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stern Crime

stern Crime 30/2020

"Unter dem Motto ""Wahre Verbrechen. Wahre Geschichten."" berichtet STERN CRIME von realen Kriminalfällen und deren Aufklärung, beleuchtet aber auch das Schicksal der Opfer und die Motive des Täters. Das Heft liefert alle zwei Monate einfühlsame Texte und zurückhaltende, aber zugleich eindringliche Bebilderung der Geschichten. Die seriöse Berichterstattung umfasst Interviews mit Ermittlern, beleuchtet Tathintergründe und verschafft fesselnde Einblicke in die polizeiliche Aufklärungsarbeit. Mit seinen Reportagen über wahre Verbrechen spricht STERN CRIME Leser an, die den Nervenkitzel lieben und sich für den psychologisch-sozialen Kontext realer Kriminalfälle interessieren."

País:
Germany
Idioma:
German
Editor:
DPV Deutscher Pressevertrieb
Periodicidad:
Bimonthly
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6 Números

en este número

2 min.
es sind besondere …

… Zeiten, in denen unsere Vorstellung von Normalität, von öffentlichem Leben, von sozialem Miteinander in einem Ausmaß auf die Probe gestellt wird, wie es die meisten von uns noch nie erlebt haben. Es sind Zeiten, in denen sich auch die Arbeit aller Journalisten verändert. Unter erschwerten Bedingungen versuchen viele unserer Kollegen der Onlinemedien, der Tageszeitungen und Wochenzeitschriften den aktuellen, fundierten und seriösen Journalismus möglich zu machen, der gerade in diesen Tagen unverzichtbar ist. Auch Redaktion und Verlag von stern Crime arbeiten nun fast ausschließlich im Homeoffice. Unsere Reporter gehen nur noch bei ganz wenigen, wichtigen Anlässen nach draußen, was eine enorme Einschränkung ihrer Arbeit ist, denn die stärksten Geschichten entstehen fast immer dann, wenn man am Ort des Geschehens recherchiert, Beteiligte trifft, Erklärungen und Hintergründe in intensiven, persönlichen Gesprächen erfährt. Die Corona-Krise…

6 min.
ich sage jetzt nichts mehr

Nemo tenetur se ipsum accusare – niemand ist dazu verpflichtet, sich selbst durch eine Aussage zu belasten. Dieser Grundsatz, festgehalten im Paragraf 55 der deutschen Strafprozessordnung (StPO), bildet eine zentrale Säule unserer Rechtsordnung und war bereits Teil des römischen Rechts. 1877 wurde das Aussageverweigerungsrecht schließlich für den gesamtdeutschen Raum verbindlich. Der Nemo-tenetur-Grundsatz soll inquisitorische Verhörmethoden verhindern und ein faires Verfahren garantieren. Er besagt auch, dass es den ermittelnden Behörden nicht gestattet ist, aus dem Gebrauch dieses Rechts nachteilige Schlüsse zu ziehen. Wer sich nicht einlässt, also schweigt, dem darf dies nicht zur Last gelegt werden. Die Unschuldsvermutung gilt also ausnahmslos. Auch wenn dem Beschuldigten kein Wort über die Lippen kommt – und er so die Ermittlungs- und Aufklärungsarbeit der Behörden behindert. Doch kann ein Gericht das tatsächlich garantieren? Die Antwort ist so…

26 min.
der gastgeber

„WARUM?“ DAS IST, WAS MÄNNER WIE DENNIS NILSEN BETRIFFT, EINE RISKANTE FRAGE. SICH IHRE TATEN ERKLÄREN ZU WOLLEN FÜHRT SCHNELL AUF BRÜCHIGSTES EIS. Empathie, und sei sie auch beschränkt auf die normalen, nichtmörderischen Elemente seines Wesens, ist einem Dennis Nilsen gegenüber eine gefährlich menschliche Tugend. Der arbeitsame, redegewandte Angestellte aus einem Londoner Vorort, etwas distanziert zwar, aber mit von Kollegen geschätztem trockenen Humor, hatte von 1978 bis 1983 15 junge Männer aus Kneipen und Discos mit in seine Wohnung genommen und dort erwürgt oder in Eimern und seinem Spülbecken ertränkt. Er hatte ihre Leichen jeweils entkleidet, sie gebadet und abgetrocknet. Er hatte ihnen Unterhosen und Socken angezogen, sie geschminkt und in seinen Sessel gesetzt oder sie in sein Bett gelegt. Dort ließ er sie auf ihn „warten“, einen Ermordeten nach dem anderen, bis…

6 min.
die bananenkiste

Die Männer glauben zu wissen, wo sie suchen müssen: Da ist diese Reifehalle im bayerischen Eitting, sie kennen die Adresse. Sie kommen mit dem Auto. Und warten, bis das Licht ausgegangen ist. Dann brechen sie das Tor auf. Sechs Tage später, an einem Freitag im September 2017, füllen Rewe-Mitarbeiter im südbayerischen Kiefersfelden die Obst- und Gemüseregale auf. Eine Bananenlieferung ist eingetroffen, aus Eitting. Der Marktleiter öffnet die erste Kiste – und stößt auf 14 braune Päckchen, sauber eingeschweißt, ein jedes gefüllt mit einem weißen Pulver. Der Marktleiter ruft die Polizei. Schnell ist klar, dass es sich um Kokain handelt. Und dass der Fund kein Einzelfall ist. Auch in neun anderen bayerischen Rewe-Märkten tauchen braune Päckchen zwischen den Bananen auf. Insgesamt stellt die Polizei 228 Kilogramm Kokain sicher, mit einem Reinheitsgehalt von bis…

26 min.
drei freundinnen

DER 4. JULI 2012 WAR EIN DRÜCKEND HEISSER TAG IN STAR CITY,West-Virginia – der Auftakt zum wärmsten Monat des Jahres. Viele suchten Abkühlung im Kino oder nahmen ein Bad im Fluss, die 16-jährige Skylar Neese aber saß zu Hause und langweilte sich zu Tode. Ihre beiden Freundinnen waren ohne sie losgezogen, Skylar twitterte: Es nervt, zu Hause rumzuhängen. Danke, „Freunde“. Ich wäre jetzt auch gern dabei. „Ich habe zu ihr gesagt: Warum liest du nicht ein Buch?“, erinnert sich ihre Mutter. Mary Neese sitzt in ihrem Wohnzimmer und deutet auf das volle Regal. „Sie hatte alle ,Twilight‘-Bücher verschlungen. Und fing gerade an, sich für die Klassiker zu interessieren. Sie liebte ,Große Erwartungen‘ von Charles Dickens.“ Skylar war eine herausragende Schülerin. Nach den Sommerferien wäre sie in die elfte Klasse gekommen. Sie…

8 min.
sterben und wachsen

Die Frau konnte fliehen und ging zur Polizei. An den exakten Tatort erinnerte sie sich nicht mehr. Die Beamten entdeckten jedoch zwei winzige Blattstücke an ihrer Kleidung und schickten diesen Fund zu Mark Spencer ins Labor. Sie wollten herausfinden, wo genau der Mann die Frau überfallen hatte. Dort wollten sie nach Spuren suchen. Die Blattfragmente waren grünbraun und maßen weniger als einen Zentimeter im Durchmesser. Die Blattadern formten ein netzartiges Muster, wie eine Straßenkarte. Eine Birke, vermutete Spencer. Er ging ins Herbarium des Natural History Museum in London, eine Sammlung mit Millionen getrockneter Pflanzen. Er legte die Stücke unters Mikroskop: Weißbirke. Spencer fuhr mit der Polizei los, um den Tatort einzugrenzen. Das Suchgebiet umfasste eine große Fläche mit Eichen, Eschen und Weißdornbüschen. Spencer wanderte umher und entdeckte zwei kleine Bereiche,…