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Estilo de Vida Femenina
Brigitte WIR

Brigitte WIR 6/2018

"BRIGITTE WIR wendet sich an weltoffene und lebenskluge Frauen über 60, die jünger, fitter und unternehmungslustiger sind als jede Generation vor ihnen. Sie sind ganz viele, sie werden immer mehr – und sie wollen weder sich noch ihr Alter verstecken. Ihr Lebensgefühl: eher heiter. Die BRIGITTE WIR-Leserinnen können über vieles lachen, auch über sich selbst. BRIGITTE WIR ist ein neues Magazin, das die Wünsche, die Trauer und die Träume dieser Generation spiegelt. Es erzählt berührende Geschichten über den Verlust von Schönheit und Gesundheit, über den Wert von Freundschaft und spricht mit spannenden Künstlerinnen. Jede Ausgabe bietet neben Gesundheits-, Psycho- und Kulturthemen einen ausführlichen monothematischen Service-Teil, etwa zu den Themen Wohnen, Geld oder Medizin."

País:
Germany
Idioma:
German
Editor:
DPV Deutscher Pressevertrieb
Periodicidad:
Bimonthly
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6 Números

en este número

3 min.
editorial

Liebe Leserin, FORSCHER HABEN HERAUSGEFUNDEN, dass das Gefühl, allein zu sein, nicht immer etwas damit zu tun hat, wie wir leben. Wir können zu zweit leben, in einer WG, wie die Menschen, die sich von Monika Kohut, unserer Mensch 60 + -Gewinnerin, in eine gemeinsame Wohnung vermitteln lassen, S. 126, oder in einer Großfamilie. Und trotzdem fehlt manchmal etwas. Nämlich dann, wenn wir nicht verstanden, nicht mal gehört werden. Weil leider die Freundin, die mit am Tisch sitzt, schon wieder endlos über ihre langweiligen Urlaubserinnerungen schwadroniert, sodass wir einfach nicht zu Wort kommen, wie es unsere Autorin Karina Lübke auf S. 44 beschreibt. Obwohl wir eigentlich ernsthaft Rat suchten – oder dringend Trost brauchten, uns etwas von der Seele reden wollten. Nicht immer ist so ein Mangel an Feingefühl bei Zuhörern…

2 min.
mein silberfisch

Sie hat eine ruhige Art, meine Freundin, der Silberfisch. Dabei ist sie nie langsam, einfach nur ruhig. Gemächlich vielleicht. Doch nicht träge. Alles an ihr. Selbst wenn das Nudelwasser überkocht. Sie springt nicht aufgeregt vom Stuhl, sondern sagt: „War eh zu viel drin.“ In diesem Bruchteil einer Sekunde, in dem sich Hektik breitmachen könnte – ich stelle mir da ein kleines Männchen vor, das wild herumwuselt wie eine Wespe auf Irrflug – in diesem Sekundenbruchteil verändert sich ihr Blick minimal, scheint nach innen zu gucken und dem Hektik-Männchen mitzuteilen: „Nerv mich nicht.“ Das war’s. Keine unnötig schnellen Bewegungen, die ohnehin alles nur schlimmer machen. Keine umherirrenden Augen, die sowieso nichts finden. Kein Intervall-Blick auf die Uhr, der die Zeiger ja auch nicht bändigt. Sie macht alles in ihrer Zeit. Heißt…

3 min.
meine kleine höhle

Ecuador „Ich liege hier in den Armen des Liebesvogels“, erklärt Olivia Castro Busta. „Die Küste, auf der unsere Farm steht, hat sich verändert. Überall schießen Häuserblocks aus dem Boden. Fischer gibt es nicht mehr, in den Mangrovenbäumen hängen mehr Plastikflaschen als Früchte. Wenn ich traurig bin, erinnert mich der Vogel daran, dass es die kleinen Dinge sind, die wir zum Leben brauchen: einen Blick, eine Geste, die Zärtlichkeit und Zuneigung offenbaren. Mehr nicht.“ Thailand Ihr ganzes Leben hat Tae Leaman am Strand auf Koh Muk verbracht – „unter dem Schatten dieses Baumes, der keine Jahreszeiten kennt und das ganze Jahr bunte Tränen trägt. Als ich ein kleines Mädchen war und die japanischen Boote ankamen, rannte und rannte ich. Ich sah Feuer, Explosionen, meinen Vater sterben. Später sah ich Maschinen ankommen, die nichts tun,…

9 min.
„man bleibt auch im alter ein sinnlicher mensch“

Ein altes Haus im Wiener Stadtteil Grinzing, die Fassade vollkommen zugewachsen, als wolle sie sich verstecken. Erika Pluhar hat zwei Arbeitszimmer, eines davon ist ausschließlich fürs Tagebuch-Schreiben reserviert, ihre große Leidenschaft. Sie wirkt sehr wach, antwortet ausführlich und vergisst dabei ganz, Tee nachzuschenken. Mit charmantem Lächeln entschuldigt sie sich: Sie sei immer eine schlechte Hausfrau gewesen. BRIGITTE WIR: Sie leben seit 50 Jahren in diesem wunderschönen Haus weit weg vom Stadtzentrum. Genießen Sie die Stille, oder fühlt es sich auch mal einsam an? Erika Pluhar: Ich bin gern allein und mittlerweile auch ziemlich eigenbrötlerisch, ich brauche viel Freiraum. Aber ich bin ganz froh, dass mein Enkel Ignaz und seine Gefährtin hier wohnen und junge Leute ins Haus bringen, die mir zum Glück nicht vermitteln: Wir sind jung, und du bist alt. Mit 37…

15 min.
die heilende kraft des trostes

Mitgefühl hilft uns dabei, schwierige Zeiten zu überstehen. Trotzdem fällt es uns selbst und anderen oft schwer, das Richtige zu sagen und zu tun. Können wir das ändern? Es ist 32 Jahre her. Ich habe mich daran gewöhnt. Aber die Trauer ist geblieben. An einem Tag im April 1986 starb mein Vater. Er war 57 Jahre alt. Ich war 34. Und plötzlich in einem anderen Leben. Jetzt wusste ich, was Schmerz ist, was Verlust bedeutet, wie stark ich sein muss. Der sogenannte Ernst des Lebens – hier hat er begonnen. Und dann nie wieder aufgehört. Ich war wütend. Ein Mensch, ein durch und durch wunderbarer Mensch, den ich, den viele brauchten, wurde vom Schachbrett genommen. Und das Spiel ging einfach weiter. Finster sah ich jeden älteren Mann auf der Straße an, ich…

8 min.
feiner zug

Die blonde Frau am Mikrofon räuspert sich. Sie ist an öffentliche Auftritte eigentlich gewöhnt, aber hier und heute wirkt sie ein bisschen nervös. Vielleicht, weil sie gleich etwas aus ihrem Frühwerk vorlesen wird, Autoren ist es ja nicht selten peinlich, das eigene geschriebene Wort laut an andere weiterzugeben. Aber dann beginnt sie doch mit ihrer Geschichte. „Ein ganz normaler Tag“ heißt sie. „Ich wurde um 7.15 Uhr von meiner Mutter geweckt, bin aber erst um halb acht aufgestanden“, hört man die monotone Stimme der Frau über die Lautsprecher deklamieren, „ich war müde, hatte große Probleme aufzustehen. Habe gefrühstückt und die Jacke angezogen. Auf dem Weg zur Schule traf ich Birgitte, dann mussten wir auf Solveig warten, die verspätet war. Alle waren müde.“ Im weiteren Verlauf erfährt der Zuhörer, wie sich…