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Estilo de Vida Femenina
Brigitte WIR

Brigitte WIR 05/2020

"BRIGITTE WIR wendet sich an weltoffene und lebenskluge Frauen über 60, die jünger, fitter und unternehmungslustiger sind als jede Generation vor ihnen. Sie sind ganz viele, sie werden immer mehr – und sie wollen weder sich noch ihr Alter verstecken. Ihr Lebensgefühl: eher heiter. Die BRIGITTE WIR-Leserinnen können über vieles lachen, auch über sich selbst. BRIGITTE WIR ist ein neues Magazin, das die Wünsche, die Trauer und die Träume dieser Generation spiegelt. Es erzählt berührende Geschichten über den Verlust von Schönheit und Gesundheit, über den Wert von Freundschaft und spricht mit spannenden Künstlerinnen. Jede Ausgabe bietet neben Gesundheits-, Psycho- und Kulturthemen einen ausführlichen monothematischen Service-Teil, etwa zu den Themen Wohnen, Geld oder Medizin."

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País:
Germany
Idioma:
German
Editor:
DPV Deutscher Pressevertrieb
Periodicidad:
Bimonthly
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6 Números

en este número

3 min.
editorial

vorwärts, rückwärts, seitwärts, ran Liebe Leserin, MANCHMAL plant die Redaktion die nächste Ausgabe der BRIGITTE WIR, alles liest sich spannend und sieht gut aus – aber irgendwas fehlt noch, etwas Überraschendes, das kurz Aufmerksamkeit weckt, wie ein Ausrufezeichen am Ende eines Satzes. Klarer Fall für Superwoman: BRIGITTE WIR-Bildredakteurin Bettina Andersen. Die zaubert immer was aus dem Hut. Diesmal zeigte sie Arbeiten der 81-jährigen britischen Künstlerin Tessa Traeger, die auf ganz eigene Art Äpfel, Zucchini oder Tulpen fotografiert (S. 74). Und alle waren sofort – bezaubert. Weil Tessa Traeger im ganz normalen Alltag neue Perspektiven findet, wie ein Schwimmer, der zum ersten Mal mit Taucherbrille unter sich späht und all die knall-bunten Fische, Krebse und Korallen am Meeresgrund entdeckt. Die Eigenschaft, die Tessa Traeger bei ihrer Motivsuche hilft, ist unstillbare, oft ziellose Neugier.…

2 min.
mein silberfisch

Meine Freundin, der Silberfisch, zeigt mir immer wieder, was sich im Laufe des Lebens so verändert. Sie ist mein Vorschaufenster, wenn man so will. Und neulich sah ich in diesem Fenster ganz deutlich, dass es Gesten gibt, aus denen man herauswächst. Merken wir ja alle gerade: Bussi-Bussi, Hand vorm Mund – passen nicht mehr. In der Mode klingt das dann beispielsweise so: Kann ich das noch tragen? Während meine Freundin sich glücklicherweise modisch wenig um Angemessenheit mit Altersbezug schert, tut sie das beim Begrüßen sehr wohl, wie ich bei unserem Treffen bemerke. Gerade, als ich das Bild von ihr, die in modischer Skinny-Hose, Ankleboots und angesagtem Oversize-Mantel mit leuchtend weißer Haarkrone vor mir steht, für die Zukunft abspeichern will, krümmt sie ihren oberen Rücken, zieht die rechte Schulter Richtung Ohr, kippt…

10 min.
die biopioniere

Um einen ersten Eindruck von der Atmosphäre auf dem Dottenfelderhof zu bekommen, setzt man sich am besten auf die Holzbank unter der Linde. Hoch und groß überragt sie das denkmalgeschützte Gehöft, ein Treff- und Aussichtspunkt, wie man ihn oft in Dörfern findet. Und wie in einem Dorf leben die gut 100 ständigen Bewohner*innen hier tatsächlich: als eine autonome, selbst gewählte Lebens- und Betriebsgemeinschaft. Zu dieser zählen die für den Hof verantwortlichen Landwirte und ihre Familien, dazu einige Rentner, die früher für den Hof verantwortlich waren. Außerdem gibt es viele jüngere Bewohner, die in der Ausbildung sind, als Gesellen oder Lehrlinge, Praktikanten oder Landbauschüler. Im Karree gruppieren sich Ställe, eine Scheune sowie die ein- und zweistöckigen Fachwerkhäuser um den Innenhof, in denen die Wohnungen liegen. Neben der Hofeinfahrt gibt es ein Café,…

3 min.
essen wertschätzen

Meine Töchter und ich spielen im Supermarkt gern einmal Detektivinnen: Wir fahnden nach Solo-Bananen, aus dem Kühlregal fischen wir Milch mit nahem Mindesthaltbarkeitsdatum, wir kaufen krumme Möhren und suchen im Netz nach Rezepten für altbackenes Brot. Meinen Kindern macht das Spaß, und es schärft ihr Bewusstsein. Denn in Deutschland landen mehr als 18 Millionen Tonnen Lebensmittel pro Jahr im Müll. Das Bittere: Mehr als die Hälfte dieser Lebensmittel könnte bedenkenlos auf unsere Teller. So fliegen zum Beispiel Dosen mit Dellen und Obst mit braunen Flecken in die Supermarkttonnen. Familienmülleimer ächzen unter Nudelresten und Brotenden. Die Naturschutzorganisation WWF errechnete, dass die Deutschen pro Sekunde einen 313-Kilo-Lebensmittel-Müllhaufen produzieren. Die Nicht-Wertschätzung unserer Nahrungsmittel ist eine Hypothek für die kommenden Generationen. Und sie schadet uns schon heute. Momentan erleben wir das wie unter einem Brennglas.…

9 min.
„ich bin eine frau im wandel“

BRIGITTE WIR: Mit 17 sind Sie von zu Hause abgehauen und meldeten sich eine Woche nicht bei den Eltern. Was war da los? ULRIKE KRIENER: Ich war ein sonniges Kind, aber ein schwieriger Teenager. Schlecht in der Schule, dann eine Lehre versucht, mich verknallt, ich wusste nicht, wohin mit mir, immer dieses diffuse Bremer-Stadtmusikanten-Gefühl: Etwas Besseres als den Tod findet man allemal. Und ich war jung in den Siebzigern, da passierte viel, alles war im Umbruch. Waren Ihre Eltern sehr streng? Natürlich hatten sie sehr genaue Vorstellungen davon, wie ich mein Leben führen sollte, aber sie waren nicht engstirnig. Meine Familie ist katholisch, aber Religion wurde bei uns ohne Druck gelebt. Wir haben gebetet, sind sonntags in die Kirche gegangen. Aber ich bin heimlich weggegangen und habe meinen Eltern dadurch sehr viel an…

9 min.
offen für neues

„Mit dem Computer können Sie umgehen?“, fragte der Mann, der mir meinen ersten Job in Hamburg geben wollte. Auf Probe – ich sollte mich erst mal orientieren im großen Unternehmen. Meine Chance, kurz nachdem ich aus Ostberlin gekommen war, ein halbes Jahr, bevor die Mauer fiel. „Ja“, sagte ich, ohne zu zögern. Jetzt kann ich es ja zugeben: Das war glatt gelogen. Ich hatte so ein Ding bis dahin noch nicht einmal gesehen! Nach meinem ziemlich kühnen Eintritt ins neue Berufsleben hatte ich so vieles zu lernen, so vieles zum ersten Mal zu tun, dass mein Umgang mit dem PC zur Kleinigkeit schrumpfte, dank der Hilfe netter Kolleginnen konnte ich ihn bald so mühelos handhaben wie sie. Was ich mir allerdings bis heute gemerkt habe: Neugier lohnt sich. Ja, es war tatsächlich…