Octaviu* brüllt. Es ist eine lange, wütende Tirade. Wer immer ihn an diesem frühen Abend anspricht, muss sie über sich ergehen lassen.Zu verstehen ist er kaum,selbst für die, die Rumänisch können. Umständlich steigt er aus seinem Lkw, barfuß und im dünnen Sweatshirt. Dabei sind es hier, auf dem Rasthof Köln-Eifeltor an der A 4, gerade einmal zwei, drei Grad, und es nieselt. Octaviu droht mit der Faust, torkelt umher, schimpft herum, bis er schließlich, endlich zurück auf den Bock klettert und die Musik aufdreht. Balkan-Pop. In seiner Kabine liegen leere Bierdosen.
Octaviu ist einer von Hunderttausenden Lkw-Fahrern aus Osteuropa, die mit ihren 40-Tonnern Tage und Nächte auf Straßen und Rastplätzen verbringen. Sie kommen aus dem Baltikum, Polen, Ungarn, aber vor allem aus Bulgarien und Rumänien.Sie sind die Arbeitsnomaden Europas, machen…