DETAIL

1-2/2022 Farbe und Struktur / Colour and Structure

-----DETAIL ist die internationale Zeitschrift für Architektur + Baudetail. Sie erscheint 10-mal im Jahr. Zusätzlich erscheinen die Sonderhefte DETAIL Green für nachhaltiges Bauen, DETAIL Structure als Schnittstelle zwischen Architekten und Bauingenieuren und DETAIL Inside mit allen relevanten Aspekten der Innenarchitektur. Das Fachmagazin wird in mehr als 90 Länder als bilinguale deutsch-englische Ausgabe geliefert. DETAIL bietet Dokumentationen und Informationen zu Bauobjekten aller Kategorien. Schwerpunkt: Das Detail im konstruktiven und architektonischen Zusammenhang. -----DETAIL is the international journal dedicated to architecture and construction details. Each issue focuses on a particular aspect of design, such as constructing with concrete, roof structures, etc. Emphasis is placed on presenting designs in great detail, and complementing these with drawings in practical scales and superb photographs that illustrate real world examples from near and far. Detail German/English Edition is published 10 times per year (+ special issues DETAIL Green, DETAIL Structure and DETAIL Inside).

Country:
Germany
Language:
German
Publisher:
DETAIL Business Information GmbH
Frequency:
Monthly
£10.93
£104.40
10 Issues

in this issue

5 min
editorial

Liebe Leserinnen und Leser, Dear Readers, Zu Beginn des Neuen Jahres eine perspektivische Frage, die uns seit einem Interview mit Bjarke Ingels und Kai-Uwe Bergmann von BIG nicht mehr loslässt: Hat die Zukunft schon längst begonnen? Die beiden Architekten sind sich da sicher. Sie arbeiten mit einflussreichen Partnern wie der Nasa an Projekten, die wie Science-Fiction klingen, aber bereits in Planung sind oder sogar schon realisiert werden. Dies betrifft nicht nur terrestrische Vorhaben der Bjarke Ingels Group wie das Hochgeschwindigkeitstransportmittel Hyperloop, sondern auch Interventionen auf dem Mond und dem Mars. Wer Bjarke Ingels zuhört, kommt leicht zur Überzeugung, dass ihre Besiedelung kurz bevorsteht. Welche Projekte BIG für das Leben auf anderen Planeten konkret plant und umsetzt, beschreiben die beiden Architekten im Interview (Seite 20). Für die Dokumentationen in dieser Ausgabe haben wir uns…

detailde2201_article_001_01_01
11 min
der klimawandel und die soziale frage

Climate Change as a Social Issue For Tatiana Bilbao from Mexico City, diversity and a culture of care are needed to combat the climate crisis. In this interview, she describes how architecture can help. Mexico City pumpt über weite Strecken Wasser in das Stadtgebiet. Aber die zunehmenden Dürren und der Klimawandel führen zu Engpässen bei der Versorgung, Wasser wird zu einer immer wertvolleren Ressource. Bist du Optimistin oder Pessimistin, wenn es um die Zukunft der Stadt geht? Mexico City wird sicher weiterhin dasein. Aber ich bin mir nicht sicher, ob es noch Menschen in der Stadt geben wird. Seit den 1970er-Jahren leitet das Cutzamala-System Wasser von weit her, bis aus dem Bundesstaat Hidalgo, über die Berge in das Tal von Mexico City. Wir sind in unserer Grundversorgung abhängig von anderen Teilen des Landes.…

detailde2201_article_008_01_01
8 min
londons neues kreativviertel

London’s New Design District With 16 buildings by eight architects, a new quarter in North Greenwich hopes to become a creative hub for the the UK’s capital city. Will it work? Londons neuer Design District ist einer jener Orte, die auf dem Papier betrachtet eigentlich nicht funktionieren können: ein kaum mehr als 1 ha großes Gelände, umgeben von hochpreisigen Wohn- und Bürotürmen. Acht Architekturbüros haben hier je zwei Solitärgebäude entworfen. Kann so ein völlig neues Stück Stadt wirklich zum Kreativviertel werden? Trotz aller Bedenken hat diese kleine Enklave im Südosten der Stadt das Potenzial, über den bloßen Charme des Neuen hinauszuwachsen. Ja, sie ist eine Kakofonie architektonischer Stimmen, aber die Anordnung der Gebäude und ihre Fassadengestaltung zeugen von einer sensiblen und umsichtigen Planung. Keiner der Baukörper hat mehr als vier Geschosse, da die…

detailde2201_article_014_01_01
27 min
science fiction wird schon bald realität

Will Soon Become Reality! Bjarke Ingels and Kai-Uwe Bergmann from BIG on optimism in Covid-19 times, creating a habitat on the Moon, and architecture as a pragmatic utopia. Die Bjarke Ingels Group kommuniziert ihre Ideen gerne mit Symbolen in knallbunten Farben, das macht ihre visionären Pläne umso eindrücklicher. Zu den spektakulären und vielbeachteten Projekten des internationalen Büros mit Sitz in Kopenhagen, New York, London, Barcelona und Shenzhen zählt nicht nur ein Habitat für den Mars, das BIG gemeinsam mit der Nasa und Icon entwickelt, sondern auch der Hyperloop. Das Hochgeschwindigkeitsverkehrsmittel befördert Menschen in einer luftleeren Röhre in Schallgeschwindigkeit. Werden diese Utopien tatsächlich schon bald Wirklichkeit? Wir haben Bjarke Ingels, Gründer und Kreativdirektor von BIG, und Kai-Uwe Bergmann, BIG-Partner und Bjarkes langjähriger Freund, nach ihrem Optimismus in Corona-Zeiten gefragt und wollten mehr über…

detailde2201_article_020_01_01
8 min
overcast house in london

Eine Farbberaterin und ihr Ehemann bewohnen das viktorianische Reihenhaus im Norden von London. Weil die Bauherrin von zu Hause aus arbeitet, wünschte sie sich einen ausreichend großen Raum mit gleichmäßigem Tageslicht. Ihr bisheriges Atelier war nach Süden zur Straße hin orientiert und hatte den Nachteil, dass direktes Sonnenlicht und die damit einhergehenden Schlagschatten die Farben stark verfälschten. Der neue Arbeitsraum sollte daher nach Norden ausgerichtet sein und dennoch viel Licht bieten. Auf dieser Seite war bislang die Küche in einem eingeschossigen, schmalen Anbau untergebracht, wie es für britische Wohnhäuser aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts typisch ist. Sie sollte dort auch bleiben. Deshalb vergrößerten die Architekten den Anbau, sodass er nun die gesamte Grundstücksbreite einnimmt. Seine Fassade besteht aus rosa gefärbten Betonschalen, die grünen Fensterprofile und das ebenso grüne,…

detailde2201_article_032_01_01
10 min
kunsthaus göttingen

Der lineare Kammputz des Neubaus in der Düsteren Straße erinnert an gestapeltes Papier. Er gibt damit einen ersten Hinweis auf die Nutzung: Im Kunsthaus Göttingen werden zeitgenössische Bücher, Druckgrafiken, Zeichnungen, Fotografien und Plakate gezeigt. Das Grundstück, eine Baulücke im Zentrum der mittelalterlichen Altstadt, hat der Verleger Gerhard Steidl der Stadt als Bauherrin zu einem symbolischen Preis überlassen. Zwei Drittel der Baukosten steuerte der Bund bei, den Rest finanzierten ein privater Spender und die Stadt. Das Team von Atelier ST aus Leipzig realisierte einen verputzten Stahlbeton-Massivbau mit traufständigem Satteldach. Seine Nachbarn – zwei historische Fachwerkhäuser aus dem 14. und 17. Jahrhundert – überragt der Neubau an Höhe und Volumen. Er greift typische Details und Geometrien aus dem Kontext der historischen Bautradition Göttingens auf und transformiert sie auf zeitgemäße Art. Wie bei traditionellen…

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