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문화 및 문학
GEO Epoche Panorama

GEO Epoche Panorama 13/2018

Nichts macht die Vergangenheit so lebendig wie eine Fotografie. Aus diesem Grund widmet sich GEO EPOCHE PANORAMA zweimal im Jahr mit opulenten und packenden Fotografien historischen Themen, die Geschichte schrieben. GEO EPOCHE PANORAMA ist eine Line-Extension von GEO EPOCHE, dem Geschichtsmagazin der GEO-Gruppe.

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국가:
Germany
언어:
German
출판사:
DPV Deutscher Pressevertrieb
빈도:
Biannually
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2 발행호

이번 호 내용

2
liebe leserin, lieber leser

Der Mythos vom Wilden Westen scheint in Teilen nach wie vor sehr lebendig. Vor allem die Populärkultur beschwört ihn weiterhin – etwa die gefeierte Serie „Westworld“, die von einer Zukunft erzählt, in der menschenähnliche Roboter die Abenteuer der amerikanischen Gründerzeit simulieren. Oder der Film „The Revenant“ des mexikanischen Regisseurs Alejandro González Iñárritu, der die Härte des Trapperlebens zeigt. Offenbar faszinieren die legendären Figuren und Geschichten des Wilden Westens noch immer viele Menschen. Doch die Bedeutung der Pionierzeit geht weit über diese Einflüsse auf Kino und TV hinaus. Denn sie prägt bis heute entscheidend Gesicht und Seele der Supermacht USA. Zum einen materiell: Das scheinbar unbegrenzte Land jenseits des Mississippi war das Territorium, in dem sich unbegrenzte Möglichkeiten eröffneten. So brachte die Erschließung des Westens den USA einen ungeheuren Industrialisierungsschub. Die Weite des Raumes…

15
die eroberung des wilden westens

Als am 12. Oktober 1492 drei spanische Schiffe unter dem Kommando des Genuesen Christoph Kolumbus in karibische Gewässer segeln, bricht eine neue Epoche der Geschichte an. Europas Mächte beginnen damit, sich die Weltmeere untertan zu machen – sowie die Länder und Kontinente jenseits der Ozeane. Die Menschheit scheidet sich fortan in Entdecker und Entdeckte, in Kolonisatoren und Kolonisierte. Aber wie sieht die „Neue Welt“ aus, von der Kolumbus einen winzigen Zipfel entdeckt? Wie, vor allem, leben die Menschen in Nordamerika – jener Region, die, anders als Mesoamerika, noch über Jahrhunderte von den Weißen kaum erkundet werden wird? Die Ankunft der ersten Europäer ist zunächst nur für die ebenso verängstigten wie erstaunten Bewohner der Karibikinseln ein wundersames Ereignis. Ansonsten jedoch scheint sie nur eine Marginalie zu sein in der dramatischen Geschichte des Kontinents. Nordamerika…

4
land der 500 stämme

10
die herren der großen weiten

Der Winter des Jahres 1833 ist am Oberlauf des Missouri außergewöhnlich streng. Auf dem Fluss liegt eine dicke Eisschicht. Die Konturen von Fort Clark an seinem westlichen Ufer verschwinden fast im Weiß eines Schneesturms. An einem Tag im November machen sich im Fort zwei Männer auf, um ein Indianervolk zu besuchen. Sie tragen europäische Reisekleidung mit hohen Hüten und Gamaschen. Ihr Ziel: das Dorf Mih-Tutta-Hangkusch, nicht weit vom Fort entfernt. Hier leben in 65 kuppelförmigen, zur Winterzeit halb unter dem Schnee verborgenen Häusern etwa 950 Menschen vom Volk der Mandan. Die beiden Ankömmlinge werden freundlich empfangen und zu einer Behausung geführt. Drinnen ist es verqualmt, aber erträglich warm. Der Raum ist gegen die kalte Winterluft mit Bären-, Bison- und Hirschfellen ausgekleidet. An einer Seite sind mehrere Pferde angebunden. 15 Frauen, Männer und Kinder…

2
der weg in den westen

24
1000 meilen staub

Viel ist nicht bekannt über den Texaner Jack Bailey. Sein Geburtsjahr nicht, sein Todestag nicht, nicht einmal, wo genau er gelebt hat. Nur über gut 14 Wochen seines Lebens wissen wir sehr viel, wir kennen sogar seine täglichen Gedanken, seine Sehnsüchte, seine Sorgen. Diese gut drei Monate hat er genau festgehalten, mit schwarzer Tinte auf 130 Seiten zwischen zwei abgewetzten Pappdeckeln, in einer Kladde. 14 Wochen voller Einsamkeit schildert er darin, voller Heimweh, Schmerzen, aber auch kurze Momente reinen Glücks. Bailey führt Tagebuch über seinen Alltag im Sommer und Herbst des Jahres 1868. In dieser Zeit wird er vom Farmer zum Cowboy. In seinen Notizen verflucht er seine Sturheit: dass er nicht auf Frau und Freunde gehört hat, die den Kopf schüttelten über seinen Entschluss, Kühe treiben zu gehen, in seinem Alter, mit…