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Estilo de Vida Femenina
Brigitte WIR

Brigitte WIR 04/2020

"BRIGITTE WIR wendet sich an weltoffene und lebenskluge Frauen über 60, die jünger, fitter und unternehmungslustiger sind als jede Generation vor ihnen. Sie sind ganz viele, sie werden immer mehr – und sie wollen weder sich noch ihr Alter verstecken. Ihr Lebensgefühl: eher heiter. Die BRIGITTE WIR-Leserinnen können über vieles lachen, auch über sich selbst. BRIGITTE WIR ist ein neues Magazin, das die Wünsche, die Trauer und die Träume dieser Generation spiegelt. Es erzählt berührende Geschichten über den Verlust von Schönheit und Gesundheit, über den Wert von Freundschaft und spricht mit spannenden Künstlerinnen. Jede Ausgabe bietet neben Gesundheits-, Psycho- und Kulturthemen einen ausführlichen monothematischen Service-Teil, etwa zu den Themen Wohnen, Geld oder Medizin."

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País:
Germany
Idioma:
German
Editor:
DPV Deutscher Pressevertrieb
Periodicidad:
Bimonthly
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6 Números

en este número

3 min.
editorial

Liebe Leserin, NACHDEM DER RÖMISCHE KAISER AUGUSTUSvon der vernichtenden Niederlage seines Feldherren Varus gegen die Germanen erfahren hatte, soll er gerufen haben: „Varus, Varus, gib mir meine Legionen wieder!“ Ungefähr jedes Kind, das in der Schule Geschichte lernte, wurde früher mit diesem Spruch gequält. Offenbar auch unsere Art-Direktorin Annette Simons, denn als sie den Vorschlag hörte, das Gesundheitsthema dieses Heftes dem Vagusnerv zu widmen (S. 98), rief sie spontan: „Vagus, Vagus, wo sind meine Legionen?“ Dabei ist der Vagusnerv eigentlich kein bösartiger Typ, wie der alte Varus es gewesen sein soll, sondern für Ruhe und Entspannung zuständig. Und für das gemeinsame Lachen in der BRIGITTE WIR-Redaktion – beim ersten Treffen nach dem Corona-Lockdown. Dabei ging es eigentlich um ernstere Themen, nämlich um die Frage, was wir aus der Krise lernen wollen,…

2 min.
mein silberfisch

Wir sehen, hören und winken uns selten in letzter Zeit, meine Freundin, der Silberfisch, und ich. Manchmal ist das so. Da passt das eine nicht zum anderen Leben. Taktmäßig. Finde ich die Zeit, um anzurufen, ist der Abend fast schon keiner mehr und sie längst verabredet. Natürlich geht sie dann nicht ans Handy, steckt sie doch mitten in den Geschichten der Menschen um sie herum. Alles andere wäre unhöflich. Und das ist sie nicht, meine Freundin. Auch als wir neulich verabredet waren, spielte uns der Takt einen Streich, es gab ihn nämlich nicht einmal: „Heute bin ich stumm“, sagte meine Freundin am Telefon. Also vertagten wir unser Vertakten. Manche Freundschaften leiden unter Sendepausen. Unsere tut es nicht. Manchmal glaube ich sogar, dass sie uns guttun. Begrenzte Sendezeit mit Sommerpause führt dazu,…

4 min.
im farbfluss

Mit ihrer Sprühpistole verwandelt sie Architektur in einen Farbrausch Bild, Installation, Skulptur? All diese Zuschreibungen sind Teil ihrer Arbeiten, die einen wie ein Farbgewitter erwischen Sie hat nichts dagegen, wenn man auf ihrem Gemälde herumtrampelt. Groß genug für einen Fußmarsch ist ihr jüngstes Werk ja: Es erstreckt sich über fast 12 000 Quadratmeter, ein Riesending! Katharina Grosses bislang größtes Kunststück lässt sich nur schwer in Worte fassen. Es ist ein Rausch, ein Gewitter, nein, besser: eine Sturmflut aus Farben. Sie umspülen Mensch und Architektur, wogen hinaus aus dem Hamburger Bahnhof, Berlins Museum für Gegenwart, ergießen sich über Asphalt und Wege und branden schließlich die Fassaden der anliegenden Rieckhallen hoch, die als zusätzliche Ausstellungsfläche genutzt werden. „Ich male mich aus dem Gebäude heraus“, sagt Katharina Grosse über ihr buntes Gebilde, das sich in…

13 min.
über die generationen hinweg

Wann immer ich an meine Großmutter denke, geht automatisch eine Glastür auf, Gonga steht auf der Schwelle des Speisewagens, blauer Hut, weißer Mantel und in der rechten Hand ihr dunkelbrauner Stock, und ruft mit unerschütterlich guter Laune: „Schönen guten Morgen!“ Dieser Gruß, nachts um drei, verkündet mit einem 88-jährigen sächsischen Sopran, kam für all die gestressten Fahrgäste auf ihrer Fahrt durch ein Schweizer Unwetter so überraschend, dass für einen Moment der Dunst aus Übermüdung, Zigarettenluft und dem Geruch von nassen Kleidern zu verschwinden schien. Zwei Frauen lachten, und ein Mann sagte: „Da kommt ja endlich unser Schutzengel.“ Gonga antwortete: „Für so ein bisschen Regen brauchen Sie keinen Schutzengel“, durchschritt den Speisewagen und ließ die Fahrgäste allein mit ihrer schlechten Laune. Schließlich war sie auf der Suche nach einem Zugabteil für sich und…

4 min.
kein tier zum bier

Auf knapp 1200 Metern Höhe ist Silvia Beyers Almhütte bei Pfronten Ziel für gemütliche Wanderungen – und Veggie-Küche. Damit ist die Wirtin alpenweit bekannt geworden Die Hochzeitsgesellschaft, die den Weg zur Hündeleskopfhütte meistert, hält den Atem an – beim Blick auf die Allgäuer Alpen und das Zugspitzmassiv. Majestätisch ragen die Gipfel in den Himmel, im Tal erstreckt sich die wellige Ostallgäuer Moränenlandschaft. Der markante Turm der Pfarrkirche Pfronten ragt empor, Seen glitzern. „Für mich ist es einer der schönsten Momente am Tag, wenn ich aus dem Wald komme, und dann steht da meine kleine Hütte“, schwärmt Silvia Beyer, während sie sich die Zopffrisur für den Arbeitstag richtet. Sie wischt sich ihre Hände an der Dirndl-schürze ab, um Wildblumen und Kräuter zu pflücken: zum Garnieren und für den Salat. Statt Schnitzel und Speck…

3 min.
jetzt alle mal die augen schließen

Es heißt ja immer, Essen sei der Sex des Alters. Das ist natürlich Unsinn. Aus eigener Anschauung weiß ich: Der wahre Gipfel der Glückseligkeit jenseits der 30 ist der Mittagsschlaf. Gern auch kombiniert mit Sex und Essen, da bin ich offen! Aber selbst in seiner reinsten Form ist der Mittagsschlaf ein unvergleichlicher, wunderbarer Luxus. Zumal einer, der nichts kostet, außer einer halben Stunde Zeit. Und anders als Sex ist er völlig unaufwändig: einmal kurz die Beine langmachen, diesen wunderbaren Augenblick genießen, wenn man den zufallenden Augenlidern einfach nachgibt. Wenn der ganze Körper schwer wird, der Kopf ins Sofakissen sinkt und alle Umgebungsgeräusche für kurze Zeit zu einem dumpfen Brei verschwimmen. Bis mich das schlechte Gewissen wieder hochschrecken lässt. Soll ja keiner denken, ich hätte nichts zu tun! Und genau das ist…