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Die schönsten Urlaubsmomente meines Lebens waren: auf einem Floß die Havel entlangzuschippern, in einem umgebauten Toyota Neuseeland zu entdecken oder mit unserem geliebten Bulli durch Skandinavien zu touren. Jeder dieser Reisen wohnte ein vermeintlich unspektakulärer Zauber inne: Wir bewegten uns frei und ungeplant durch die Landschaften. Hielten dort, wo wir Lust hatten zu bleiben, und fühlten uns auf unseren kleinen Abenteuern in den eigenen, sehr begrenzten vier Wänden immer sicher und geborgen – egal, wie unbekannt der Ort da draußen auch war. Mein Kollege Tobias Schmitz beschreibt dieses Gefühl in unserer Titelgeschichte ab Seite 24 so: „Im Leben will man ankommen? Ja. Aber ebenso wichtig ist das Gefühl, unterwegs zu sein. Frei zu sein, vielleicht sogar ein bisschen wild. Und irgendwann dann: Motor aus, Klappstühle, Tisch, Hängematte und Lichterkette raus.…
Ein Land probt den Ausstieg aus der Leistungsgesellschaft. Dann sollte man aber auch auf die Milliarden aus Brüssel verzichten und mit einem geringeren Lebensstandard zufrieden sein.Jürgen Klingler, Gengenbach REDE UND ANTWORT Sehr geehrte stern-Redaktion, Sie schreiben, zur Herstellung von sechs Liter Diesel braucht man 42 Kilowatt Strom. Wenn man die Kilowattstunde mit 25 Cent ansetzt und den Liter Diesel mit 1,30 Euro, müssten Esso und Aral besser den Strom verkaufen, statt daraus Diesel zu machen. Oder? Dirk Rautenbach, Waldkirch Sehr geehrter Herr Rautenbach, die 42 Kilowattstunden stehen äquivalent für die gesamte „graue“ Energie, die man zur Herstellung von sechs Liter Diesel benötigt. In der Zahl stecken also auch der Sprit, den die Tanklaster beim Transport verbrauchen, oder der Strom für die Pumpen der Pipelines. Dafür 25 Cent pro Kilowattstunde anzusetzen…
Corona und Brasilien: eine Katastrophe Als Fotograf João Pina (l.) und Amerika-Korrespondent Jan Christoph Wiechmann Ende 2019 in den Amazonas aufbrachen, konnte keiner ahnen, wie viel dramatischer die Situation in diesem Jahr werden würde. Das Virus dringt bis in die letzten Ecken vor, zu fast allen indigenen Völkern. Holzfäller und Großgrundbesitzer nutzen die Pandemie, um die Abholzung des Regenwalds mithilfe der Regierung voranzutreiben. „Präsident Bolsonaro ermuntert die Eindringlinge“, sagt die Umweltaktivistin Claudelice Santos (M.). „Jetzt, da alle mit Corona beschäftigt sind, starten sie den Großangriff auf den Amazonas.“ Über die Mission des Jair Bolsonaro: Seite 48 Hier pfeifen nicht nur die Spatzen Der Bestsellerautor Robert Seethaler („Ein ganzes Leben“) gibt nur ungern Auskunft über sich selbst. Er sagte sogar einmal, dass er die Situation, sich von einem fremden Menschen ausfragen…
DEUTSCHLAND UNVERGESSEN Zehn Jahre ist es her, dass hier 21 Menschen starben. Es war der 24. Juli, die Sonne strahlte, die Besucher der Loveparade wollten feiern, doch auf dem Weg zum Gelände blieb kein Platz, die Massen drückten, unaufhörlich, es gab kein Entrinnen. Gabriele Müller, 62, verlor ihren Sohn Christian, 25. Auf dem Foto sieht man sie links auf der Bank sitzen. Es ist der Abend vor dem Jahrestag, die „Nacht der 1000 Lichter“. „An sich ist das für mich ein Ort des Grauens“, sagt sie dem stern. „Immer wenn ich im Tunnel die Mauern sehe, denke ich: Wie konnte man das erlauben? Aber wenn die Kerzen brennen, ist da diese Stille, dann komme ich zur Ruhe.“ FRANKREICH SUMM CUM LAUDE Schade, dass Bienen nicht unsere Sprache sprechen. Sonst könnte…
Hier endet mein Leben mit dem stern. 18 Jahre habe ich den „Zwischenruf aus Berlin“ geschrieben, Woche für Woche. Niemals ist er ausgefallen. Etwa 960 Kolumnen sind auf diese Weise zusammengekommen, Sonderhefte des stern mitgezählt. Nun ist mein Kolumnistenvertrag ausgelaufen. Es ist Zeit zu gehen – und ein wenig zu bilanzieren. „Die guten Redaktionen sollten ihre Siele geschlossen halten, damit der ganze Dreck von unten nicht durch ihre Scheißhäuser nach oben kommt“, habe ich 2007 bei einer Buchvorstellung gesagt, beschämend hemdsärmelig. Der Satz bleibt dennoch. Er war so spontan wie seherisch. Blogger sind dagegen Sturm gelaufen. Doch sie waren gar nicht gemeint. Sondern das, was sich auf Diskussionsplattformen abspielte, die von den aufkommenden Onlinediensten der Traditionsmedien für jedermann angeboten wurden. Hass, Rechtsradikalismus und Antisemitismus entluden sich dort derart massiv, dass…
WASSER OHNE PLASTIK Ein gemeinnütziges Start-up aus Karlsruhe hat eine Technologie entwickelt, mit der sich Gewässer von Mikroplastik befreien lassen. Das Verfahren von „Wasser 3.0“ funktioniert nach dem Prinzip Verklumpen und Abschöpfen. In einem mobilen Container wird das Wasser gerührt, sodass sich das Plastik in einer Wasserschicht sammelt. Anschließend kommt ein spezielles, ungiftiges Hybridkieselgel dazu, mit dem alle Kunststoffpartikel reagieren und Klumpen bilden. Diese lassen sich dann leicht abschöpfen – und sie sind wiederverwertbar, etwa als Füllstoff in der Bau- und Glasindustrie. Tests haben bewiesen, dass die Methode in Kläranlagen funktioniert. Robo-Flipper Immer wieder werden Wasserparks wegen der Haltung von Delfinen kritisiert. Und wenn man dazu übergehen würde, lebensgroße Roboter zu zeigen? Ein Prototyp der US-Firma Edge Innovations wurde unlängst getestet. Jede Menge Kohle? Nicht mehr in Portugal! Nach Belgien…