Dass sich etwas grundlegend verändert hat im Umgang mit dem Thema Geschlechtsidentität, merkt die Psychologin Saskia Fahrenkrug bei fast jeder Beratung. Seit zwölf Jahren leitet sie die Spezialambulanz für Geschlechtsdysphorie an der Uniklinik Hamburg-Eppendorf, zu ihr kommen also Kinder und Jugendliche, die das Geschlecht, mit dem sie geboren sind, ablehnen. Deren Eltern, erzählt Saskia Fahrenkrug, hätten früher meist tief erschüttert und traurig gewirkt, heute könne ihnen die Veränderung oft nicht schnell genug gehen. „Als müsste man etwa bei biologischen Mädchen sofort und maximal alles Weibliche eliminieren.“
Ob das Thema Transgender ein Hype ist oder tatsächlich ein für viele Menschen lebensentscheidendes, dazu gibt es viele Meinungen. Der Trend aber ist eindeutig. Saskia Fahrenkrug erlebt immer wieder, dass die Entschlossenheit, mit der Jugendliche ihr Geschlecht hinterfragen und zügig eine Anpassung wollen, zunimmt.…
