Business Punk

Business Punk 05/2019

"BUSINESS PUNK ist das Business-Lifestyle-Magazin für alle, die etwas bewegen wollen. Für Macher, die ihr eigenes Ding durchziehen und für Leute, die in Unternehmen etwas unternehmen. Für die ein Job mehr ist als ein Job. BUSINESS PUNK mischt die großen Erfolgsstorys einer jungen Unternehmergeneration mit der Popkultur des digitalen Zeitalters und spricht damit junge Leser an, die im Internet zu Hause sind und ebenso lebens- wie erfolgshungrig sind. Das BUSINESS PUNK-Motto „Work hard. Play hard.“ bestimmt den Inhalt des Heftes. Es geht um Wirtschaft jenseits von Aktienkursen und Gewinnprognosen. Es geht um das laute, schnelle Leben, das hinter dem Business tobt. Um Typen, die es nach ganz oben geschafft haben. Und um die, die gerade auf dem Weg dahin sind. Das Magazin portraitiert erfolgreiche Business-Rebellen und berichtet über Ideen, Innovationen und Trends in der Arbeitswelt, um Styles und Must- Haves aus Mode, Accessoires und Körperpflege. Um Technik und Autos jenseits von Heckspoilern und oberflächlichen Gadget-Lobhudeleien."

더 읽기
국가:
Germany
언어:
German
출판사:
DPV Deutscher Pressevertrieb
빈도:
Bimonthly
₩7,504
₩42,570
6 발행호

이번 호 내용

1
vorzeigbarer kontrollverlust

5
»viele digitale tools und apps sind bullshit«

Herr Fischer, Sie haben offensichtlich einen Hang zu Ratgeberliteratur. Wie kam es dazu? Mit 16 habe ich „Getting Things Done“ von David Allen gelesen – die Bibel zum Thema Produktivität. Allens Leitsatz ist: „Your mind is for having ideas and not for holding them.“ Um Ideen nicht im Kopf herumzutragen, arbeitet Allen viel mit Listen. Das habe ich mir auch angeeignet, überall lagen damals Blöcke rum. Und dadurch waren sie für das Genre angefixt? Ja, es hat mich unheimlich beeindruckt, wie das mein Leben zum Positiven verändert hat. So fing es an, dass ich mir immer zuerst ein Buch kaufe, wenn ich irgendwelche Dinge wissen oder verbessern will. Ratgeber sind für mich der beste Einstieg in ein neues Thema. Da steckt viel mehr strukturiertes, komprimiertes Wissen drin, als wenn ich 30 Blogartikel lese…

18
der typ, über den die leute in der bar eines tages reden werden

Die Revolution beginnt am südlichen Ende der Karl-Marx-Straße. Jenseits des S-Bahn-Rings, wo Berlin langsam kleinstädtisch, prollig und egal wird, wurden neulich drei große, weiße Buchstaben an ein hellbraunes Haus geschraubt: „OYO“. Bis vor Kurzem befand sich hier ein kleines, vollkommen okayes, aber auch unscheinbares Hotel namens Britzer Tor. Das ist Vergangenheit. Nun empfängt die Gäste ein hellblauer Tresen im Oyo Hotel Bohemia. Den Betten in den kleinen Zimmern sieht man an, dass sie schon ein paar Jahre hier stehen, doch bezogen sind sie mit neuen Laken. An den Wänden der Zimmer, in den Fluren und Gemeinschaftsräumen hängen bunte Bilder mit denselben drei weißen Buchstaben wie draußen am Haus. Hotels ändern ständig ihre Einrichtung oder den Namen. Aber dies hier ist der Beginn von etwas Größerem. Das Oyo Bohemia in Berlin-Neukölln ist…

3
spielend unterwegs

Vermutlich gibt es wenige Angestellte, die den Chef vom Flughafen abholen und sich freuen, wenn am Ende der Fahrt ihre Kündigung steht. Im Fall von Nils Wollny gab es aber keine andere Möglichkeit, wenn aus seinem Prototyp irgendwann ein reales Produkt werden sollte. Die Software von Holoride verwandelt Autos in „mobile Themenparks“, wie Wollny es nennt. Die App verknüpft Virtual Reality mit den Echtzeitdaten, die ein fahrendes Auto generiert, um Spiele oder andere Inhalte an die Bewegungen des Fahrzeugs anzupassen. Parameter wie Beschleunigung, Bremsen, Lenkwinkel, GPS-Koordinaten nehmen dann etwa Einfluss auf die Verteilung von Hindernissen in einem VR-Spiel. Außerdem können die Daten des Navigationssystems einfließen und Inhalte so an die Reisezeit angepasst werden. Drei Jahre haben Wollny und seine zwei Mitgründer bei Audi an der Technologie gefeilt. Rund ein Jahr ist es…

8
nachgeschmack der katastrophe

Wenn Tetsuzô Yamaguchi seine Heimat in Geschmacksnoten beschreiben soll, verzieht der kurz gewachsene Mann mit schütterem Haar das Gesicht. Er legt sein Kinn in der linken Hand ab und stößt ein langes Stöhnen aus. „Hmmm“, macht er, überlegt, wägt ab, dann setzt er an: „Leicht süß, auch mal rauchig.“ Aber, sagt Yamaguchi, das sei nicht alles. Fukushima sei so vielschichtig, schwer zu greifen. Deshalb ergänzt er seine Beschreibung noch um einen Aspekt: „Vielleicht ist das Wichtigste die Stärke des Nachgeschmacks“, sagt Yamaguchi. „Es bleibt wirklich lange etwas zurück.“ Der Spirituosenbrenner in zehnter Generation ist Inhaber des 1765 gegründeten Familienbetriebs Sasanokawa. Und wie er von der Vielschichtigkeit seiner Heimat spricht, vom langen Nachgeschmack, klingt es wie Allegorie. Nach einer Umschreibung des Unglücks, das Fukushima und seine Bewohner heimgesucht hat. Die Tragödie, die…

7
zwischen himmel und erde

Agenturen gibt es viele. Aber kaum eine gestaltet die Zukunft der Mobilität gerade so sehr mit wie Brandlab: Die Berliner haben in diesem Jahr den ersten Voloport konzipiert und designt, einen mobilen Start- und Landeplatz für die autonomen Flugtaxis des deutschen Startups Volocopter. Wenn der Prototyp im Oktober fertiggestellt wird, ist es der erste Port für Flugtaxis weltweit. Und damit ein kleines Stück Mobilitätsgeschichte. Linda Stannieder hat Brandlab 2014 mit drei weiteren Gesellschaftern, den Partnern des international renommierten Architekturbüros Graft, gegründet. Während die Männer eher als stille Teilhaber auftreten, leitet die hochgewachsene, oft ganz in Schwarz gekleidete Frau alleine das Geschäft. Was genau Brandlab macht, ist schwierig auf den Punkt zu bringen, man könnte es herunterbrechen auf Markeninnovation. „Uns zeichnet aus, dass wir in vielen Bereichen Neudenker sind“, sagt Stannieder. Die…