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Die Geschichte unserer Titelgeschichte beginnt mit einer Gänsehaut: Mein Kollege Kester Schlenz kam vor einigen Wochen zu mir und erzählte mir voller Begeisterung und Leidenschaft von einem Buch, das er gerade gelesen hatte. Es hat den etwas sperrigen Titel „Unverfügbarkeit“ und stammt von dem Soziologen Hartmut Rosa. Das klingt noch nicht wirklich nach Gänsehaut. Aber so wie Schlenz schwärmte, wie ihm dieses Buch die Augen geöffnet habe, bekam ich ein Kribbeln an den Armen und im Nacken. Worum geht es? Im Kern und grob verkürzt um die Frage, wann Sie zum letzten Mal eine Gänsehaut gehabt haben. Niemand kann sie einfach so „machen“, sie überkommt uns. Sie ist, einfach gesagt, „unverfügbar“. Und deshalb, so Hartmut Rosa, bringt sie uns in direkten Kontakt mit der Welt, in Resonanz mit unserer Umgebung.…
Am Dienstag dieser Woche war es so weit: Unser analoges Bildarchiv ist in der Bayerischen Staatsbibliothek angekommen. Mehr als 15 Millionen Bilder aus den Jahren 1948 bis 2001 in Form von Abzügen, Negativen und Dias hat Gruner+Jahr, der Verlag des stern, den bayerischen Archivaren übergeben. Die Sammlung gilt als visuelles Gedächtnis der Bundesrepublik und ist nun in München in besten Händen: Sie wird langfristig gesichert, digitalisiert und später der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.…
Man reibt sich verwundert die Augen: Die globale Erwärmung ist schon seit 16 000 Jahren in Gang? Gibt es dafür etwa doch natürliche Ursachen?Benjamin-Gunnar Cohrs, Bremen Akute Gefahr stern Nr. 32/2019, „Doggerland“ – wo heute die Nordsee wogt, lebten einst Menschen Ein lesenswerter, gut recherchierter Artikel. Wenn man jetzt noch ergänzt, dass die führenden Wissenschaftler in den Niederlanden von einer Erhöhung des Meerwasserspiegels der Nordsee in diesem Jahrhundert von ein bis drei Metern ausgehen, ahnt man, dass sich die ostfriesischen Inseln sowie viele Teile Niedersachsens und Schleswig-Holsteins in relativ akuter Gefahr befinden. Ich glaube, es bedarf noch vieler solcher stern-Artikel, um Politik und Menschen wachzurütteln. Und vielleicht die Grafik eines Instituts, auf der zu sehen ist, was ein Anstieg von drei Metern bedeuten dürfte. Bestenfalls sind dann nämlich Oldenburg oder…
Nahaufnahme eines Staatsoberhaupts Was er in seinem Job machen müsse? „Reisen und reden“, hatte Frank-Walter Steinmeier geantwortet, als er noch Außenminister war. Als Bundespräsident hat sich daran nichts geändert. Allein 53 Auslandsreisen hat er seit Amtsantritt im März 2017 unternommen, rund 120 Mal war er in Deutschland unterwegs. stern-Autor Andreas Hoidn-Borchers und Fotograf Christian Irrgang haben ihn für ihr Porträt oft begleitet, mal allein, mal zu zweit – nach Finnland und auf die Galápagos-Inseln ebenso wie in den Spreewald, ins Wattenmeer oder zum Friseur in Berlin. In Lissabon fotografierte Irrgang Bundespräsident Steinmeier beim Zuhören im Hieronymitenkloster. (Seite 40) Eine Tat, die nicht vergeht Wie beschreibt man ein Verbrechen, das fünf Jahre zurückliegt? Raphael Geiger und Marta Bellingreri (2. u. 3. v. l.) recherchierten im Irak zum „Speicher-Massaker“, bei dem IS-Kämpfer…
HONGKONG WUT AUF PEKING Sie tragen Gasmasken und Schutzhelme. Greifen an mit Steinen, die sie aus selbst gebauten Schleudern abfeuern – hier auf eine Polizeistation. Hongkong im Monat drei der Proteste gegen das Auslieferungsgesetz: Noch immer sind massenweise Demonstranten auf der Straße – und noch immer ist kein Ende des Konflikts in Sicht. Am Montag gab es einen Generalstreik, bei dem es erneut zu Gewalt kam. Die Polizei setzte Tränengas ein – gegen Aktivisten, die den Einfluss Chinas anprangern und den Rücktritt von Hongkongs Regierungschefin Carrie Lam fordern. Die Frage ist: Wie lange sieht China sich das noch an? ZYPERN PAARTANZ Geheime Aufnahme der RTL-Show „Let’s Dance“ entdeckt! Diese beiden Kandidaten scheiterten mit dem Cha-Cha-Cha nur knapp. Juror Jorge González: „Einfanuawooow!“ Motsi Mabuse: „Diekostümesinsogeil!“ Joachim Llambi: „Beinarbeit okay, der Rest…
Der Bienenstock ist das neue Kruzifix. In einem reichlich bemessenen Jahr hat Markus Söder die paradoxen Darbietungen in Szene gesetzt. Im April 2018 hängte er mit diabolischer Miene ein Kreuz auf im Foyer seiner Staatskanzlei. Um die AfD zu bannen. Nun, 15 Monate später, präsentierte er mit Gärtnerstolz einen Blühstreifen an der Staatskanzlei und gewährte drei Bienenvölkern Asyl – drei Monate zuvor hatte er, eine grüne Plastikwanne um den Hals, an der Pegnitz selbst einen „Bienen-Highway“ gesät. Um die Grünen zu brechen. Schwärzer als die Bischöfe, grüner als die Grünen – keine Symbolik ist zu billig, dient sie nur der Machterhaltung. Eine schockierende Erfahrung hat den Wendehals bewogen, von reaktionär auf fortschrittlich umzuschwenken. Eindreiviertel Millionen Bayern, fast ein Fünftel aller Wahlberechtigten, hatten zu Jahresbeginn – hast du nicht gesehen –…