科学
P.M. Magazin

P.M. Magazin

07/2020

"P.M. berichtet informationstief und gedankenscharf über die spannendsten Ereignisse der Wissenschaft in einer ganz besonders unterhaltenden Art und Weise. P.M. erzählt aus den Werkstätten der Zukunft. Faszinierend und begeisternd. P.M. bietet emotionalen Mehrwert, denn P.M. ist das einzige seriöse Magazin im Wissenssegment, das nicht nur verständlich sondern auch unterhaltsam ist. Die Artikel gehen den Dingen auf den Grund und vermittelt Wissen leidenschaftlich – immer auf Augenhöhe mit seinen Lesern und stets aus überraschender Perspektive. Dabei liefert das Magazin immer wieder neues Wissen, spannende und außergewöhnliche Geschichten und gibt Antworten auf die großen Fragen unserer Zeit. Der Claim ""Neugierig auf morgen"" spiegelt sowohl das Interesse der Leser als auch den Antrieb der Redaktion perfekt wider."

:
Germany
言語:
German
出版社:
DPV Deutscher Pressevertrieb
刊行頻度:
Monthly
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この号

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das universum unter den füßen

Liebe Leserin, lieber Leser, wir treten ihn alle mit Füßen, den Boden. Ich denke, er nimmt uns das nicht übel. Aber manchmal ist es gut, wenn man sich die scheinbar so selbstverständlichen Dinge mal genauer anschaut. Denn dann gerät man ins Staunen und Schwelgen. Dass dem Boden 98 Prozent unserer Nahrung entstammen, kann man sich noch denken. Überraschender ist schon, dass er ein Viertel aller Lebensformen beherbergt, die fernab des Sonnenlichts gedeihen und von denen viele noch so unbekannt sind, dass die Medizinforschung sich immer neue Arzneistoffe aus dem Boden erhofft. Und wussten Sie, dass der Boden deutlich mehr Kohlenstoff speichert als die gesamte Atmosphäre – und dass es den menschengemachten Klimawandel schon fundamental bremsen könnte, wenn die Speicherkapazität des Bodens für das Element nur um wenige Promille gesteigert würde? Es ist ein…

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zitate

»Es gibt zwei Arten von Stress: einen, wenn du Arbeit hast, und einen, wenn du keine hast.« ENRIQUE IGLESIAS (* 1975), spanischer Sänger Eingesandt von Tilbert Rosenthal, per E-Mail »Die wertvollste aller Fähigkeiten ist die, auf ein zweites Wort verzichten zu können, wo eines genügt.« THOMAS JEFFERSON (1743–1826), einer der Gründerväter der Vereinigten Staaten Eingesandt von Reiner Knapp, Fürth/Odenwald »Man kann in Kinder nichts hineinprügeln, aber vieles herausstreicheln.« ASTRID LINDGREN (1907–2002), schwedische Schriftstellerin Eingesandt von Dennis Schilling, Itzehoe »Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben.« CICELY SAUNDERS (1918–2005), englische Begründerin der Hospizbewegung Eingesandt von Christian Zimmer, per E-Mail »Es gibt Berge, über die man hinübermuss, sonst geht der Weg nicht weiter.« LUDWIG THOMA (1867–1921), deutscher Schriftsteller Eingesandt von Elisabeth Amri, A-Zurndorf HABEN SIE EIN LIEBLINGSZITAT? Schicken Sie es uns! Wir freuen uns über…

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reaktion

P.M. 05/2020 Grenzbereiche Geschlecht: divers Wie immer habe ich die P.M. mit Freude gelesen. In dem Bericht »Geschlecht: divers« hat sich bei den Blaukopfjunkern eine falsche Formulierung eingeschlichen. Sie schreiben: »Die Eierstöcke entwickeln sich zurück«, richtig wäre: »Die Eierstöcke bilden sich zurück«, so wie es richtig in der Grafik rechts oben auf dieser Seite zu lesen ist. Eine Entwicklung ist immer vorwärtsgerichtet, es entsteht Neues, wohingegen das Verschwinden von Merkmalen deren Existenz rückgängig macht und man deshalb von »Rückbildung« spricht. Diesen Unterschied hat meine Biologielehrerin mit solchem Nachdruck vermittelt, dass es mir jetzt bei der Lektüre gleich aufgefallen ist! Als langjähriger, begeisterter Leser hoffe ich weiterhin auf derart schöne, kurzweilige Berichte! Jörg Seinige, Haßfurt P.M. 05/2020 Bükers Testgelände Auf der Suche nach der schiefen Bahn Schade, dass in dem Artikel über Galileis Experiment zum Fallgesetz nicht die Rolle…

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wir feiern 500 ausgaben

Am 4. Oktober 1978 lag in den Regalen der Zeitschriftenhändler ein völlig neuartiges Wissensmagazin aus: »P.M. – Peter Moosleitners interessantes Magazin«. Der Preis betrug fünf Deutsche Mark, Titelthema war: »Können aus Affen noch Menschen werden?« Es war der Beginn einer Erfolgsgeschichte, die bereits mehr als vier Jahrzehnte währt. Im vergangenen Monat erschien P.M. zum 500. Mal am Kiosk. Tatsächlich besitzt P.M. nicht nur eine, sondern gleich zwei »erste Ausgaben«. Leser der ersten Stunde erinnern sich vielleicht an jenen Titel mit dem Dinosaurier im feinen Zwirn. Diese legendäre »Erstausgabe« erschien jedoch nie am Kiosk: Sie war ein kostenloses Probeexemplar, das man per Postkarte bestellen konnte. Auf das Jubiläum hat uns ein treuer Leser aufmerksam gemacht: Ludger Albermann schickte uns ein Foto mit all seinen Ausgaben (oben rechts) sowie einen Glückwunsch. Vielen Dank, wir…

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der boden im dunklen reich des lebens

ES WAR EIN UNGLEICHER KAMPF. Er begann im Erdaltertum, vor rund 470 Millionen Jahren. Auf der einen Seite: die Felswüsten Gondwanas, eines Superkontinents, aus dem später unter anderem Afrika, Südamerika, Australien und die Antarktis hervorgehen sollten. Auf der anderen Seite: ein Moos, die erste Landvegetation der Erdgeschichte. Das zarte Grün siedelte in der Nähe von Felsritzen, wo es feucht blieb, wenn die Sonne das Gestein aufheizte und das Wasser darauf verdunstete. Millimeter für Millimeter schob sich das Moos über die Steinmassen. Es besaß damals wie heute weder echte Blätter noch Sprossen oder Wurzeln, bildete aber dichte Teppiche, in denen Kapillarkräfte die Wasserversorgung garantierten. Sein Grün konnte das kostbare Nass speichern und produzierte Sauerstoff per Photosynthese. Forscher der University of Exeter simulierten die damaligen Bedingungen, indem sie die urtümliche Pflanze auf blanken Granit…

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»verstehen heißt nicht vergeben«

Frau Görzig, Sie leiten in Halle am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung die Forschungsgruppe »Wie ›Terroristen‹ lernen«. Am 19. Oktober 2019 versuchte ein schwer bewaffneter Mann in Halle, sich Zugang zu einer Synagoge zu verschaffen. Als das nicht gelang, tötete er zwei Unbeteiligte. Liegt die Synagoge in der Nähe Ihres Instituts? Die Synagoge und der Döner-Imbiss – beide Tatorte sind nur wenige Hundert Meter entfernt. Das war für uns schon paradox: Wir forschen weltweit über Terrorismus, und auf einmal passiert dieses Attentat hier in Halle. Direkt vor unserer Tür. Waren Sie an jenem Nachmittag im Institut? Ja, ich saß mit meiner Forschungsgruppe in meinem Büro. Es war erstaunlich, wie schnell sich die Nachricht verbreitete. Innerhalb von 20 Minuten wurden wir von Freunden und unseren Familien angerufen, sogar von einem Kollegen aus den USA. Aber der…