Business Punk

Business Punk 02/2020

"BUSINESS PUNK ist das Business-Lifestyle-Magazin für alle, die etwas bewegen wollen. Für Macher, die ihr eigenes Ding durchziehen und für Leute, die in Unternehmen etwas unternehmen. Für die ein Job mehr ist als ein Job. BUSINESS PUNK mischt die großen Erfolgsstorys einer jungen Unternehmergeneration mit der Popkultur des digitalen Zeitalters und spricht damit junge Leser an, die im Internet zu Hause sind und ebenso lebens- wie erfolgshungrig sind. Das BUSINESS PUNK-Motto „Work hard. Play hard.“ bestimmt den Inhalt des Heftes. Es geht um Wirtschaft jenseits von Aktienkursen und Gewinnprognosen. Es geht um das laute, schnelle Leben, das hinter dem Business tobt. Um Typen, die es nach ganz oben geschafft haben. Und um die, die gerade auf dem Weg dahin sind. Das Magazin portraitiert erfolgreiche Business-Rebellen und berichtet über Ideen, Innovationen und Trends in der Arbeitswelt, um Styles und Must- Haves aus Mode, Accessoires und Körperpflege. Um Technik und Autos jenseits von Heckspoilern und oberflächlichen Gadget-Lobhudeleien."

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국가:
Germany
언어:
German
출판사:
DPV Deutscher Pressevertrieb
빈도:
Bimonthly
₩7,504
₩42,570
6 발행호

이번 호 내용

3
ström mål ändars

Edgeir Aksnes und Daniel Lindén wussten alles ganz genau. Schließlich hatten sie selbst jahrelang im Softwarebereich für Energieunternehmen gearbeitet, hatten die relevanten Insights und ahnten, dass die Digitalisierung des Strommarktes nicht von den Big Shots der Branche ausgehen würde: Zu groß, zu träge, zu skeptisch und vor allem zu erfolgreich waren die mit dem alten Modell. Also lösten sich Aksnes und Lindén von den alten Normen des Strommarktes und ihren Arbeitgebern und wagten den Sprung ins Grüne: 2016 gründeten die beiden den digitale Energievertrieb Tibber gleichzeitig in Schweden und Norwegen. Und in diesem Jahr soll das skandinavische Startup nun auch die deutsche Energiebranche umwälzen. Bereits im Januar wurde die Berliner Niederlassung eröffnet. Ab April soll die App für deutsche Nutzer zum Download bereitstehen. Der Erfolg in Skandinavien basierte auf einer wirklich sehr einfachen…

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”man sollte an sich selbst arbeiten, um besser als die anderen zu sein. das leben ist nicht fair. get over it“

Der Weg nach vorn ist gepflastert mit katastrophalen Ratschlägen. Eine einzige mittelmäßige Idee wird auf 200 Seiten zu Inhaltsbrei gekloppt, fertig ist das dünne Werk. Damit starten der zukünftige Coach samt FantasieCredentials und die Empowerment-Beauftragte ihre Laufbahnen als Experten. Von Youtube-Seminaren und InstagramInspirierern ganz zu schweigen. Noch schlimmer: Hefte, Kalender und Pläne, die auf ihren bunten Seiten zum Ausmalen, Befüllen und Bucket-List-Ausdenken animieren und eine glorifizierte Beschäftigungstherapie mit sich selbst sind – wie verachtend, wie infantilisierend kann man Erwachsene behandeln, die sich Rat erhoffen? Doch in diesem Frühjahr ist die Gegenwart so unsicher wie seit über einer Generation nicht mehr. Wie geht es in Zeiten des Abschwungs und der drohenden weltweiten Rezession weiter? Was wird wichtig sein? Harte Zeiten kennen keine Geduld, sie vertragen auch kein Schlangenöl. Wir haben uns…

3
»wir wollen uns selber kümmern!«

Herr Yılmaz, Sie sind vor über zehn Jahren mit dem Comedytrio Y-Titty berühmt geworden, haben 2016 die Social-Media-Agentur Whylder gegründet – und nun mit YilmazHummel eine neue Agentur. Warum das? Wir sehen YilmazHummel nicht als Agentur – wir sind ein Management für Künstlerinnen und Künstler und verstehen uns für sie als Dienstleister. Klar reden wir manchmal auch mit Werbekunden und Agenturen, aber nicht so, dass wir an Pitches teilnehmen oder Social-Media-Konzepte entwickeln. Das haben Felix und ich in unseren alten Agenturen gemacht, aber genau darauf hatten wir einfach keine Lust mehr. Was machen Sie anders als andere Managementagenturen für Künstlerinnen und Künstler? Wir sind ehrlich und transparent. Ich kenne das ja selbst aus meiner Zeit als Künstler früher, wie das ist, wenn man sich nicht ganz sicher sein kann, ob das eigene Management…

10
zu den sternen, ihr frauen!

Der Frust hat sich in den vergangenen 30 Jahren aufgebaut, Stück für Stück. Denn seitdem arbeitet Claudia Kessler in der Raumfahrtbranche. Sie sah, dass seit Jahrzehnten Menschen ins All fliegen und auf dem Mond gelandet sind. Satelliten, Raumstationen, Sonden ins All gebracht haben. Nur eines nicht: eine deutsche Frau. „Wir sind die einzige Raumfahrernation, die mehr als drei Menschen im All hatte – aber eben keine Frau“, sagt Kessler. Sie hat beschlossen, dass dies sich zu ändern habe. Eigentlich wollte sie ja selbst ins All. „Aber ich war entweder zu jung oder zu alt, als die Auswahlen stattfanden“, sagt sie. Ihren Traum will sie jetzt verwirklichen, indem sie einer anderen die Möglichkeit gibt, die sich ihr nicht bot. Kessler hat einen Plan. Was sie für dessen Umsetzung braucht: ein Netzwerk…

11
die lebensfreude in zeiten der corona-krise

Die große Frage geisterte gestern durch den Slack-Channel von Mit Vergnügen: Ist ein Witz über Corona erlaubt? Matze Hielscher denkt nach und sagt: „Klar, wenn uns einer einfällt.“ Alle anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die dieser Tage im Homeoffice sitzen, waren auch eher dafür. Hielscher sagt, dass er und die anderen gerade alle Gefühle durchmachen: Einsamkeit, Sorgen, aber eben auch Galgenhumor. Also: Witze machen über Corona geht in Ordnung. Hielscher sagt, dass er vor ein paar Tagen „einen richtigen Scheißtag“ hatte, das auch allen so sagte – und flächendeckend auf Verständnis stieß. Denn dieser Tage wird sein und Pierre Türkowskys Unternehmen Mit Vergnügen zehn Jahren alt – nur will und kann keiner feiern. Das ganze Land steht still. Für ein Online-Eventtipp-Magazin samt Agentur eine Katastrophe: „80 Prozent unseres Contents bestehen darin, dass…

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wer fühlen will, muss hören

Die allererste Schwierigkeit ist, das schreckliche Wort „Ohrgasmus“ nicht zu benutzen. Die zweite Schwierigkeit aber ist, überhaupt gar keine blöden Witzchen und keinen Anflug von Anzüglichkeiten zuzulassen und einfach keinen Anlass zu liefern, in peinliches Hähähä oder verklemmtes Höhöhö auszubrechen. Denn erstens schreiben wir das Jahr 2020, zweitens geht es hier um einen global boomenden Markt, den es vor Kurzem in dieser Form überhaupt noch gar nicht gab: Porno-Hörspiele für Frauen. Als Masturbationsunterstützung. Als Wellnessprogramm, aber mit Kribbeln und „Zug zum Ziel“, wie es Nina Julie Lepique formuliert. Doch hier, am südlichen Ende der Kölner Südstadt, wo die Bonner Straße zwischen Carglass, Fressnapf und McDonald’s wie ein „Tatort“-Set nach bester westdeutscher Industriegebietstristesse aussieht, deutet exakt gar nichts auf Bodypositivity, Startup-Spirit oder die Zukunft des weiblichen Orgasmus hin. Eher im Gegenteil: In einem…