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stern Crimestern Crime

stern Crime 23/2019

"Unter dem Motto ""Wahre Verbrechen. Wahre Geschichten."" berichtet STERN CRIME von realen Kriminalfällen und deren Aufklärung, beleuchtet aber auch das Schicksal der Opfer und die Motive des Täters. Das Heft liefert alle zwei Monate einfühlsame Texte und zurückhaltende, aber zugleich eindringliche Bebilderung der Geschichten. Die seriöse Berichterstattung umfasst Interviews mit Ermittlern, beleuchtet Tathintergründe und verschafft fesselnde Einblicke in die polizeiliche Aufklärungsarbeit. Mit seinen Reportagen über wahre Verbrechen spricht STERN CRIME Leser an, die den Nervenkitzel lieben und sich für den psychologisch-sozialen Kontext realer Kriminalfälle interessieren."

:
Germany
言語:
German
出版社:
DPV Deutscher Pressevertrieb
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6 号

この号

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die wahrheit …

…ist nicht nur bei Ermittlern das, worauf es ankommt. Als vor Weihnachten publik wurde, dass etliche Reportagen des „Spiegel“-Autors Claas Relotius auf ausgedachten Figuren und Ereignissen basieren, wurden wir wie viele andere Kollegen sehr nachdenklich. Es freut uns, dass die Leser den literarischen Stil unseres Heftes schätzen. Wichtig ist uns aber dies: Auch wenn unsere Texte sich wie Erzählungen lesen, gilt für uns die journalistische Pflicht zur Wahrheit. Ob wir Szenen rekonstruieren oder die Innenwelt von Tätern und Opfern ausleuchten: Alles muss auf Fakten basieren. Deshalb betreibt die stern- Dokumentation für Crime ein aufwendiges Fact-Checking. Wenn unser Kollege in „Asche zu Asche“ erzählt, wie ein Mädchen eine Katze streichelt, muss er belegen, woher er das weiß: Der Moment ist damals von einer Zeugin beobachtet worden. Auf Basis ihres Vernehmungsprotokolls lässt sich…

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unterwerfung

Tätowierungen und Narben glänzen auf rasierten Köpfen. Ein gutes Dutzend Männer macht sich an einem Vormittag im Dezember auf den Weg nach Mallorca, um mit ihrem Kumpel Andreas* Junggesellenabschied zu feiern. Die schwarzen T-Shirts, die sie sich extra haben machen lassen, geben den auftrainierten Kerlen etwas „paramilitärisches“, wie eine Stewardess später sagen wird. Da sind die gut zwei Stunden Flug nach Palma schon vorbei. Zwei Stunden, in denen die Regeln eines friedlichen Miteinanders außer Kraft gesetzt waren. In denen Andreas und seine Freunde Mannschaft und Passagiere eines voll besetzten Billigfliegers dazu brachten, sich ihnen zu unterwerfen. Weil sie Gewaltbereitschaft ausstrahlten, weil sie besoffen und aggressiv waren, weil sich alle weggeduckt haben. Eine kompetente Crew sorgte dafür, dass die Lage nicht außer Kontrolle geriet und der Flug pünktlich ans Ziel kam. Es…

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der jäger

ES HÄTTE NICHT SO KOMMEN MÜSSEN. Aber es war nicht seine Schuld. Es war die Schuld der Frauen, wenn es aus dem Ruder lief. Er hatte sein Flugzeug auf einer Sandbank am Knik River gelandet. In dieser Wildnis Alaskas, die er so liebt. Schon oft war er hierhergekommen. Hatte Elche gejagt, Bären oder Wölfe. Letzte Woche hatte er eine Frau mitgebracht. Hatte gekriegt, was er wollte und sie zurückgeflogen nach Anchorage. Es hätte also nicht so kommen müssen. Die Frau, die er an diesem Tag gefesselt hinter seinen Pilotensitz gepackt hatte, war daran schuld, dass es schieflief. Mach keine Dummheiten, hatte er noch gesagt, als er das Flugzeug geparkt und ihre Fesseln gelöst hatte. Gerade hatte er sie zu einer Hütte führen wollen, in der Jäger wie er das Elchfleisch an einem Gestell zum Trocknen aufhängen.…

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das tier in ihm

PLÖTZLICH FÄNGT DER MANN, DER DIE GANZE ZEIT GESCHWIEGEN HAT, ZU REDEN AN. „ES TUT MIR LEID“, SAGT ER. „ES TUT MIR LEID.“ WIEDER UND WIEDER, ER SCHREIT JETZT, UND WÄHRENDDESSEN WINDET ER SICH IN SEINEM STUHL, ALS WÜRDE ER MIT ETWAS KÄMPFEN, DAS IN IHM SITZT UND DAS ER NICHT HERAUSLASSEN MÖCHTE. ER FÄHRT SICH MIT SEINEN HÄNDEN ÜBER DIE AUGEN, WEINT, SCHREIT WIEDER, „ES QUÄLT MICH“, RUFT ER UND VERZIEHT DEN MUND UND DIE NASE, BIS SEIN GESICHT ZU EINER FRATZE GEWORDEN IST. DANN RICHTET ER SICH AUF, „BRRR, BRRR, BRRR“, MACHT ER, WIE EIN IRRER, EIN TIER, EINE BESTIE, DIE ZUM ANGRIFF ANSETZT. DIE MENSCHEN UM IHN HERUM, SEIN ANWALT, DIE ZUSCHAUER, WEICHEN ZURÜCK. DOCH ER FÄNGT SICH, IM LETZTEN MOMENT. „ES TUT MIR LEID“, SAGT ER NOCH…

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cold-case-dna

Die beiden Männer fackelten nicht lange, als sie den Supermarkt in der Implerstraße in München-Sendling betraten. Draußen war es schon dunkel an diesem 6. April 1993 um 19.30 Uhr. Sie hatten am Hintereingang geklingelt, drinnen wollten der Filialleiter Manfred S. und seine Frau Rosemarie gerade Feierabend machen. Als Rosemarie öffnete, überwältigten die Täter sie. Beide trugen Maschinengewehre, sie waren vermummt, der eine mit einer Kapuze, der andere hatte einen Filzhut mit hineingeschnittenen Sehschlitzen weit über den Kopf gezogen. Während sich sein Komplize um Rosemarie kümmerte, forderte der Mann mit dem Hut Geld von Manfred S. Als S. sich wehrte, drückte der Täter ab. Er schoss ihm in den Bauch, trat auf ihn ein und feuerte noch ein zweites Mal, in den Oberschenkel. Knapp 1500 D-Mark stopften die Räuber in einen…

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der korse

Verbrecher wie Laurent Fiocconi gibt es eigentlich nicht mehr. Er ist einer der letzten französischen Ganoven alten Schlags. Im Milieu heißt er nur „Charlot“. Sein Leben ist ein Roman.* Als Kopf der Heroinschmugglerbande „French Connection“ verdiente er Millionen. Und gab alles aus. Sagt er. Im kolumbianischen Dschungel kochte er Kokain für die größten Drogenbarone Lateinamerikas. Er war einer der besten Chemiker der Kartelle. Über 20 Jahre saß er im Knast. Dreimal ist er ausgebrochen. Jetzt ist er im Ruhestand. Sagt er. Er lebt mit seiner kolumbianischen Frau Nine und seinem Sohn Thomas im Haus seiner Großmutter in einem kleinen korsischen Bergdorf. „Entschuldigen Sie die karge Einrichtung“, sagt Nine zur Begrüßung. „Aber als wir im Luxus lebten, hatten wir nichts als Ärger. So ist es besser.“ Die beiden haben sich vor 45…

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