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Über Monate hat sich stern-Autor Walter Wüllenweber mit dem Deutschen Roten Kreuz befasst. Er ging zur Blutspende, traf sich mit Funktionären, Kritikern, Medizinern und Politikern. Nicht, um die aufopferungsvolle Arbeit der rund 410 000 ehrenamtlichen Helfer infrage zu stellen. Sie geben ihre Freizeit, um anderen zu helfen. Bei Katastrophen können wir uns stets auf sie verlassen. Auch die 165 000 hauptamtlich Beschäftigten leisten gute, wichtige Arbeit als Altenpfleger, Krankenschwestern, Rettungssanitäter, im Suchdienst oder in den weltweit eingesetzten Hundestaffeln. Ihre Jobs sind oft hart, ihre Bezahlung ist meistens schlecht. Das DRK ist kein großzügiger Arbeitgeber. Doch das obere Management in den Geschäftsstellen und im Blutspendedienst misst sich beim Dienstwagen und dem Einkommen mit den Chefetagen in der freien Wirtschaft. Aber man kann nicht beides sein – gierig und gemeinnützig. Wüllenwebers Verdacht:…
Nun, die Kunden sind das eine. Aber schlimmer ist, dass sehr viele jetzt ihren Job verloren haben. Was ist da schon ein Flugticket?Tom Frey, via Facebook Ums Urlaubserlebnis gebracht stern Nr. 44/2017, „Billigfluch“ – die Pleite von Air Berlin Sie porträtieren um ihr Urlaubserlebnis gebrachte Paare. Bitter, dass deren Geld weg ist. Ein Paar hat ein Kind, das andere plant Nachwuchs. Die spannende Information steht direkt daneben: eine unfassbare Zunahme des Flugverkehrs in den letzten Jahren, der klimaschädlichsten Form der Fortbewegung. Wie werden die Kinder der beiden Paare leben? Welche Zukunft lässt ihnen unser haltloser Konsum? Der Notfallplan von Familie Neumann aus Kiel, ein Urlaub in Dänemark, ist doch wunderbar. Jens Rose-Zeuner, Eutin Frechheit Air Berlin wäre schon längst in die Insolvenz geschlittert, hätte der Großaktionär Etihad nicht…
KENIA Den Zeigefinger erhoben, brüllt der Mann seine Wut hinaus – als wolle er sagen: Nicht mit uns. Die Kenianer sollen einen Präsidenten wählen, beim zweiten Versuch einer Wahl, die bereits im August stattgefunden hat, dann aber von einem Gericht annulliert worden war. Schon damals kam es zu Ausschreitungen, diesmal ist es nicht anders: Oppositionsführer Raila Odinga, der gegen Präsident Uhuru Kenyatta antreten sollte, boykottiert die Wahl und ruft seine Anhänger auf, es ihm gleichzutun. Die verhindern vielerorts die Stimmabgabe und liefern sich Schlachten mit der Polizei, wie hier in Mombasa. Mehrere Menschen kamen bei den Unruhen ums Leben, Kenias politische Zukunft ist ungewiss.…
DEUTSCHLAND Scheinwerfer lassen die Fontänen der Tegeler Flughafenfeuerwehr erstrahlen. Durch ein Spalier rollt Flug AB6210, ein A 320: Es sind die letzten Meter, die eine Maschine mit Air-Berlin-Flugnummer zurücklegt. Am Freitagabend, fast schon ist es Mitternacht, endet nach mehr als 38 Jahren Flugbetrieb ein Kapitel deutscher Luftfahrtgeschichte. AB6210 ist stark verspätet. Diesmal stört das keinen. Schon in München, am Abflugort, zog sich der Abschied in die Länge. Über Berlin dann flog man Ehrenrunden in 1000 Meter Höhe. Es wurde ein Finale mit Würde, feierlich und tränenreich. Serviert wurden Schokoherzen, Canapés und Sekt für alle an Bord.…
MEXIKO Die Skelette sind noch da. Auch die Totenköpfe. Und die Opfergaben: Mais, Zuckerbrot und Tequila, um die Verstorbenen zu beköstigen, wenn sie einmal im Jahr aus dem Jenseits zu Besuch kommen. Aber in diesem Jahr sind die Umzüge zum traditionellen Día de los Muertos, dem Tag der Toten, etwas anders. Rettungshunde treten auf, die nach den schweren Erdbeben im September Lebende in den Trümmern aufspürten. Und Rettungsteams, die tagelang Schutt beseitigten. Die Stimmung ist festlich, fast ausgelassen, bevor die Realität in dieses von Gewalt durchdrungene Land zurückkehrt: Mexiko steuert 2017 auf 25 000 Morde zu, ein neuer Rekord.…
Mephisto bewirkt Gutes. Sagt Roland Jahn, Leiter der Stasi-Unterlagenbehörde und ehedem Bürgerrechtler in der DDR, als er die Tribüne des Bundestags verlässt und wir uns begegnen. Jahn ist Goethes „Faust“ in den Sinn gekommen, als er die konstituierende Sitzung des neu gewählten Parlaments beobachtete. Mephisto als Bild für die AfD, grandios. „Ich bin der Geist, der stets verneint“, sagt der im „Faust“. Und nennt sich einen „Theil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft“. Magische Momente gibt es auch in der Politik. Die erste Zusammenkunft des 19. Deutschen Bundestags ist ein solcher Moment, zweifellos. Erstmals sitzen sechs Fraktionen und sieben Parteien im Parlament, darunter erstmals die in Teilen rechtsextreme AfD, und erstmals seit mehr als sechs Jahrzehnten spiegelt das Haus das gesamte politische Spektrum…