IM WAGGON 267 des Berlin–Warszawa-Express zieht niemand seine Jacke aus, so kalt ist es. Die Heizung ist ausgefallen, bellt die Schaffnerin. In den Toiletten streikt der Handtrockner, als Seife dient ein schmieriges weißes Pulver. Es riecht nach abgestandener Heizungsluft und sauren Gurken.
Wie damals, im Sozialismus.
Ich habe Polen 1988 mit meinen Eltern verlassen, Richtung Westen. Ich war fast fünf Jahre alt, die Mauer teilte Europa. Dann brach der Sozialismus zusammen, und Polen entwickelte sich zum Musterknaben der EU, politisch und zunehmend auch ökonomisch. Die Menschen, die mit mir im Zugabteil sitzen, tragen feine Lederschuhe und weiche Stoffe, sie schauen auf Smartphones und Laptops. Ein junger Mann verkauft am Telefon drei Kisten edlen Whisky.
Mehr als zwei Jahrzehnte lang bewegte sich mein Heimatland scheinbar unaufhaltsam in Richtung Westen, in…