DER HASS TRÄGT eine rote Mönchsrobe und ein schüchternes Lächeln. Er heißt Zin Nagar und bietet uns einen Sitz auf Plastikstühlen an und ein Glas Cola. Wir sitzen in der Halle seines Klosters; an deren Wänden riesige Fotos des schüchternen Mönchs, die ihn gemeinsam mit Aung San Suu Kyi zeigen, der Volksheldin.
Vor Kurzem, sagen wir, sind mehr als 600000 Rohingya aus Myanmar nach Bangladesch geflohen, sie wurden vertrieben, ihre Dörfer niedergebrannt. Die UN sprechen von „ethnischer Säuberung“.
Wie kann das sein?, fragen wir den Mönch. Wie kann das sein, in einem buddhistischen Land?
Zin Nagar, ein hochgewachsener, feingliedriger Mann, Mitte 30, findet darauf eine Antwort, auf die wir nicht vorbereitet waren: 3000 Muslime, sagt er mit sanfter, melodischer Stimme, hätten burmesische Polizeistationen an der Grenze überfallen. Nur 100…