Es war ein großer Abend, im Théâtre des Champs-Élysées wurde Georg Friedrich Händels „Alcina“ gegeben, Barockoper, stundenlang, erträgt nicht jeder. Aber es war eine Sternstunde, glücklich kehrt die Runde Opernkritiker in ein Fischrestaurant ein, „NZZ“, „FAZ“, „La Stampa“, alle da. Man ist sich einig, diese Stimme hat ihre Hochzeit hinter sich, klar, Bartoli ist 51, aber der Mezzosopran ist groß, legendäre zweieinhalb Oktaven weit, aber wohldosiert.
„Ich weiß, woran es liegt“, sagt Helga Rabl-Stadler, Präsidentin der Salzburger Festspiele und Organisatorin dieser Opernreisegruppe. Seit 2012 arbeitet sie mit Bartoli als künstlerischer Leiterin der Pfingstfestspiele eng zusammen. „Sie liebt es, zu proben.“ Einmal habe sie, die Präsidentin, höflich angemahnt, Bartoli möge wenigstens sonntags Ruhe geben, auch Bühnenarbeiter und Musiker hätten Arbeitnehmerrechte. Beinahe ärgerlich habe sie mitbekommen, dass Bartoli am Sonntag darauf erneut…