Kommt, wir zeigen unser Schloss“, sagen die Schwestern, und wir fahren ihnen nach, den Hang hinauf, durch Felder voller Wein, bis wir an einer hohen alten Mauer halten. Ein Holztor öffnet sich – tatsächlich quietschend –, und wir stehen im Park des Schlosses Gandegg, in dieser Form erbaut um 1550 und jahrhundertelang im Besitz eines Adelsgeschlechts. Seit knapp 30 Jahren wohnt nun die Familie Oberrauch hier, kein „von“ im Namen, dafür aber mit vollem Geldbeutel, was sich für das Haus durchaus gelohnt hat.
Denn der Schlossherr, Hans Oberrauch, hat die Kammern und Säle mit Kunst gefüllt: mit Bildern, die glänzen wie ein kandierter Apfel; mit einer Wanne voller Porzellanschalen, die klingend aneinanderstoßen; mit hölzernen Orgelpfeifen, durch die dunkle Töne gepustet werden. Alles sehr zeitgenössisch. Und damit im perfekt justierten Kontrast…