탐색내 라이브러리잡지
카테고리
  • 예술 및 건축
  • 보트 및 항공
  • 비즈니스 및 금융
  • 자동차 및 오토바이
  • 유명인 및 가십거리
  • Comics & Manga
  • 공예
  • 문화 및 문학
  • 가족 및 양육
  • 패션
  • 음식 및 와인
  • 건강 및 피트니스
  • 가정 및 정원
  • 사냥 및 낚시
  • 아이 및 청소년
  • 럭셔리
  • 남성 라이프스타일
  • 영화, TV 및 음악
  • 뉴스 및 정치
  • 사진
  • 과학
  • 스포츠
  • 기술 및 게임
  • 여행 및 아웃도어
  • 여성 라이프스타일
  • 성인
추천
탐색내 라이브러리
 / 문화 및 문학
GEO Epoche Panorama

GEO Epoche Panorama

15/2019

Nichts macht die Vergangenheit so lebendig wie eine Fotografie. Aus diesem Grund widmet sich GEO EPOCHE PANORAMA zweimal im Jahr mit opulenten und packenden Fotografien historischen Themen, die Geschichte schrieben. GEO EPOCHE PANORAMA ist eine Line-Extension von GEO EPOCHE, dem Geschichtsmagazin der GEO-Gruppe.

국가:
Germany
언어:
German
출판사:
DPV Deutscher Pressevertrieb
더 읽기
잡지 구매
₩13,132
구독
₩27,359
2 발행호

이번 호 내용

2
editorial

Liebe Leserin, lieber Leser Manches vom dem, was die Fotografien in dieser Ausgabe über Deutschland um 1900 zeigen, wirkt auch mehr als ein Jahrhundert später erstaunlich fortschrittlich: die Produktionsanlagen der elektrotechnischen Industrie etwa, in denen gewaltige Generatoren gefertigt wurden; die üppigen Auslagen der luxuriösen Warenhäuser; die Verkehrsstaus in Berlin. Doch dann gibt es auch jene Fotos, die anmuten, als gäben sie Szenen aus dem Mittelalter wieder. Auf ihnen sind verwinkelte Gassen zu sehen, archaische Fachwerkhäuser, windschiefe Katen, die mühselige Erntearbeit auf dem Land. Welches Bild stimmt? War Deutschland um 1900 eine moderne Nation – oder altertümlich und zurückgeblieben? Zumindest dem äußeren Anschein nach ist es beides zugleich gewesen. Und in dieser Widersprüchlichkeit sehen manche Historiker den Grund für eine Katastrophe. Denn das Nebeneinander von Tradition und Moderne sei Ausdruck einer nicht nur scheinbaren, sondern tatsächlich…

7
das risiko der moderne

Mit 100 km/h durchqueren Eisenbahnen um 1900 das Deutsche Reich. Stahlbrücken spannen sich über die Flüsse, Telegraphenleitungen hängen entlang der Strecken. Die Bahnhöfe, von elektrischem Licht erhellt, gleichen den Glaspalästen der Weltausstellungen, Schlössern oder Rathäusern. Das Kaiserreich ist auf vielen Gebieten zum Pionier geworden. Noch 1880 lebten die meisten Deutschen auf dem Land, und das Reich exportierte Kuckucksuhren, Spielzeug und Haushaltswaren. Jetzt ist es weltweit führend in Maschinenbau, Elektroindustrie, in Optik, Feinmechanik, Großchemie, der Herstellung von Medikamenten und Dünger. Es ist eine Zeit unaufhörlicher Modernisierung. Zwar gibt es noch immer Landstriche, die vom Wandel unberührt scheinen, aber im Ruhrgebiet, in Schlesien und an der Saar erheben sich gewaltige Fabrikkomplexe mit Hochöfen, Maschinenhallen und Fördertürmen aus den Landschaften. Zwischen 1871 und 1913 verdoppelt sich die Höhe der Einkommen, das Sozialprodukt verdreifacht sich. Neue Bohrtechniken…

10
weltgewandt und provinziell

FLIEGENDE SCHIFFE Die Zeppeline, benannt nach ihrem Konstrukteur, Graf Ferdinand von Zeppelin, sind fast so schnell wie Flugzeuge, können aber weit größere Last transportieren. Am 2. Juli 1900 steigt vom Bodensee erstmals ein gewaltiges, mit Wasserstoff gefülltes Luftschiff auf. Zwar bleibt es nur 18 Minuten lang in der Luft, doch bereits elf Jahre später erreichen die Gefährte, die bis zu 20 Passagiere transportieren, eine Geschwindigkeit von gut 70 km/h. Ab 1910 verkehren sieben Zeppeline der Deutschen Luftschiffahrts Aktiengesellschaft zwischen Städten des Reichs – schwebende Symbole des technischen Fortschritts AM WASSER GEBAUT Hamburg ist eine der bedeutendsten deutschen Handelsstädte. Im Jahr 1895 liegen pro Tag durchschnittlich 265 Schiffe im Hafen. Noch müssen die meisten Frachter mitten in der Elbe an Duckdalben festmachen: an tief in den Grund gerammten Holzpfählen. Doch im Auftrag des Senats…

7
eine zeit gerät aus den fugen

Um 1900, notiert ein aufmerksamer Beobachter, leben die Deutschen in einem „Zeitalter der Reizbarkeit“: in einer Epoche der 100 neuen Impulse und Anregungen, die Begeisterung auslösen und Schaudern, Sehnsucht und Verwirrung. Nichts, so scheint es, ist noch stabil und verlässlich in diesem Land. Kein Wunder: Allein zwischen 1890 und 1913 nimmt die Bevölkerungszahl von 49,4 auf 66,9 Millionen Menschen zu – um ein Drittel in nicht einmal einer Generation. Hunger und Seuchen, die großen Schnitter früherer Zeiten, sind zum ersten Mal nicht mehr alltäglich. Neue Techniken erhöhen die Ernten in der Landwirtschaft, Waren können per Zug und Schiff über weite Strecken herangeschafft werden, Frischwasserleitungen und Kanäle verbessern die öffentliche Hygiene, in den Laboratorien der Kliniken, Universitäten und neu entstehenden Pharmafirmen ersinnen Ärzte, Physiker und Chemiker vom Aspirin bis zum Röntgengerät revolutionäre neue…

21
das gespenst vom sachsenwald

Dies ist mehr als ein Abschied: Es ist ein Totenamt. Ein Kondolenzzug – mit Zehntausenden Trauernden, mit weinenden Hinterbliebenen, mit gezückten Taschentüchern, mit gelüfteten Hüten und stummem Händedrücken. Selbst die Kürassiere an der Spitze des Zugs haben Tränen in den Augen. Blüten regnen auf den Wagen herab, und vielstimmig steigt am Lehrter Bahnhof der Trostgesang empor: „Lieb Vaterland, magst ruhig sein“. Otto von Bismarck ist, wie eine Diplomatengattin feststellt, „totenbleich“. Er selbst wird diesen 29. März 1890, an dem er auf sein Altenteil auf Gut Friedrichsruh bei Hamburg zurückkehrt, später ein „Begräbnis“ nennen – ein „Leichenbegängnis erster Klasse“. Doch in Wahrheit ist seine Abreise aus Berlin der Übergang eines Lebenden ins Geisterreich; die Verwandlung eines Menschen in ein Denkmal. Sie macht den Unbeirrbaren zum Untoten, der fortan zwischen den Eichen, Buchen und…

1
monarchen, politiker und militärs