Als es am Sonntagabend dämmert und sich endlich Ruhe über die Stadt gelegt hat, findet Münster zu Gott.Und damit wieder zu sich selbst.
Denn hier ist man Aufregung nicht gewohnt, hier ist es so geruhsam, wie es die alten Damenräder sind, auf denen Studenten und andere Einwohner über die Promenade der Friedensstadt fahren. Münster, das ist Beschaulichkeit und Gottvertrauen, Kopfsteinpflaster und Glockenbimmeln. Münster, das ist nicht: Terror, Medienrummel, zuckendes Blaulicht.
Deshalb ist der Moment, als Bischof Felix Genn vor den Altar tritt, ein Moment des Innehaltens. Man hört das Atmen der Menschen im zum Bersten vollen Paulus-Dom, und es klingt, ja, wie ein Aufatmen. Die Menschen stehen so dicht, Schulter an Schulter, als schützten sie einander vor dem Umfallen. Alte, Junge, THW-Helfer, Rettungssanitäter, Feuerwehrmänner, trotz der Hitze in voller Montur,…
