EULENSPIEGEL, Das Satiremagazin

12/2021

Das Satiremagazin EULENSPIEGEL unterstützt Politiker und andere Persönlichkeiten des öffentlichen Interesses in ihren Bemühungen, sich lächerlich zu machen. Er verzerrt die Wirklichkeit bis zur Kenntlichkeit, ist unernst in Wort und Bild und bedient sich der Komplizenschaft von Cartoonisten aus der ganzen Welt – jeden Monat aufs Neue.

国家:
Germany
语言:
German
出版商:
Eulenspiegel GmbH
出版周期:
Monthly
HK$24.75
HK$314.89
12 期号

本期

3
hausmitteilung

Liebe Leserin, lieber Leser, zwar halte ich die Debatte um den Impfstatus des Fußballspielers Joshua Kimmich für völlig berechtigt und gerade auch in der Form angemessen, jedoch greift sie meiner Ansicht nach zu kurz. Selbstverständlich bin ich zutiefst empört über Herrn Kimmich: Als Fußballprofi hat er eine natürliche Vorbildwirkung insbesondere für die Risikogruppen! Wenig verwunderlich waren daher die vielen Berichte aus Pflegeheimen in ganz Deutschland, denen zufolge sich selbst schwer bettlägerige Bewohner noch ein letztes Mal aufrafften, um mit zittrigen Händen die Kimmich-Poster von den Wänden ihrer Dreibettzimmer zu reißen. Doch in der Bundesliga selbst scheint es bisher keinerlei Konsequenzen zu geben. Dabei ist es meines Erachtens spätestens jetzt Zeit für eine Einführung der 3G-plus-Regel auf dem Rasen: Ungeimpfte Profis müssten dann mit Mundnasenschutz spielen, was sie einerseits für Gegenspieler und…

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8
ding dong, telefon!

Herr Braun, Sie haben im Kampf um den CDUVorsitz Ihre Halbglatze in den Ring geworfen. Warum wollen Sie unbedingt die Christdemokraten anführen? Ach, na ja. Was heißt schon unbedingt, es wäre halt ganz schön … Frauenstimme im Hintergrund: Helge, jetzt reiß dich zusammen! Ähm, also ich kann ja nicht den ganzen Tag zu Hause rumsitzen und nichts tun. Irgendwann muss ich halt was eigenes machen. In den letzten Jahren haben Sie sich lieber etwas im Hintergrund gehalten und der Kanzlerin zugearbeitet … Das war eine vertrauensvolle Zusammenarbeit, die ich nicht missen möchte. Die Herrin … Quatsch … Angela Merkel war immer gut zu mir. Frauenstimme: Helge! Äh, und ich möchte betonen, dass sie mich nie geschlagen hat. Auch nicht das eine Mal, als ich mit meinem Mettbrötchen in der Hand gestolpert bin und auf dem Hosenanzug der…

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5
dass wir das noch mal erleben dürfen!

Am 7. Oktober waren sicherlich einige Menschen enttäuscht. Natürlich – eine machtvolle Demonstration der Werktätigen, eine Manifestation des Friedens und der Lebensfreude auf dem Marx-Engels-Platz (gegenwärtig Schlossplatz) in unserer alten Hauptstadt wäre schön gewesen. Aber unser Arbeitskreis – unser »kleines Politbüro« – hat anders entschieden. Jetzt bloß keine Hybris, keine Schadenfreude, kein Nachtreten! Unseren historischen Sieg brauchten wir auch gar nicht hinauszutrompeten. Der an Einfluss (und an Geld) reichste Ideologe der BRD, der »Zeitungszar« Axel Cäsar Döpfner, musste ihn längst eingestehen. In einer millionenfach verbreiteten SMS sprach er von »DDR-Deutschland« (eine journalistische Übertreibung, gewiss – uns geht es ausschließlich um unsere 14 Bezirke). Seine SMS musste er übrigens als »privat« tarnen, adressiert an einen Koksbruder. Warum wohl? Weil er recht hat, der Döpfner (denn dumm ist der nicht)! Die DDR ist inzwischen…

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ein hochfest des universellen gebens

Liebe Konsumentinnen, liebe Konsumenten Weihnachten steht vor der Tür und könnte auch für Sie persönlich zu einem Desaster werden. Denn Lieferkettenprobleme und Materialmangel lassen weltweit die Produktion all Ihrer Weihnachtsgeschenke stocken. Der Erfolg der für die Christenheit und die Wirtschaft wichtigsten Tage im Jahr ist in akuter Gefahr. Panik ist angebracht. Die üblichen Gutmenschen ficht das freilich nicht an. Sie schwingen moralinsaure Reden über Nachhaltigkeit und die Chance, endlich dem vermeintlichen Konsumterror entkommen zu können. Aber jetzt, wo die FDP vermutlich bald in der Regierung sitzt, darf man es diesen Konsumverweigerern ja sagen: Ihr Spacken habt keine Ahnung von Wirtschaft! Was ihr Konsumterror nennt, ist die Grundlage unserer Zivilisation. Es ist der Gesellschaftsvertrag, den jeder eingegangen ist, der sich hat gebären lassen, und er beruht auf einem einfachen Prinzip: Du kaufst, was…

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das schenken die promis

Thomas Gottschalk »Meiner Frau schenke ich einen Gutschein für eine Nackenmassage und dem restlichen deutschen Volk noch vier weitere Folgen ›Wetten, dass..?‹« Annika Schleu, Fünfkämpferin »In der Mangelkrise liegt auch eine Chance. Wenn ich etwas selbst mache und verschenke, dann löst das bei mir Glückshormone aus. Und die Pferdesalami schmeckt auch richtig gut.« Olaf Scholz, Bundeskanzler in spe »Einen Mann, der alles hat, kann man sowieso nicht mit irdischen Gütern beglücken. Ich denke aber, über den Finanzministerposten wird sich Christian Lindner freuen.«…

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die gute frage

Unser Geschenkexperte Aldemar Weißermann beantwortet Leserzuschriften »Sie sagt, sie wünscht sich nichts. Stimmt das?« RALF KOSTENITZ, SCHWÄBISCH-GMÜND Zunächst einmal etwas Grundsätzliches: Die Sprache der Frauen ist hochgradig kompliziert. Das hat wohl jeder Mann schon zu spüren bekommen. »Ja« heißt oft »nein« und »nein« heißt bei manchen sogar »ich werde umgehend Pfefferspray gegen Sie einsetzen, wenn Sie nicht sofort aufhören, mich anzustarren und Ihr erigiertes Glied an meinem Bein zu reiben«. Als Mann sollte man deshalb bemüht sein, zwischen den Zeilen zu lesen und die Aussagen richtig zu deuten. Auch Einordnungen sind überaus wichtig. Ist Ihre Frau intellektuell überhaupt in der Lage, zu verstehen, dass es momentan nichts zu kaufen gibt? Versteht sie die komplizierten Zusammenhänge zwischen trockenem Husten und der Chipknappheit bei Autoherstellern? Kann sie erfassen, dass es für einen Mann unerträglich ist,…

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