Es ist Juni in Kallstadt, Pfifferlingssaison, Weinblüte, die Turmfalken sind ausgeflogen und die meisten Bewohner auch. Die Sonne bescheint menschenleere Straßen, vom Zwiebeltürmchen der Kirche läuten die Glocken. Im „Saumagenparadies“ von Metzger Appel machen sie gerade Urlaub. In den „Winzerstuben“ Betriebsferien. Lässt man den Blick in die Weinberge streifen, sieht man Wanderer, klein wie Zinnsoldaten. Ein Traktor brummt vorbei, neben der Kirche plätschert ein Brunnen, und überall Geranien, Geranien, Geranien.
Kallstadt an der Weinstraße. 1200 Einwohner, sehr viele Edeltrinkstuben, viel pfälzische Bratwurst, eine Kita, eine Schule, eine Kirche, ein Bus, zwei Ärzte, zwei Banken, ein Bäcker, ein Metzger, ein Friseur. Einst war das kleine Dorf in Rheinland-Pfalz vor allem bekannt für Saumagen, Wanderungen und Wein. Das hat sich geändert, als vor drei Jahren durch den Dokumentarfilm „Kings of Kallstadt“ bekannt…