feuerwehrfest. Das Dörfchen liegt eingebettet in Wiesen und Feldern. Die Ilmenau schlängelt sich durch die Gemeinde. Im Sommer gleiten…