Capital

11/2021

"CAPITAL erzählt Wirtschaft aus überraschenden, ungeahnten Perspektiven und versteht Wirtschaft nicht als nationale Angelegenheit, sondern immer als ein globales System. CAPITAL sieht und erklärt das große Ganze und setzt dabei auf ein ästhetisch anspruchsvolles und elegantes Design mit opulenten, kraftvollen Bildern. CAPITAL bestimmt seit über 50 Jahren den Wirtschaftsjournalismus in Deutschland und hat sich mit dem Relaunch im Mai 2013 zum Ziel gesetzt, Wirtschaft anders zu erzählen. Wirtschaft ist vielschichtiger, komplexer geworden und ist mit allen gesellschaftlichen Bereichen verwoben. Es bedarf einer ganzheitlichen, globalen Perspektive auf Wirtschaft. „Wirtschaft ist Gesellschaft“ heißt das Credo von CAPITAL und ist gleichzeitig ein Versprechen an die Leser. CAPITAL berichtet nicht nur über Wirtschaft, sondern durchdringt Wirtschaft."

Pays:
Germany
Langue:
German
Éditeur:
DPV Deutscher Pressevertrieb
Fréquence:
Monthly
7,63 €(TVA Incluse)
76,33 €(TVA Incluse)
12 Numéros

dans ce numéro

3 min
editorial

In diesem Jahr haben wir drei unterschiedliche Veränderungsgeschichten erzählt bekommen, die alle ohne Schluss und Pointe waren. Die erste war ein Märchen, die zweite eine Gute-Nacht-Geschichte und die dritte, nun, an der wird noch eifrig geschrieben. Sie besteht bisher aus Instagram-Bildern, gutem Willen und Metaphern über Brücken, die gebaut werden. Der Arbeitstitel: die neue Citrusfrische. Das Märchen, das wir ab dem Frühjahr hörten, handelte von einem Land, das sich angeblich grundlegend verändern will, und von einer jungen Frau, die Politik anders gestalten will. Es war eine Geschichte von einem Eroberungszug, die Stück für Stück in sich zusammenfiel. Die zweite Geschichte, die uns alle beruhigen und einschläfern sollte, erzählte ab Sommer Olaf Scholz: Er verbreitete die Botschaft, dass Veränderung ohne große Veränderung möglich sei, wenn er denn Kanzler ist. Er sei wie Merkel,…

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4 min
betr. capital

ZUM BEITRAG „DAS GELD DER SPÄTEN JAHRE“ (09/2021) Erstens: Die Finanzprobleme der Rentenversicherung kommen nicht zuletzt daher, dass sie seit Beginn dieser Republik als Goldesel für Wahlgeschenke missbraucht wird. Was als Erstes nötig wäre, ist eine klare Trennung zwischen der Rente, die auf eigenen beziehungsweise Arbeitgeberbeiträgen beruht, und politisch (als Gerechtigkeit) motivierten Aufwertungen. Das heißt, Vertriebenenrenten, Aufwertung Ost, Mütter- und Mindestrenten sind gesondert zu bilanzieren und bis auf den letzten Cent aus Beiträgen von Bund und Ländern zu zahlen. Zweitens: Ein Tipp für alle, die sich selbstständig machen wollen und über eine private oder (nach wie vor die beste Wahl) berufsständische Alternative für ihre Altersversorgung nachdenken: Wenn bereits Pflichtbeiträge in die Rentenversicherung gezahlt wurden, sollten Sie unbedingt auf 60 Beitragsmonate auffüllen – Mindestbeiträge reichen. Mir bringt eine Zahlung von knapp 900…

capitalde2111_article_010_01_01
1 min
kritik an digitaltreffen

Wenige Monate vor Beginn der Hauptversammlungssaison protestieren Aktionärsschützer und Investoren gegen eine dauerhafte Einschränkung der Rede- und Fragerechte von Aktionären durch reine Online-Veranstaltungen. „Das Mitspracherecht der Investoren wird so massiv geschwächt“, warnt etwa Ingo Speich von Deka Investment. Besonders betroffen seien Privatanleger, für die die Hauptversammlung die einzige Gelegenheit sei, sich mit Fragen und Kritik an ein Unternehmen zu wenden. „Die Aussprache zwischen Management und Anteilseigner hat eine fundamental andere Qualität als der Dialog hinter verschlossenen Türen, hier geht es um eine direkte Konfrontation unter Zeugen“, kritisiert auch Vanda Rothacker von Union Investment. Profiinvestoren wie Speich, auf Hauptversammlungen oft gefürchtet wegen ihrer scharfen Kritik am Management, alarmiert vor allem die Erfahrung dieses Jahres. Wegen der Corona-Pandemie konnten die jährlichen Treffen zuletzt nur digital stattfinden. Lediglich fünf Prozent der Unternehmen aus Dax,…

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1 min
„österreich hat ein massives korruptionsproblem“

Konnte man die „Ibiza-Affäre“ 2019 noch als skurrile Entgleisung betrachten, haben die Vorwürfe gegen den ehemaligen österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz eine andere Qualität: Kurz soll über Vertraute für sich vorteilhafte Berichte und Umfragen mit Steuergeld initiiert haben, Staatsanwälte ermitteln gegen zehn Personen. Da in Österreichs Affären oftmals dieselben Personen auftauchen, liegt die obige Polemik nah. Im Korruptionsindex von Transparency International Anfang 2021 lag das Land auf Platz 15, drei Ränge schlechter als 2019 – ein Resultat der Ibiza-Affäre. Ein Abrutschen im nächsten Index sollte nicht überraschen. Erschwerend kommt hinzu, dass viele Gesetzesvorhaben seit Jahren auf Eis liegen, etwa ein Verbot des Kaufs von Parteimandaten oder der Bestechung von Politikern, die bald ein wichtiges Amt antreten.…

2 min
deka gibt geschäft mit riester-verträgen auf

Der Druck auf die künftige Bundesregierung zur Reform der privaten Altersvorsorge steigt. Mit Deka Investments zieht sich ein weiterer wichtiger Anbieter de facto aus dem Angebot von staatlich geförderten Riester-Produkten für die Altersvorsorge zurück. Die verbliebenen Angebote des Hauses, die Fondssparpläne Deka-Zukunftsplan Classic und Deka-Bonusrente, sollen künftig nicht mehr vertrieblich unterstützt werden. Entsprechende Informationen von Capital bestätigte ein Deka-Sprecher. Der Rückzug eines so großen Anbieters wie Deka erhöht den Druck auf die Politik, die staatlich geförderte private Altersvorsorge zu reformieren. FDP und Grüne etwa favorisieren eine Aktienrente ohne Beitragsgarantie nach schwedischem Vorbild. Die SPD ist hier noch zurückhaltend. Die Fondstochter der deutschen Sparkassen stellt das Angebot nicht komplett ein, wird es jedoch nicht mehr bewerben. Um die Produkte für den Vertrieb zusätzlich unattraktiv zu machen, setzt Deka den Ausgabeaufschlag für beide Fonds…

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1 min
aufbrecher

DAS PROBLEM Im Jahr 2050 werden auf der Erde 9,6 Milliarden Menschen leben – etwa ein Drittel mehr als heute. Gleichzeitig sind Agrarflächen begrenzt. Die Landwirtschaft muss daher effizienter werden. Das gilt insbesondere für die ressourcenintensive Viehzucht. Sonst droht eine Ernährungskrise. DIE LÖSUNG Winterberg programmiert die DNS von Hefezellen um, sodass sie Milcheiweiß nach dem Vorbild der Kuh produzieren. Die Herstellung verbraucht im Vergleich zur klassischen Milchwirtschaft deutlich weniger Ressourcen. Zudem entsteht weniger CO₂. Geschmack und Textur des Käses sollen angeblich naturidentisch sein. DER MARKT Winterbergs Biotech-Start-up Formo will bis 2023 eine Zulassung in der EU bekommen. Global lockt ein Milliardengeschäft. Für die Entwicklung des veganen Käses hat Formo insgesamt 46,6 Mio. Euro eingesammelt – so viel wie keine andere europäische Foodtechfirma je zuvor. Fotos: picture alliance/AP Photo; PR…

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